Workshop
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06.07.2015

Crashkurs #3: Audio-Editing in Apple Logic Pro X

Workshop: Apple Logic Pro X für Einsteiger #3

Nachdem wir im zweiten Teil dieses Workshops auf die MIDI-Programmierung eingegangen sind, widmen wir uns nun der Bearbeitung von Audiomaterial. Logic Pro X bietet jede Menge Features, um beispielsweise falsch eingespielte Aufnahmen auszubessern. Das sogenannte „Editing“ von Audioregionen erfolgt für gewöhnlich nach dem Recording oder sogar noch beim Arrangieren eines Songs. Die Bearbeitung von Audioregionen ist ein wesentlicher Bestandteil im Produktionsprozess und steht in diesem Teil des Workshops im Fokus.

Viele Profis arrangieren die Drum-Sektion mit Audio-Schnipseln, anstatt MIDI-Noten zu programmieren. Besser noch: Künstler wie „Fatboy Slim“ oder „The Prodigy“ arrangierten beinahe komplette Songs wie „The Rockafeller Skank“ oder „Smack My Bitch Up“ aus Samples anderer Songs. Auch hat man mit Audio-Regionen andere Möglichkeiten der Bearbeitung, als es mit MIDI-Regionen der Fall ist. Mal eben ein ausklingendes Crash-Becken mit einem kleinen „Fade-Out“ zu verkürzen, ist im Gegensatz zur Bearbeitung mit ADSR-Hüllkurven eines Samplers im Handumdrehen geschehen. Zudem belastet die Verwendung von Samplern und anderen Klangerzeugern den Computer weitaus mehr als das Abspielen einer Audio-Region, die sich direkt im Projekt befindet. Daher werden MIDI-Regionen oftmals vor dem Mixdown des Songs in Audio-Regionen umgewandelt, um genug Rechenleistung für die Effekt-Plug-Ins verfügbar zu haben.

Details & Praxis

Import von Audiodateien

Um mit der Bearbeitung von Audio loszulegen, importieren wir zunächst einmal Audiodateien in unser Projekt. Neben dem einfachen Import per Drag & Drop aus dem Finder in das Arrangier-Fenster ist die beste Möglichkeit, über den „Medienbrowser“ mehrere Audiodateien gleichzeitig in das Projekt zu laden. Übrigens: Die kostenlosen Roland TR-808 Samples, die ich im folgendem Video verwende, könnt ihr euch hier herunterladen -> Freeware-Testbericht zum Thema 808-Samples.

Cuts, Fades & Snap-Modi

Audiodateien lassen sich schneiden, ausblenden und vieles mehr. Um euch zu zeigen, welche Werkzeuge sich zum Editieren von Samples am besten eignen und wie ihr die Snap-Modis nutzt, um die Samples am besten in euren Songs zu platzieren, habe ich folgendes Video vorbereitet.

Beat bauen mit Audiodateien

Die Drum-Samples befinden sich jetzt im Projekt und warten nur darauf, an eine Stelle des Songs geschubst zu werden. Anders als bei der Programmierung von MIDI-Noten erstellen wir keine Region, da durch den Import in das Arrangier-Fenster die Samples automatisch als Regionen dargestellt werden. Los geht’s mit unserem Beat aus Audio-Samples!

Bounce in Place

Zum weiteren Arrangieren bedienen wir uns wieder der MIDI-Programmierung und zeichnen uns eine Synthesizer-Lead-Spur. Um die Ressourcen des Macs zu schonen und uns die Möglichkeiten der Audiobearbeitung nützlich zu machen, „wandeln“ wir die MIDI-Spur in eine Audio-Spur um. Dazu verwenden wir Bounce in Place; zu finden in Logic unter Ablage → Bouncen → Regionen auf Speichermedium, oder mit der Tastenkombination CTRL+B. 

Hierbei wird die selektierte Region wahlweise mit oder ohne Insert-Effekten exportiert und als Audiospur in unser Projekt an der gleichen Stelle wieder eingefügt. Die originale MIDI-Spur kann entweder gelöscht, mit „mute“ stumm geschaltet, oder belassen werden.

Flex-Werkzeug: Audiodateien an den Song anpassen

Manchmal verwendet man beim Arrangieren nicht nur einzelne Drum-Samples, sondern ganze Loops, die einen Rhythmus oder ein Instrumenten-Pattern beinhalten. Der Loop, welcher uns am besten gefällt, passt nur selten zufällig zur Geschwindigkeit unseres Songs. Auch kann es gerne einmal vorkommen, dass Musikern beim Recording Timingfehler passierten und wir diese nun korrigieren möchten. 

Genau hier kommt das Flex-Werkzeug zum Einsatz: Die Audiodaten werden in sogenannte „Grains“ zerlegt. Einzelne Noten oder Drum-Schläge können dann im Timing - und mit Flex-Pitch auch an die Tonhöhe - angepasst werden. In diesem Beispiel konzentrieren wir uns aufs Timing. Daher verwende ich das Flex-Werkzeug, um einen Shaker-Loop an das Songtempo anzupassen.

Regionen in Sampler-Spur konvertieren

Anstatt MIDI in Audio umzuwandeln, können wir auch andersherum Audio in einen Sampler importieren. Würden wir den gesamten Loop einfach einer Note des Samplers zuweisen, würde immer der ganze Loop abgespielt werden. Logic hat hierfür eine praktische Funktion mit dem Namen „Regionen in neue Sampler-Spur konvertieren“.

Hierbei kann der Loop beispielsweise anhand seiner Transienten geschnitten und über die Klaviatur des Samplers verteilt werden. Ab hier kann der Loop mit den MIDI Noten neu zusammengesetzt werden. So entsteht aus denselben Sounds ein neuer Groove oder auch eine neue Melodie. Eine ähnliche Technik wird schon seit je her in HipHop-Songs verwendet. Wie das funktioniert, zeige ich euch in folgendem Video. Außerdem lernt ihr hier die sogenannten Apple-Loops kennen.

Mit diesen Werkzeugen habt jede Menge Möglichkeiten, euer Audiomaterial zu bearbeiten. Jetzt fehlt natürlich noch ein wichtiger Schritt, um unsere Songs zu vollenden, der Mixdown.

Welche Möglichkeiten Logic euch zum Abmischen eurer Songs bietet und wie ihr den Mixer bedient, erfahrt ihr im nächsten Teil dieses Workshops.

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