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16.11.2011

BASS-DRUM

Kommen wir nun zum größten Instrument des Drumsets, der Bass-Drum... oder wie man in Köln auch sagt „d´r dicke Trumm“ (hochdeutsch: „die dicke Trommel“).  Auch hier haben wir euch zunächst den entsprechenden Auszug aus dem Video-Clip anzubieten.

Video-Clip - Die Bass-Drum

Die Bass-Drum wird meist im Inneren der Trommel mikrofoniert. In der Regel verfügt das Resonanzfell über ein Loch, durch das man wunderbar ein Mikrofon schieben und vor dem Schlagfell positionieren kann. Verwendet hier auf jeden Fall ein spezielles Bassdrum-Mikrofonstativ – dieses ist sehr niedrig und kann so sehr einfach vor die Trommel gestellt werden. Für die Mikrofonierung im Inneren der Trommel vor dem Schlagfell verwenden wir ein dynamisches Mikrofon (z.B. AKG D112 oder Electro-Voice RE-20). Natürlich ändert sich der Klang auch hier wieder mit dem Abstand des Mikros zum Schlagfell – je näher ihr herangeht, desto attackreicher wird euer Sound. Entfernt ihr euch vom Fell, wird er voluminöser und bauchiger.

Da jede Trommel eigene Resonanzeigenschaften besitzt, müsst ihr auf jeden Fall von Bass-Drum zu Bass-Drum ein wenig experimentieren. Entfernt ihr euch mit dem Mikro zu weit vom Schlagfell, gelangt ihr also zu weit in Richtung Trommel-Mitte, kann es ganz schnell „dröhnig“ oder zu bauchig klingen. Der Standard-Abstand liegt in einem Bereich zwischen 5-10 cm. Geht nicht zu nahe (2 cm) ans Schlagfell heran, denn manche Drummer stimmen ihr Schlagfell extrem tief, so dass sich das Fell bei einem beherzten Tritt der Fußmaschine schon mal extrem nach innen wölben kann.

Der nächste Aspekt, der Einfluss auf den Sound nimmt, ist die Ausrichtung des Mikros zum Schlägel der Fußmaschine. Richtet ihr das Mikrofon direkt auf den Schlägel, erhaltet ihr einen sehr höhenreichen Attack, der sehr durchsetzungskräftig ist, aber manchmal eben auch unangenehm sein kann. Geht ihr mit dem Mikro weiter in Richtung Kesselrand (auch hier bitte nicht extrem an den Kesselrand, sondern eben nur in die Richtung), wird der Attack wärmer.

So, um den Attack der Bass-Drum hätten wir uns nun gekümmert. Und für Live-Anwendungen reicht das auch völlig aus. Im Studio möchte man aber meistens differenzierter Einfluss auf den Klang der Bass-Drum nehmen und vielleicht noch etwas mehr Tiefbass und „Körper“ der Trommel zur Verfügung haben. Das erreicht man, indem man ein zweites Mikrofon einsetzt und dieses vor das Resonanzfell, oder vor oder genau in das Loch im Resonanzfell stellt. Vor dem Fell verwendet man ganz häufig Großmembran-Kondensatormikrofone, vor dem Loch oder darin werden eher dynamische Mikros verwendet. Wenn ihr mit diesem zweiten Mikro in der Höhe des Resonanzfell-Lochs experimentiert, müsst ihr unbedingt darauf achten, dass die Luftströmungen, die bei jedem Bassdrum-Tritt aus dem Loch kommen, nicht als störende Luft-Geräusche über das Mikro übertragen werden. Hier sind es meist nur wenige Zentimeter, die man das Mikro verstellen muss, um diese Störgeräusche loszuwerden. Ein ganz guter Abstand für das Mikro vor dem Resonanzfell sind 10-15 cm. Nun hat man sehr gute Eingriffsmöglichkeiten auf den Bassdrum-Sound – den Attack holen wir uns über das Mikro im Inneren der Trommel, das wir ziemlich nah am Schlegel positionieren, den fehlenden Tiefbass mixen wir über das zweite Mikro vor dem Resonanzfell dazu – so kann jeder nach seinem Geschmack das Verhältnis zwischen Attack und Bass (Volumen) bestimmen.

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