Test
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08.06.2016

Auratone Super Sound Cubes 5C Test

Passive Studiomonitore

Amtliches Mittelmaß

Die Auratone Cubes sind legendär. Spätestens seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zieren die kleinen Würfelchen zahlreiche Mixkonsolen großer Studios.

Sie klingen als Breitbandlautsprecher höchstens unaufgeregt, gelten aber als Referenz für Tante Berthas Küchen- und Onkel Georgs Autoradio. Wenn es auf den Auratones gut klingt, hat man gewonnen - heißt es. Wir haben uns angehört, was das aktuelle Modell taugt.

Details

Beim Auspacken ist Staunen angesagt: Die beiden Lautsprecherwürfel mit etwa 15 Zentimetern Kantenlänge wiegen stattliche 2,5 kg pro Stück. Für passive Monitore mit lediglich einem 4,5" Woofer ist das bemerkenswert. Mein Testpärchen versprüht dank Holzlaminat dezenten Retrocharme, man kann die 5C aber auch ganz in Schwarz bekommen. Auf der Rückseite gibt es zwei Schraubterminals für die Lautsprecherkabel, und zur zweifelsfreien Produktidentifikation prangt vorne das ovaloide Auratone-Logo. Die Membrane des Treibers scheint aus Pappe gefertigt, was aber beileibe kein Nachteil sein muss. Die Verarbeitung der aus Sperrholz gefertigten Boxen ist über jeden Zweifel erhaben.

Der Hersteller nennt einen Frequenzgang von 75 - 15.000 Hertz, ohne allerdings die maximale Abweichung von der Ideallinie anzugeben. Da darf man gerade im Bassbereich gespannt sein. Die Auratones vertragen eine Dauerlast von 25 Watt und stellen dem Verstärker eine Nennimpedanz von acht Ohm entgegen. Für das Pärchen, made in USA, möchte der freundliche Musikalienhändler 440 Euro sehen.

Wie eingangs angedeutet, gibt es die Auratones bereits seit den Sechzigern, damals schon in Würfelform. Sie standen tatsächlich links und rechts auf den großen Analogkonsolen und dienten der "Realitätsprüfung‟ eines Mixes. Damals waren Mid- oder Nearfield-Monitore weitestgehend unbekannt und man mischte über große Studiomonitore im Einbauschrankformat. Um sicherzustellen, dass das Ganze auch in Onkel Georgs Familiendroschke akzeptabel klang, bemühten die Engineers die Auratones. Die Legende will es, dass diese Boxen eben genauso, sagen wir, bemerkenswert klangen wie handelsübliche Autolautsprecher - oder eben Tante Berthas Küchenradio. In späteren Jahren gelang Yamaha mit den NS-10 eine ähnlich faszinierende Referenz für durchschnittlichen Klang.

Vor meinem ersten Probehören ist ein wenig Bewegung angesagt. Eine Endstufe habe ich nämlich seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr im Studio einsetzen müssen. Also geschwind in den Keller geeilt, um das eingelagerte Exemplar von Alesis zu entstauben. Schade, die hatte ich ja vor Jahren gleich an wen nochmal verliehen? Egal, dann nehme ich eben den Soli-State-HiFi-Vollverstärker von Pioneer. Der wiegt auch 10 kg. Zurück im Studio freue ich mich über weitere Treppenstufen, denn ich habe das Lautsprecherkabel vergessen - Fitness-Programm für Audio-Menschen.

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