Hersteller_Allen&Heath
Test
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30.05.2014

Praxis

Die Phono-Eingänge verbinde ich mit meinen SL-1210 M5G und einen der beiden Line-Eingänge mit einem CD-Player. Die Beschallung der Genelec Aktivboxen erfolgt via XLR. Mein weiteres Testbesteck ist ein Korg Kaoss Pad als externes Effektgerät, ein Shure SM58 Mikrofon und ein Sennheiser HD25. Dann noch schnell das Netzteil mit dem Kaltgerätekabel zusammenstecken und die beiden Enden an den Mixer und die Steckdose anschließen und es kann losgehen. Nach dem Einschalten signalisiert mir der Mixer seine Betriebsbereitschaft, indem er alle beleuchteten Elemente einmal durchläuft.

Zunächst überprüfe ich den Kopfhörerausgang. Mein Eindruck: druckvoll, rauscharm und verzerrungsfrei. Damit fährt der XONE:23 einige wichtige Wertungspunkte ein. Ein noch größeres Interesse weckt das Mastersignal: Im Leerlauf ist kaum Grundrauschen zu vernehmen, mit einem Vinyl-Signal beschickt ist der Sound linear, dynamisch und klar. Bei einem Headroom von +20 dB (Studiostandard) und für einen Mixer dieser Preiskategorie „ganz großes Ohrenkino“. Beeindruckend.

Beim Öffnen des Up-Faders fällt mir eine gewisse Schwerfälligkeit auf. Mag sein, dass dies auch irgendwie Geschmackssache ist, denn manch einer mag einen hohen Gleitwiderstand zum smoothen Einblenden, der andere bevorzugt einen leichtgängigen Fader, den er schnell aufziehen kann. Viel wichtiger ist mir jedoch der Gleitwiderstand des Crossfaders. Das hier verbaute Modell flutscht zwar recht leichtgängig über die Regelstrecke, aber da der Proband ja bereits für den Umbau auf einen Innofader vorbereitet ist, sollte man meiner Meinung nach ruhig ein paar weitere Euro für dieses Tuning berappen. Wieso? Nun, auch die Crossfader-Kurve beeinflusst maßgeblich den Erfolg der Fader-Cuts im Scratcher-Leben. Der Testkandidat bietet mir diesbezüglich zwei Modi an, und zwar einen weichen für das sanfte Überblenden von Track zu Track und einen zweiten, harten Modus. Im Scratch-Mode gelingen messerscharfe Cuts allerdings nur, wenn es die Flankensteilheit der Fader-Curve zulässt und hier ist die Klinge des XONE:23 leider etwas stumpf, denn der Fader öffnet erst nach circa zwei Millimetern, was im Vergleich zu manch anderen Battlemixern zu spät ist. Hier dürfte das Innofader-Tuning dann Abhilfe schaffen.

Mit dem dreifarbigen Level-Meter lassen sich die Cue-Signale der beiden Kanäle optisch bestens angleichen, sofern an jedem Channel nur ein Signal anliegt. Sind beide Inputs am Kanal aufgerissen, summieren sich die Pegel, allerdings lassen sich diese nicht separat am LED-Meter anzeigen, wodurch ein Nachjustieren der Verstärkung für Input 1und 2 beziehungsweise 3 und 4 nur akustisch möglich ist. Ein Umschalter wäre hier die Lösung. Ebenfalls vermisse ich auch einen Switch für die Phono-Line-Umschaltung, denn so könnte man beispielsweise auch beim Auflegen mit einem DVS-System wie Serato DJ oder Traktor Scratch alle Kanäle belegen. Immerhin senden die Turntables über den DVS-Amp Line-Signale und somit bleiben die Phono-Eingänge dann unbelegt.

Beim Mixen fordern mich die Tiefen-, Mitten- und Höhenregler des Dreiband-EQ zu einem Schraubduell heraus, einerseits in Bezug auf ihre tolle Haptik, andererseits was meinen „Spieltrieb“ angeht, denn die Kill-EQs löschen die einzelnen Bänder der jeweiligen Frequenzen komplett aus. Getoppt wird dies vom Hoch- und Tiefpassfilter mit seinen Frequenz- und Resonanzreglern, mit denen selbst bizarre Sounds generiert werden können. Ist das HPF oder LPF jedoch über die Filter-Taste am Kanal aktiviert, lässt sich ein leichtes Grundrauschen nicht leugnen, das vor allem bei einem komplett gefilterten Signal auffällt. Im Eifer des Gefechts sollte man auch tunlichst darauf achten, welche Einstellung der Frequency-Regler gerade einnimmt, schließlich wirkt ein Highpass bei 20 Hz nicht, der Lowpass dagegen filtert das Signal komplett. Daher ist beim schnellen Umschalten zwischen den beiden Varianten stets die Frequenzeinstellung zu kontrollieren.

Wer seine Musik nicht nur durch ein Filter jagen, sondern weiteren Einfluss auf den Sound nehmen möchte, dem steht der „FX Loop“ zum Einschleifen externer „Klagveredler“ zur Verfügung. Der Filter-Button sendet, so aktiviert, das Signal des jeweiligen Kanals an den Effektor. Dazu muss ich lediglich den Send-Ausgang mit dem Eingang meines Effekt-Gadgets „Korg Kaoss Pad“ verbinden, dessen Ausgang den modifizierten Sound über den Return-Eingang ins Pult zurücksendet. Ein Hieb auf die Taste EXT-ON schaltet den Effekt schließlich zu.

Zum Schluss komme ich noch kurz auf den Mikrofonkanal zu sprechen, der leider nur im XLR-Format und nicht als Klinkeneingang vorliegt, meiner Stimme aber dank der getrennten Höhen- und Tiefenregelung von plusminus 10 dB ausreichend Spielraum für verschiedene Klangnuancen liefert. Auf eine Talkover-Funktion wurde hier verzichtet, was mein Gesamtfazit aber in keiner Weise beeinträchtigt. Doch bevor es soweit ist, möchte ich noch erwähnen, dass in Kürze ein XONE-Modell mit der Bezeichnung „23C“ erhältlich sein wird, das mit einer integrierten USB-Soundkarte nebst DJ-Software (Mixvibes LE) aufwartet und mit einem potenziell verlinkten XONE:K2-Controller interagieren kann. Es dürfte allerdings auch gut 100 Euro teurer sein.

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