Test
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16.04.2014

Cornish SS 2 Soft Sustain Test

Verzerrerpedal

Meister-Edelzerre

Der Cornish SS-2 Soft Sustain im bonedo-Test -  Schon seit 1972 baut Pete Cornish Pedale und Racksysteme für die Crème de la Crème des internationalen  Rock ’n’ Roll Zirkus. Topstars wie Paul McCartney, Brian May, David Gilmour, Noel Gallagher, Eric Clapton oder Marc Knopfler lassen ihr Tour-Equipment vom englischen Lötkolbenvirtuosen  zusammenstellen und warten. Nachdem er jahrelang Bodentreter instand gesetzt und aufgerüstet hatte, entstand im Laufe der Zeit eine eigene kleine Pedalkollektion, die neben einem Line Booster,  Treble Booster, diversen Splitterboxen auch einige Verzerrer beinhaltete.  Ohne großes Buhei und ohne dass er jemals lautstark die dicke Werbetrommel gerührt hätte, sind die Pedale von Cornish weltweit gesuchte Sammlerstücke. 

Wer ein neues Pedal ergattern möchte, kann den Meister per Email kontaktieren, um sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Bis man sein Wunschgerät schließlich in Betrieb nehmen kann, vergehen nicht selten neun Monate. Alternativ kann man sich bei Ebay auf die Lauer legen, um eines der seltenen Exemplare zu ersteigern. Das SS-2 Soft Sustain Verzerrerpedal, das sich zum bonedo-Test eingefunden hat, gehört ebenfalls zu dieser raren Spezies.  

Details

Konzept

Wer sich mit David Gilmour beschäftigt, der weiß, dass er seine Verzerrungen ausschließlich mit Pedalen realisiert, ohne den Gitarrenamp in irgendeiner Weise in die Sättigung zu fahren. Er spielt mehrere Hiwatt-Vollröhrentops (DR 103 Custom ), allesamt stattliche Kraftpakete, die nur mittels enormer Lautstärken zum Zerren zu bewegen wären. Die unterschiedlichen Zerrstufen realisiert er mit einem riesigen Arsenal an Bodentretern. Für angezerrte Sounds kommt bei ihm der SS-2, auch bekannt als Soft Sustain, zum Einsatz. Er ist der zahmste Verzerrer aus dem Cornish-Sortiment. Sein Zerrbereich bewegt sich von einer dezenten Verdichtung des cleanen Sounds über eine geschmackvolle Blueszerre bis hin zu Status-Quo-artigen Klängen. Wir haben es hier mit einem Gerät zu tun, das vor allem auf Soundgourmets und wirkliche Könner zugeschnitten ist. Der Zerrbereich liegt etwas höher als der eines Tubescreamers, die Klangqualität ist dem japanischen Klassiker jedoch um einiges überlegen!

Aufbau

Das für einen Zerrer relativ sperrige Gehäuse, an dem jeder Designer verzweifeln würde,  erinnert an die 50er Jahre. Leider nimmt es sehr viel Platz auf dem Pedalboard ein, obwohl man die Elektronik sicher auch in einem weitaus kleineren Gehäuse hätte unterbringen können. Lediglich zwei vollbestückte Platinen erblicken meine neugierigen Augen nach dem Entfernen der Bodenplatte. Um es Kopierern schwer zu machen, sind sämtliche  Bauteile mit einer dicken, schwarzen Lackschicht überzogen.  Auf der Oberseite unseres Testpedals befinden sich drei große Chickenhead-Potiknöpfe, die hinsichtlich ihrer Funktion alte Bekannte sind. Unter der Bezeichnung Sustain verbirgt sich das Gain-Poti, das den Zerrgrad bestimmt, Tone regelt den Frequenzbereich, während mithilfe des Volume-Potis der Ausgangspegel eingestellt wird. Ein Metall-Fußschalter schaltet das Pedal ein und aus, eine in direkter Nachbarschaft untergebrachte LED-Anzeige zeigt den Status an. Pete Cornish, seine Frau Lynda und sein Sohn Mingus bauen jedes einzelne Gerät von Hand in ihrer Werkstatt südlich von London. Cornish ist übrigens kein Freund von True Bypass um jeden Preis, denn ein guter Buffer sorgt für einen besseren und stabileren Signalfluss. Ein selbst entwickelter Class-A Buffer Preamp mit einem niederohmigen Audio-Ausgang macht den Sound auch auf großen Bühnen mit langen Kabelwegen unempfindlich gegen Störsignale und Höhenverlust. Wer den SS-2 mit einer Batterie füttert, wird sich über den geringen Energieverbrauch  freuen. Über eine seitlich angebrachte „Schublade“ ist der 9-Volt-Block schnell ausgetauscht, aber selbstverständlich lässt sich unser Proband auch mit einem handelsüblichen 9-Volt-Netzteil betreiben. 

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