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Test
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19.06.2016

Canopus Vintage und Backbeat Snareteppiche Test

Snareteppiche

Es raschelt im Karton

Im Testlabor beginnt heute das große Rascheln. Kaum einem Zubehörteil wurde in den letzten Jahren soviel Aufmerksamkeit zuteil wie den empfindlichen Metallspiralkonstruktionen, ohne die eine Snare keine Snare ist. Die Rede ist natürlich von Snareteppichen, von traditionellen Trommlern älterer Baujahre auch Schnarrsaiten genannt. Es ist noch gar nicht so lange her, da verbauten namhafte Hersteller auch an ihren teuren Snare-Modellen Teppiche, die eher schlecht als recht zusammengelötet waren und die klanglichen Möglichkeiten der Trommel damit schon ab Werk begrenzten. Firmen, die ihren Fokus auf das Design und die Produktion von Snareteppichen legten oder sich gar ausschließlich darauf spezialisierten, gab es bis vor etwa 15 Jahren noch nicht. 

Mittlerweile haben fast alle großen Marken erkannt, dass es sich nicht lohnt, an diesem vermeintlich unwichtigen Detail zu sparen. Und auch Trommler, die neuen Trends erst einmal eher kritisch gegenüber stehen – wie auch der Autor dieser Zeilen – mussten erkennen, dass man mit einem hochwertigen Teppichmodell auch günstige Trommeln klanglich auf ein deutlich höheres Niveau befördern kann, ohne Unsummen ausgeben zu müssen. Neben Puresound gehört die japanische Firma Canopus zu den Pionieren auf dem Gebiet hochwertiger Modelle, wir haben  jeweils zwei Versionen der beiden erhältlichen Baureihen Backbeat und Vintage unter den Test-Snares befestigt, darunter sogar eine mit 30 Spiralen. Canopus ist – laut Wikipedia – übrigens ein besonders hell leuchtender Stern im Sternbild Kiel des Schiffs. Ob die Teppiche im Test also leuchten können oder doch eher kielgeholt werden, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Es gibt zwei Modellreihen: Vintage und Backbeat  

Mit den Varianten Vintage und Backbeat hat Canopus zwei Snareteppich-Baureihen im Angebot. Die Vintage-Modelle sollen von alten Ludwig und Slingerland-Teppichen inspirierte Designs darstellen, welche weiter entwickelt und an heutige Bedürfnisse angepasst wurden. Als Zielgruppe werden nicht nur Fans des klassischen Snare-Tons anvisiert, sondern allgemein Drummer, die Wert auf eine akkurate Umsetzung der Spieldynamik legen. Das ist bei den Backbeat-Modellen prinzipiell nicht anders, eine leicht veränderte Konstruktion soll allerdings zusätzlich mehr Aggressivität und Präsenz aus den Trommeln kitzeln und dadurch interessant für energischere Spieler sein. Innerhalb beider Serien kann der Trommler zusätzlich zwischen den Typen DR und NP wählen. DR steht für Dry und ist leicht durch die messingfarbenen Endplättchen identifizierbar. Die Spiralen der DR-Versionen sind aus unbehandeltem Edelstahl. NP ist die Abkürzung für nickel plated, Canopus spendiert den entsprechenden Modellen verchromte Endplättchen sowie vernickelte (und damit etwas glattere) Spiralen. Zum Test liegen nun zwei Vintage-Exemplare in NP und DR vor sowie zwei Backbeat-Typen als 20-spiralige DR Version und als 30-spiralige NP Ausführung. 

Die konstruktiven Unterschiede

Auf den ersten Blick sehen alle Testmodelle relativ normal aus, bei näherer Begutachtung fallen allerdings diverse interessante Details und Unterschiede zwischen den beiden Modellreihen auf. Da wären zunächst die konturierten Endplättchen der Vintage-Typen. Was wie ein optisches Gimmick wirkt, hat allerdings deutliche Auswirkungen auf die Beschaffenheit der Teppiche. Im Gegensatz zu den Backbeat-Modellen wird das Profil der Teppiche so deutlich flacher, weil die Spiralenenden  fast bündig mit den Endplättchen abschließen. Dass diese mit 0,5 Millimetern nur halb so dick sind wie jene der Backbeats – und auch der meisten Konkurrenzmodelle –, dürfte einen zusätzlichen klanglichen Effekt bewirken. Auch die Wicklung der Vintage-Teppiche ist etwas flacher, außerdem sind beim Backbeat-Modell nur zwei Reihen der Wicklung mit dem Endplättchen verlötet, bei den Vintage-Teppichen sind es drei. Hält man jeweils einen Teppich jeder Serie am Endplättchen vor sich in die Luft, fällt auf, dass die Vintage-Versionen starrer sind, der Teppich biegt sich also nicht so stark nach unten. Als optischer und konstruktiver Ausreißer kommt naturgemäß das breite 30er Backbeat-Geflecht daher, dessen Endplättchen zudem etwas schmaler als bei den anderen Modellen ausfallen. Auffällig ist, dass Canopus bei allen Teppichen auf die Führungskanäle der Befestigungsschnüre verzichtet. Apropos Schnüre: auch hier setzt Canopus auf eine eigene Lösung, bei welcher ein schwarzes Nylongeflecht einen Kern aus einer Art Fiber-Material umhüllt. Bei der Verarbeitungsqualität gibt es insgesamt absolut nichts zu bemängeln, alle Spiralen weisen annähernd die gleiche Spannung auf, die Verlötung ist glatt und gleichmäßig, und alle Endplättchen sind sauber entgratet. 

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