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29.06.2018

Arturia 3 Preamps und 3 Filters Arturia 3 Preamps You'll Actually Use Test

Preamp- und Filter-Emulationen

3 Filter und 3 Preamps zu je einem Bundle geschnürt!

Die Emulationsspezialisten von Arturia haben ihr Software-Portfolio mit virtuellen Nachbildungen beliebter Preamps und Filter herausgebracht und auch gleich zu zwei Bundles geschnürt. Das Preamp-Bundle enthält die drei Preamp-Emulationen Neve 1973, Telefunken V76 und Trid-A. Als Filter wurden die Module beliebter Synths von Moog, SEM und Oberheim nachempfunden. Mittels TAE (True Analog Emulation) werden Schaltkreise der Hardware detailreich emuliert, was präzise Software-Klone ermöglichen soll.

Dass die französischen Entwickler mit Synthesizer-Nachbildung relativ dicht an den originalen Instrumenten sind und zusätzlich nützliche Features hinzufügen, haben sie in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Mit den Preamps und Filters werden zum ersten Mal auch Effekte emuliert. Ob das gelungen ist und wie sich die Neve-Nachbildung 1973-Pre im Vergleich zum AMS Neve 1073 SPX sowie zu den Hardwareklonen Warm Audio WA-73 und Heritage Audio Elite HA-73 klingt, haben wir in diesem Praxistest herausgefunden.

Details

 

1973-Pre

Beim 1973-Pre handelt es sich um den recht ähnlich klingenden Solid-State 1073 Preamp von Rupert Neve. Wie beim Vorbild ist neben dem markant-roten Input-Gain auch der 3-Band-Equalizer mit 12 kHz High-Shelving, schaltbarem Bell-Mittenband, Low-Shelving und Low-Cut mit dabei. Der EQ lässt sich bypassen und die Phase ist umkehrbar. Wer Arturia Emulationen kennt, weiß, dass niemals nur nachgebildet wird, sondern auch immer Zusatzfeatures addiert werden. Leider hat man sich beim EQ auch an die originalen Eckfrequenzen gehalten und keine weiteren hinzugefügt, wie es bei analogen Nachbildungen à la Warm Audio der Fall ist. Im Vergleich zum Vorbild kann man allerdings den Stereo Mode zwischen L/R auch M/S umschalten, was den Preamp auch als Mix- und Mastering-Tool interessant macht, um Mitten- und Seitensignale getrennt voneinander zu regeln. Hinzu kommt die Möglichkeit zwischen zwei Überträgern umzuschalten. Im Laufe der Zeit wurden in den originalen Neve-Geräten verschiedene Überträger verwendet: Carnill und Marinair. Arturia hat aber nicht – wie man vermuten könnte – beide Varianten nachgebildet. Bei Type 1 handelt es sich um die Marinair-Überträger und bei Type 2 um eine von Arturia entwickelte „Neuentwicklung“, wie es im Manual betitelt wird.

 

 

TridA-Pre

Der TridA-Pre ist die virtuelle Nachbildung der Vorverstärker, die ursprünglich in den Trident A-Range Mischkonsolen verbaut wurden. Wie auch der Neve 1073 sind diese mittlerweile auch als 1-Kanal-Preamps erhältlich. Auch in der Emulation ist der 4-Band-EQ dabei: Sein Markenzeichen sind die fest definierten High- und Low-Pass-Filter mit Wahlschalter und die Bell- und Shelving-Filter, die sich mit den markanten Gain-Fadern um bis zu 15 dB anheben oder senken lassen. Auch beim TridA-Pre hat Arturia bis auf das M/S-Feature die originalen Funktionen nicht erweitert.

