Gitarre Hersteller_Catalinbread
Test
1
20.06.2019

Praxis

Wenn man mit dem Pedal zum ersten Mal herumexperimentiert, wird sofort klar, dass es hier nicht um Brot- und Buttersounds geht. Alle Einstellungen klingen irgendwie abgedreht, rotzig und leicht kaputt. Dazu gehört auch der Filtereffekt, den man mithilfe eines Expressionpedals ähnlich wie ein Wah Wah in Szene setzen kann. Das Ganze klingt aber etwas weicher und erinnert eher an einen Studiofilter und weniger an den klassischen Effekt aus dem letzten Jahrhundert.

Den Pitch Shifter kann man auf unterschiedliche Art und Weise nutzen. Da wäre zuerst einmal die Möglichkeit, die Tonhöhe mit dem Velocity Regler zu verändern, um einen Zweiklang bzw. ein oktaviertes Signal zu erzeugen. Dabei ist allerdings Fingerspitzengefühl angesagt, denn es gibt keine Rasterung, mit der man die Tonhöhe in Halbtonschritten sauber justieren kann. Je tiefer man sie einstellt, umso länger ist leider auch die Latenz, was besonders im cleanen Soundbeispiel gut zu hören ist. Im zweiten Soundbeispiel gibt's dieselbe Einstellung dann noch einmal in Verbindung mit dem High Gain Kanal, was ziemlich rotzig und breit klingt.

Im folgenden Beispiel habe ich den Pitch zwei Ganztöne erniedrigt. Das Expressionpedal steuert in diesem Fall den Filter, der ja, wie bereits erwähnt, nur das Effektsignal tangiert. Dadurch klingt es sehr organisch und dank der recht hohen Latenz trennt sich das Effektsignal gut vom Direktsound. Das Endergebnis klingt wesentlich schmutziger als bei einem eingeschleiften Harmonizer. Zudem ist das Coriolis-Effect kein intelligenter Harmonizer, der die Tonhöhe des Eingangssignals erkennt und automatisch das passende Intervall findet. Um den Effekt besser hören zu können, habe ich das Pedal erst in der zweiten Hälfte des Audiobeispiels aktiviert.

Wenn man den Pitch mit dem Expressionpedal steuert, lassen sich sehr artfremde Sounds erzeugen, die man normalerweise mit einer Gitarre nicht hinbekommt. Natürlich kommt man auch mit einem Harmonizer zu ähnlichen Ergebnissen, aber alleine schon die Kombination mit dem Expressionpedal und dem integrierten Filter macht die Sache um einiges interessanter. Hier eine Soundvariante, bei der ich die Wippe des Pedals immer nur leicht zurückgenommen habe, sodass das Endergebnis ähnlich wie ein Double Note Bend klingt. Der Mix-Regler steht dabei auf 12 Uhr. Interessanterweise klingt es aber anders als dieser typische Santana-Effekt, den viele vom Song "Waiting" her kennen. Besonders vor dem cleanen Amp erinnern die Ergebnisse etwas an ostasiatische Musik.

Wenn man den Hold-Modus jetzt noch ins Spiel bringt, geht der Spaß erst richtig los. Im folgenden Beispiel spiele ich eine Quinte und drücke kurz nach dem Anschlagen der Saiten den Hold-Taster. Damit das Ganze nicht zu statisch wirkt, steuere ich mit dem Expressionpedal den Pitch rhythmisch in die tonale Unterwelt. Immer, wenn ich die Wippe des Expressionpedals nach vorne drücke, spiele ich gleichzeitig ein zusätzliches Intervall, was im Zusammenspiel mit dem geloopten Sound unterschiedliche Vierklänge ergibt. Das Ganze erinnert an Troy Van Leeuwen, den Gitarristen von Queens oft the Stone Age.

Um die Wirkungsweise des Hold-Tasters noch einmal zu verdeutlichen, gibt's hier noch ein Beispiel für den typischen Einsatz dieser Funktion. Stellvertretend für ein schnelles Lick habe ich ein einfaches Tappingpattern gespielt und immer wieder mit dem Holdtaster in die Endlosschleife geschickt.

Mit der Holdfunktion kann man einen Padsound als tonalen Hintergrundsound für solistische Eskapaden erzeugen. Der geloopte Sound klingt zwar etwas statisch, aber wenn man ihn mit dem Filter und dem Expressionpedal moduliert und etwas Delay hinzumischt, klingt die Sache ziemlich abgefahren.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare