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2
17.08.2015

B.log - Darf es ein bisschen mehr sein?

Viele Mikrofone haben ist toll. Aber viele Monitore?

Hallo allerseits.

 

Ich war letztens in einem Studio, in dem ich mich gefühlt habe wie in einem HiFi-Laden. Nein, es gab dort keine Esoterik-Gadgets und auch keine D/A-Wandler für 12000 Euro, vielmehr waren es die weit über 30 Treiber, die mich angeblickt und somit für den Eindruck eines Lautsprecher-Vorführraumes gesorgt haben: Hochwertige Main Speaker, Midfields, zwei verschiedene Nearfields, ein 5.1, Auratones und richtige Billo-Schrotti-Speaker. Gegenbeispiele gibt es zuhauf, nämlich Studios, in denen genau zwei Speaker stehen, einer für Links, der andere für Rechts, fertig ist die Abhöre.

Und da hätten wir schon die besten Zutaten für einen weiteren Glaubenskrieg, wie schon beim Thema "DAW". Einerseits kann man natürlich davon ausgehen, dass man bei vielen verschiedenen Speakern, aus denen man wählen kann, Lautsprecher-Eigenschaften nicht mehr fälschlicherweise für etwas gehalten werden, was sich im Mix befindet . Andererseits gilt das natürlich nicht für den Abhörraum selbst, wenngleich sein Einfluss gerade bei Nahfeld-Monitoren geringer ist als bei großen Haupt-Abhören. Und, das gilt sehr extrem für die genannten Vorführräume, Speaker beeinflussen sich gegenseitig in enormem Maße, denn wenn in der Nähe eines Lautsprechergehäuses andere Membrane mit Luftvolumina dahinter aufgebaut sind, hat das Performance-Auswirkungen, die nicht zu vernachlässigen sind. An ein Boxenpaar kann man sich besser gewöhnen und sich "darauf einhören", wie ich finde. Außerdem kann man in diesem Fall richtig viel Geld für ein vernünftiges Paar und eventuell notwendige akustische Maßnahmen ausgeben, statt in mehrere Paare zu investieren. Und dann wäre noch die Möglichkeit zum akustisch und ergonomisch sinnvollen Aufbau… Ich benutze beispielsweise sehr klassische Nearfields mit zwei Wegen und ohne Firlefanz, als Alternativabhöre dient ein Elektrostaten-Kopfhörer. 

Wie sieht das bei euch aus? Sammelwut oder nüchterne Aufgeräumtheit?

 

Beste Grüße,

Nick Mavridis (Redaktion Recording)

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