Bass Hersteller_Cort
Test
7
15.10.2020

Praxis

Die Ergonomie und eine komfortable Handhabung standen bei der Entwicklung des neuen Persona 5 im Vordergrund, und diese Umsetzung ist Cort in der Tat auf ganzer Linie geglückt. Der kompakte Longscale-Fünfsaiter hängt perfekt balanciert am Gurt und lässt sich wirklich kinderleicht spielen. Aber beginnen wir doch von vorne: beim Gewicht. Mit exakt 4010 Gramm hat der Persona 5 für meinen Geschmack geradezu ein Fünfsaiter-Idealgewicht. Er fühlt sich substantiell und solide an, ist dabei aber nicht zu schwer für lange Gigs. Der Erlekorpus bietet das nötige Gegengewicht für den Hals, sodass der Bass in einer perfekten Spielposition mit leicht nach oben ragendem Hals am Gurt hängt und ohne zusätzlichen Kraftaufwand gespielt werden kann. Üppige Shapings sorgen darüber hinaus dafür, dass keinerlei unangenehme Druckstellen an Unterarm oder Oberkörper auftreten, zudem fühlt sich der ohnehin schon schlanke Korpus durch die Abrundungen noch etwas kompakter und wendiger an. Auch der schmale und relativ flache Hals trägt natürlich einen erheblichen Teil zum Spielkomfort des neuen Cort-Modells bei. Das grazile Profil liegt sehr angenehm in Hand, alle Lagen sind absolut mühelos zu erreichen, und das dezente Matt-Finish auf der Rückseite sorgt für eine seidige Haptik.

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Meiner Spielweise kommen die engen Saitenabstände von 16 mm außerdem sehr entgegen – die Wege sind auf diese Weise für beide Hände einfach kürzer, sodass virtuosere Lines oder Akkorde deutlich leichter von der Hand gehen. Klar, für Slapper sind die bei Fünfsaitern weit verbreiteten 18 oder 19 mm in der Regel angenehmer, aber die Spieltechnik adaptiert sich erfahrungsgemäß erstaunlich schnell an neue Parameter, sodass nach einer kurzen Umgewöhnungszeit also auch die meisten Daumenspezialisten gut mit dem Persona 5 klarkommen werden.

In Sachen Ergonomie und Spielkomofort fährt der Cort-Neuzugang also schon mal die volle Punktzahl ein, und jetzt werden wir uns mithilfe einiger Audiobeispiele einen Eindruck von den Klangqualitäten des schicken Fünfsaiters aus Südkorea verschaffen.

Wir beginnen im Passivbetrieb mit dem Balance-Regler in Mittelstellung, beide Tonabnehmer sind also gleich laut. Der Persona 5 liefert mit dieser Einstellung einen sehr ausgewogen-breiten Allroundsound mit solidem Fundament, präsent-durchsetzungsstarken Mitten und einem gut ausgeleuchteten Höhenbereich.

Selbst die H-Saite des Longscale-Fünfsaiters klingt sehr differenziert und fügt sich gut in das Klangbild ein. Viel meckern kann man da also nicht, mir fehlt lediglich bei den Bartolini MK1-Pickups allerdings etwas Tiefe und Lebendigkeit im Sound.

Blendet man auf den Hals-Pickup, so gibt sich der Persona 5 deutlich wuchtiger und liefert einen Precision-artigen Sound mit moderner Note, der sich bestens für solide Grooves in vielen Musikrichtungen eignet:

Mit dem Stegtonabnehmer im Solobetrieb wird der Sound erwartungsgemäß deutlich präsenter und nasaler. Die Tragfähigkeit bleibt dabei leider etwas auf der Strecke, weil der Stegtonabnehmer an dieser Position nicht ausreichend Tiefmitten und Bässe übertragen kann:

Die gute Nachricht: Abhilfe kann hier der potente aktive Bartolini Dreiband-Equalizer schaffen, den wir uns in den nächsten Beispielen anhören.

Für den folgenden Slapsound habe ich sowohl den Bass- als auch den Höhenregler ordentlich aufgedreht und gleichzeitig die Mitten bei 500 Hz leicht abgesenkt. Das klingt nicht schlecht, obwohl der Bassregler bei ultratiefen 30 Hz greift, bleibt der Sound aufgeräumt und frei von Dröhnfrequenzen. Die Höhen habe ich etwas sparsamer dosiert, weil der Sound auf den letzten Metern dann doch zu scharf wird – hier ist also etwas Fingerspitzengefühl angebracht:

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Mit einem Mitten-Boost bei 500 Hz und einer leichten Anhebung der Höhen klingt der Cort Persona 5 noch eine Spur aufgeräumter und lebendiger als im passiven Betrieb. Der Sound besitzt mehr Durchsetzungskraft und die Höhen strahlen stärker:

Für die letzte Aufnahme habe ich wieder die Bässe und die Hochmitten bei 800 Hz geboostet, ein leichter Höhen-Cut mildert den oberen Bereich gleichzeitig etwas ab. Der eigenständige Sound trägt und verfügt über sehr gute Definition. Beim Thema Nebengeräusche zeigt sich der Bartolini-Preamp übrigens absolut unauffällig - nur mit voll aufgedrehtem Höhenregler ist ein leichtes Rauschen zu vernehmen.

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