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13.02.2017

5 Fingerübungen, die jeder Gitarrist kennen sollte

Fingerübungen zur Koordination von linker und rechter Hand

Sie klingen nicht unbedingt sehr melodisch, können Zuhörer nerven und machen auch nicht unbedingt großen Spaß. Aber ohne sie bleibt so manche Spieltechnik auf der Strecke und so manches Lick mangels Fingerfertigkeit ungespielt. Die Rede ist von Fingerübungen, die für den Gitarristen etwa den Stellenwert haben sollten wie das Lauftraining für den Fußballer oder das Sparring für den Boxer.

Wir haben die fünf wichtigsten für euch zusammengestellt, die nicht nur für geschmeidiges Greifen sorgen, sondern auch für eine saubere Intonation und für Sicherheit beim Navigieren auf dem Griffbrett.

Bevor es ans Eingemachte geht, könnt ihr euch diese fünf Basis-Übungen hier ansehen und anhören.

Die kompletten Noten und Tabs für den Workshop stehen hier zum Download bereit:

Übung 1: Vier-Finger-Kombinationen

Den Start macht eine recht nüchtern klingende Übung, die aber die Koordination jedes einzelnen Fingers gleichmäßig trainiert. Der Zeigefinger bleibt liegen und die restlichen vier Finger durchspielen alle möglichen Kombinationen, sechs an der Zahl.

  • A 1234
  • B 1243
  • C 1324
  • D 1342
  • E 1423
  • F 1432

Jede Tonfolge sollte erst einmal bei entspanntem Tempo mehrfach wiederholt werden. Nehmt euch eine Saite und einen Start-Bund für den Zeigefinger und greift mit den anderen Fingern jeweils einen Bund weiter. Das könnte dann folgendermaßen aussehen:

Diese Übung lässt sich natürlich steigern, zum Beispiel, indem ihr einen Bund überspringt oder mit einem Finger auf einer anderen Saite greift. Hier sind einige Möglichkeiten mit Kombination A und B, die anderen sollten dann entsprechend gespielt werden.

Übung 2: Tonleiter in Terzen

In dieser Übung wird eine A-Dur-Tonleiter in Terzen gespielt. Die Tonfolge sieht so aus:

1 - 3 - 2 - 4 - 3 - 5 - 4 - 6 etc.

Das Ganze funktioniert natürlich auch mit allen anderen Tonleitern.

Übung 3: Tonleiter in Vierergruppen

Jetzt wird die A-Dur-Tonleiter in Vierergruppen gespielt, was folgendermaßen aussieht:

1 - 2 - 3 - 4 - 2 - 3 - 4 - 5 - 3 - 4 - 5 - 6 etc.

Auch diese Übung kann mit anderen Tonleitern gespielt werden.

Übung 4: String Skipping

Bei der nächsten Übung steht das Saiten-Überspringen (String Skipping) im Fokus. Es wird eine E-Dur Tonleiter in der sechsten Lage gespielt, abwechselnd mit einer leeren E-Saite auf den Und-Zählzeiten.

Diese Trainingseinheit lässt sich natürlich auch modifizieren und etwas schwieriger gestalten. Anstatt die Töne der E-Dur Tonleiter nacheinander zu spielen, könnt ihr sie auch in Terzen (wie Übung 2) oder Vierer-Gruppen (wie Übung 3) spielen und nach jedem Ton immer die leere hohe E-Saite einfügen.

Übung 5: Spider-Exercise

Bei den sogenannten Spider-Exercises geht es diagonal über das Griffbrett. Die Übungen klingen für den Zuhörer nicht sonderlich schön und melodisch, haben für den Spieler aber einen großen Nutzen, denn alle vier Finger werden gleichmäßig trainiert. Außerdem wird die rechte Hand vom permanenten Wechselschlag befreit, denn Economy Picking ist angesagt. Die Übung kann man auf dem Hals komplett nach oben spielen und immer nach vier Takten in die nächste Lage wechseln.

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