Hersteller_AudioTechnica
Test
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15.12.2016

Praxis

Warmer Grundsound mit schmeichelnden Höhen

Vorab: Das Audio-Technica AT4060a klingt wirklich toll! Das Mikrofon zeichnet sich durch einen angenehm warmen Grundklang aus, der eindeutige Assoziationen mit der Vintage-Ära hervorruft und ein solides und gewichtiges Fundament bildet. Eine zwar deutlich spürbare, aber nicht überzogene Anhebung der hohen Mitten und Höhen, die ab etwa 2 kHz allmählich einsetzt, sorgt zusätzlich für einen präsenten und detaillierten Sound, ohne dabei potenziell unangenehme Anteile besonders herauszukehren. Das Mikrofon klingt mit seinen smoothen Transienten auch bei aggressiveren Schallquellen fast immer rund, und man muss sich wirklich bemühen, es zum „Gifteln“ zu bringen.

Ein gewisser charmanter Charakter ist dabei durchaus erkennbar, wobei das AT4060a seinen klanglichen Stempel nicht zu tief in das Signal drückt. Bei Gesangsaufnahmen wird es in den meisten Fällen hervorragende Ergebnisse mit „larger than life“-Qualitäten abliefern, und auch bei der Aufnahme einer akustischen Gitarre oder in anderen Situationen, in denen eine Schallquelle dick und weich, aber dennoch präsent abgebildet werden soll, wird das Mikro einen guten Job machen. Man kann das AT4060a also durchaus als einen gelungenen Röhren-Allrounder bezeichnen.

Im direkten Vergleich zum ursprünglichen AT4060 (ohne „a“) lässt sich das enge Verwandtschaftsverhältnis der beiden Mikrofone durchaus erkennen. Allerdings zeigt die Neuauflage noch ein wenig mehr Glanz in den Höhen und klingt etwas frischer, was mutmaßlich auf das Konto der neuen Membran geht. Der Raumanteil in den Aufnahmen kommt minimal deutlicher zur Geltung als beim alten AT4060, man kann aber in beiden Fällen von einer weitgehend geschlossenen Niere sprechen, die sich vorrangig auf das konzentriert, was vor der Kapsel passiert. Das ebenfalls in den Vergleich mit einbezogene Brauner Valvet X präsentiert sich in den Höhen etwas zurückhaltender, klingt im Gegenzug ein Stück dicker und bringt einen etwas ausgeprägteren Röhrencharakter mit ins Spiel – kostet aber auch um die Hälfte mehr. Verstecken muss sich unser Testkandidat hier in keinem Fall, und es handelt sich in beiden Fällen um sehr gute Mikrofone.

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