 

 

V76-Pre

Dritter im Bunde ist die Reproduktion des Telefunken V76 Preamps kombiniert mit einem V612 EQ. Der V76 ist ein mit vier Röhren ausgerüsteter Nachkomme des V72, welcher in den REDD-Konsolen der Abbey Road Studios London verbaut wurde. Die V612 EQs sind mit ihren „Drehrad“-Potis deutlich erkennbar. Sie sind bekannt für musikalisch arbeitende Shelving-EQs, für Bässe und Höhen. Was es im Original nicht gibt, ist das Lowcut-Filter, mit dem sich bei 80 Hz, 300 Hz und – für einen extremeren Effekt – 80 und 300 Hz gleichzeitig entziehen lassen. Wie bei den anderen Preamps des Arturia-Bundles sind auch beim V76-Pre Phasenumkehrung, M/S-Mode und Output-Trim mit dabei – das gibt’s beim Original nicht.

Mini-Filter

Als Vorlage des Mini-Filters diente das Moog Ladderfilter. Dabei handelt es sich um ein Tiefpassfilter mit 24 dB/Oktave. Zu den obligatorischen Cutoff (Filterfrequenz) und Emphasis (Filterresonanz) besitzt es einen Dry/Wet-Regler sowie einen Drive-Parameter, mit dem sich das Filter mit Sättigung anreichern lässt. Das Besondere am Mini-Filter sind seine umfangreichen Modulationsmöglichkeiten, bestehend aus drei Modulen, die sich untereinander modulieren lassen: Step Sequencer, Envelope Follower und LFO. Mit Letztgenanntem lassen sich Filterfrequenz, Resonanz und Modulationsstärke des Step Sequenzers modulieren. Der Step Sequencer selbst kann in bis zu acht Steps ebenfalls Filter und Resonanz sowie zusätzlich die LFO-Rate modulieren. Ein zusätzlicher Envelope Follower nutzt die Lautstärkeverläufe des anliegenden Signals, um daraus eine Hüllkurve zu genieren, mit welcher sich wiederum Filter und LFO-Rate mit Intensität, Attack und Decay justieren lassen.

 

SEM-Filter

Das SEM-Filter ist ein Multimode-Filter, das wie beim originalen Synthesizer Oberheim SEM wahlweise als Tiefpass, Hochpass, Bandpass oder Notch arbeitet. Zwischen Tiefpass, Hochpass und Notch kann stufenlos ineinander übergeblendet werden, was sich mit den zusätzlichen AHD-Hüllkurve, LFO und einem 2x16-Gate-Sequenzer kombinieren lässt. Letztgenannter bestimmt, wann die Hüllkurve bzw. der LFO getriggert werden. Mit der direkt darunterliegenden 2x8-Matrix wird festgelegt, mit welcher Intensität LFO bzw. Hüllkurve die Filterfrequenz, Resonanz, Filtertyp, LFO-Geschwindigkeit und Noise-Level modulieren. Über das eigentliche Filter hinaus gehört nämlich ein Noise-Generator zum Plug-in dazu. Dieser erzeugt passend zum anliegenden Signal weißes Rauschen und kann darüber hinaus auch ohne Signal als Noise-Generator/Filter-Kombination genutzt werden. In Verbindung mit dem Filter und dem Sequenzer sind also aufwendige Filtersequenzen möglich.

M12-Filter

Letzter im Filter-Bundle ist das M12-Filter, ein Multimode-Filter, basierend auf dem Matrix-12 von Oberheim. Das Plug-in besitzt zwei Multimode-Filter, die seriell oder parallel genutzt werden können. Diese verfügen über 15 Filtertypen und separate Panorama-Regler. Die beiden Filter können individuell reguliert und moduliert werden. Wie beim Arturia Matrix-Brute können beide Filter auch gleichzeitig reguliert werden. Zur Modulation stehen drei Hüllkurven bereit, die sich frei regulieren und synchronisieren lassen. In einer 5x8-Mod-Matrix können neben den drei Hüllkurven auch ein Zufallsgenerator sowie ein Oszillator als Quellen zur Modulation genutzt werden, um Filterfrequenzen und Lautstärken zu modulieren.

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