Software
Test
3
26.04.2019

Praxis

Ausgepackt und losgelegt 

Naja, so einfach ist es nicht – denn so richtig intuitiv ist der Sequenzer mit seinen unterschiedlichen Modes und Doppelbelegungen leider nicht, genau wie der des Moog. Eine Aufschluss gebende Dokumentation oder ein Handbuch dazu sind auch nicht greifbar - erfahrungsgemäß ist solche Literatur bei Behringer ohnehin nicht detailliert.

Also heißt es fummeln, ausprobieren, stutzen, Aha-Momente erleben und doch wieder weiter rätseln. So richtig schlau bin ich bis zum Schluss nicht geworden. Fakt ist: Es gibt zwei Modes: Step und Keyboard. Im Step-Mode kann man Steps aktivieren und deaktivieren, Slide und Accents setzen sowie transponieren. Im Keyboard Mode kann man die Notenfolge direkt eingeben, allerdings nur, wenn der Sequenzer nicht läuft. Und aus den LED-Anzeigen wird man auch nicht richtig schlau.

Im Prinzip ist es genauso kompliziert wie beim Mother-32. Und bei aller Liebe für Vintage Synths: Ich finde solche Sequenzer umständlich, unzeitgemäß und verlange „Live-Write“. Man kann das Ganze aber auch inspirierend finden – it ain´t just my cup of tea.

Klang

Klanglich macht der Crave eine absolut solide Figur - typisch nach Moog klingt er für mich zwar nicht – meines Erachtens nach eher deutlich moderner, trotzdem aber warm und fett. Die Bässe sind jedenfalls äußerst druckvoll, das Filter zwitschert und schmatzt - was will man mehr für 149,- Euro? Vielleicht etwas mehr Charakter, Charakter wie ihn ein Korg Volca Bass oder der Behringer Model D zum Beispiel haben. Aber auch das ist Geschmackssache.

Besonders viele klangliche Möglichkeiten hat man trotz der vielen Patchpunkte dennoch nicht. Es ist eben kein West-Coast-Design und die meisten sinnvollen Verknüpfungen sind schnell abgefrühstückt. Klar, die Möglichkeiten auch das Sequenzer-Tempo via CV zu steuern, sind wild und bieten verrückte Sounds – wie man das musikalisch verwerten will, muss man allerdings an anderer Stelle herausfinden.

Für mich ist der Crave demnach ein tolles Spielzeug und mit anderen Spielzeugen toll kombinierbar – allerdings sind achtmal 149,- Euro auch 1.192,- Euro und für die erhält man bereits einen „richtigen“ Synth, wie beispielsweise den Novation Peak. Aber das nur am Rande. Der Crave klingt fett, setzt sich sehr gut durch und macht ordentlich Druck. Ein Top-Synth für wenig Geld also, aber hört lieber selbst!

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare