Gitarre Hersteller_D_Angelico
Test
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11.12.2020

Praxis

Nach dem Auspacken der Gitarre musste ich zuerst einmal die völlig toten Werkssaiten wechseln. Hier spart man als Hersteller meiner Meinung nach am falschen Ende, denn mit guten und im besten Fall beschichteten Werkssaiten klingen die Gitarren später im Laden besser und verkaufen sich letztlich auch schneller. Nach dem Saitenwechsel bietet die Gitarre einen ausgeglichenen Klang mit durchschnittlichem Sustain. Die Bespielbarkeit ist dank des flachen Griffbrettradius in Verbindung mit der Gibson-Mensur und den 22 Mediumbünden über jeden Zweifel erhaben. Allerdings bietet die kurze Mensur keinen wirklich guten Twäng, der mir im Zusammenhang mit den P90-artigen Tonabnehmern immer als letztes Quäntchen zum Glück fehlt. Aber das liegt in der Natur der Sache und ist absolute Geschmackssache. Bei den Seymour Duncan Designed Pickups handelt es sich übrigens nicht um US-Modelle, sondern um in Lizenz hergestellte Varianten aus Fernost. Sie lassen sich, wie bereits erwähnt, wahlweise im Singlecoil- oder im Humbuckermodus betreiben und bieten eine breite Palette an Sounds. Deshalb habe ich für euch pro Einstellung jeweils zwei cleane und zwei verzerrte Soundbeispiele eingespielt. Nur beim mittleren Tonabnehmer, bei dem es sich um einen ganz normalen Singlecoil handelt, gibt es jeweils nur ein cleanes und ein verzerrtes Soundbeispiel. Für die cleanen Sounds kommt ein Fender Princeton zum Einsatz und für die High-Gain-Sounds habe ich meinen alten 100 Watt Marshall JMP mit vorgeschaltetem Baldringer Dualdrive verwendet. Hier der Bridgepickup in der cleanen und der High-Gain-Einstellung.

In der Zwischenpositionen von Bridge und mittlerem Pickup erhält man zwar einen silbrigen Sound, der wegen der kurzen Mensur und den fetteren Pickups aber nicht so knackig daherkommt, wie man es von einer Stratocaster kennt. 

Der mittlere Tonabnehmer macht sowohl clean als auch mit viel Verzerrung eine gute Figur. Ich bin immer wieder überrascht, wie gut ein mittlerer Singlecoil auch für sich alleine klingt. Mit viel Verzerrung erinnert mich der Sound immer etwas an Tommy Bolin, der als Nachfolger von Ritchie Blackmore von 1975 bis 1976 bei Deep Purple spielte.  

In der Zwischenstellung von mittlerem und Halstonabnehmer verwässert sich der Sound etwas. Während die Klangunterschiede in der cleanen Einstellung noch einigermaßen zur Geltung kommen, verschwinden sie im verzerrten Bereich fast komplett. Aber hört selbst.

Auch mit viel Gain bekommt man mit der Gitarre keinen Metal-Sound hin, dazu sind die Pickups einfach zu schwach. Das allerdings im positiven Sinn, denn der Ton bleibt immer durchsichtig und auch die Saitentrennung bleibt erhalten. Hier der Halspickup in seinen unterschiedlichen Einstellungen am cleanen und verzerrten Amp.

Zum Schluss noch ein Beispiel mit dem Tonabnehmer-Blender. Mit seiner Hilfe lassen sich Hals- und Steg-Pickup stufenlos mischen, was ich für eine eher umständliche Lösung halte, weil man das Poti in der Praxis zu 99% entweder komplett auf- oder zudreht. Hier wäre ein Schalter meiner Meinung nach die bessere Lösung gelesen. 

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