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Test
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10.12.2019

Praxis

Sound: Spacestation V3

Ich schließe verschiedene Keyboards und Synthesizer an die V3 an und lausche aufmerksam. Anfangs lasse ich die Finger von der Width-Control und höre mir erst mal alles über den Front-Lautsprecher in Mono an. Und ich muss zugeben – die Spacestation V3 klingt auch so schon wirklich gut. Der Sound ist rund und warm. Trotzdem ist alles ziemlich linear und strukturiert, ohne Betonung einzelner Frequenzbereiche. So erklärt sich vielleicht auch, weshalb kein umfangreicher EQ verbaut wurde. Der ist schlichtweg nicht nötig. Denn die beiden Speaker-Contour-Optionen färben den Klang eher ein bisschen ein, ganz dezent, was ich als absolut angenehm und ausreichend empfinde. Die Bass-Wiedergabe ist nicht schlecht, aber bei dem 8‘‘-Woofer nach unten hin natürlich begrenzt. Wer mehr Bass möchte, sollte über einen Sub-Woofer nachdenken. Den gibt es auch im Bundle mit der V3. Diese Lösung empfiehlt sich, wenn die Spacestation eher, oder auch als PA eingesetzt werden soll.

Dann aktiviere ich die Center-Point-Stereo-Technologie und staune nicht schlecht. Das klingt wirklich phantastisch. Dass das Signal auf 300-Grad gestreut wird, kann ich absolut bestätigen. Egal, wo ich mich innerhalb dieses Feldes platziere, ich höre ein breites Stereo-Signal. Darüber hinaus klingen die meisten Sounds mit aufgedrehter Width-Control einfach wesentlich besser. Bei akustischen Pianos finde ich den Effekt nicht ganz so überzeugend. Aber bei E-Pianos, Synth-Pads und Orgel-Sounds entsteht dagegen ein absolutes Klangerlebnis. Jeder Sound, der sich bewegt, klingt bei der Spacestation wesentlich lebendiger und direkter. Teilweise fallen mir Details auf, die ich früher nie gehört hatte. Das hat auf jeden Fall Suchtfaktor!

Die insgesamt 280 Watt Leistung reichen definitiv, um sich in einer Bandprobe gegen Gitarre und Schlagzeug durchzusetzen. Auch kleinere Bühnen sollten mit der Spacestation V3 ausreichend beschallt werden können. Falls gegen eine Brass-Sektion angekämpft werden muss, oder eine größere Location beschallt werden soll, wird man logischerweise irgendwann an die Grenzen der Leistung stoßen.

Sound: Spacestation XL 

Im Grundklang sind die beiden Spacestations fast identisch. Auch die XL-Version überzeugt durch einen runden und ausgeglichenen Sound. Das eine zur Verfügung stehende EQ-Band ist aber kein purer Rückschritt in der Ausstattung, wie zuerst vermutet. Denn die HFQ-Funktion wirkt sich hier völlig anders auf den Klang aus, als bei der V3. Der Klang wird hier wesentlich intensiver verändert und diese Option ist weniger als EQ, denn als Tonal-Control zu verstehen. Es werden nicht einfach nur die Höhen hervorgehoben. Der komplette Klang verändert sich und klingt brillanter und luftiger, quasi aufgehellt. Die Funktion wurde also auf das Gerät angepasst. Und auch die Bass-Wiedergabe ist natürlich deutlich anders. Der 12‘‘ Woofer liefert Bass satt, bis runter in den zweistelligen Hertz-Bereich. 

Die Center-Point-Stereo-Technologie wirkt sich bei der Spacestation XL noch ein bisschen stärker aus, schließlich haben wir ja auch zwei seitliche Lautsprecher. Deshalb bestätigt sich auch hier das Firmenversprechen einen Stereo-Effekt mit nur einer Box zu erhalten, und das fast unabhängig von der Hörposition. Die Bedienung ist bei der großen Version zusätzlich einfacher, da sich alle Regler dieses Mal an der Vorderseite befinden..

Was die Leistung anbelangt, legt die Spacestation XL natürlich noch mal ordentlich eine Schippe drauf. Insgesamt 700 W sorgen auch in größeren Räumen - und bei vielen Band-Mitgliedern -  für die akustische Durchsetzung des Keyboarders. In einem üblichen Proberaum-Szenario wird man mit dieser Leistung auf keinen Fall Probleme bekommen. Der Einsatz als PA ist bis zu einer bestimmten Raumgröße zudem mehr als realistisch.

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