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Eigene Kopfhörer mit ins Studio nehmen

Studiosessions sind eine aufregende Angelegenheit, gerade wenn man die ersten Erfahrungen mit professionellem Recording macht. Dabei kann es aufgrund der Aufregung und der ungewohnten Settings manchmal schwierig sein, sich an die fremde Umgebung zu gewöhnen. Warum das Mitbringen eigener Kopfhörer ins Studio die Lösung sein kann, lest ihr in diesem Artikel.

Eigene Kopfhörer mit ins Studio nehmen

Kopfhörer und Boxen färben den Sound

Bevor es ans Eingemachte geht, sollte zunächst geklärt werden, warum es sinnvoll sein kann, die eigenen Kopfhörer mitzunehmen. In jedem Studio gibt es doch genügend Boxen und Kopfhörer zur Auswahl, die vielleicht sogar teurer und hochwertiger sind. Ganz einfach: Nicht alle Lautsprecher klingen gleich! Auch wenn die Hersteller von Abhörsystemen gerne mit „neutralem Sound“ werben, gibt es bei jedem paar Studiolautsprecher und jedem Kopfhörer dieser Welt bestimmte Frequenzen, die mehr betont werden als andere. Wenn ihr also dasselbe Signal oder denselben Song auf zwei verschiedenen Kopfhörern hört, kann es sein, dass ihr zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen macht. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn ihr die Lautsprecher nicht kennt, auf denen ihr euch die Dinge anhört, entdeckt ihr vielleicht Probleme oder auch Positives am Sound, das nur durch die Kopfhörer entsteht.

Die eigene Performance beurteilen

Wer seine Demos schon immer mit demselben Kopfhörer aufnimmt und einsingt, hat einen klaren Vorteil im Studio, wenn die eigenen dabei sind. Je öfter ihr euch selbst auf bestimmten Kopfhörern und mit einem bestimmten Mikrofon gehört habt, desto besser könnt ihr den Sound eurer eigenen Stimme oder eures Instruments darauf einschätzen. Das Ohr gewöhnt sich an den Klang des Kopfhörers, vor allem wenn ihr ihn oft benutzt, und daran, wie genau ihr euch selbst anhört und bei der Performance wahrnehmt. Mit einem fremden Kopfhörer kann es sein, dass ihr die Feinheiten eures Gesangs oder Instrumentalspiels aufgrund des veränderten Klangs nicht mehr so gut beurteilen könnt und letztendlich die Performance darunter leidet. Dies muss allerdings nicht der Fall sein, auch das Gegenteil kann zutreffen. Aber in jedem Fall lohnt es sich, die Kopfhörer zu vergleichen, um herauszufinden, mit welchem Paar ihr euch wohler fühlt – denn das ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Performance im Studio.

Sich nicht von teuren Boxen täuschen lassen

Der Grund, warum man in ein externes Studio geht, ist nicht selten die bessere Aufnahmequalität. Das Problem ist leider manchmal, dass man auf den ungewohnten Studiomonitoren oder -kopfhörern kaum beurteilen kann, ob Dinge gut klingen oder nicht, weil man deren Klang gar nicht kennt. Es kann zum Beispiel sein, dass ihr von starken Bässen und feinen Höhen auf teuren Boxen getäuscht werdet, und zum Beispiel den Sound eurer Stimme grundsätzlich als sehr hochwertig empfindet, dadurch aber abgelenkt werdet von Problemen in anderen Frequenzen oder der Performance – da kann der Dämpfer, wenn ihr die ersten Roughmixes zu Hause auf den eigenen Kopfhörern hört, mitunter recht groß sein.

Hier greift letztendlich dasselbe Prinzip wie in Punkt 1: Wenn ihr die Lautsprecher oder Kopfhörer gut kennt, könnt ihr meist viel besser beurteilen, wie die Aufnahmen im Vergleich zu den gewohnten „Demo-Sounds“ klingen, ohne euch von der ungewohnten Umgebung täuschen zu lassen – und so eventuelle Probleme erkennen und lösen, bevor die Session vorbei ist.

Mikrofonwahl für die Stimme

Dies ist ein sensibles Thema. Jede Stimme klingt anders und braucht ein anderes Mikrofon , welches die Stärken und Eigenschaften dieser Stimme am besten zum Vorschein bringt. Metal-Sänger zum Beispiel klingen durch teure, hochsensible Kondensatormikrofone oft nicht besonders charmant, während dynamische Singer-Songwriter-Stimmen mit der detailgenauen und hochfeinen Wiedergabe dieser Mikrofone oft viel Freude haben. Das zu beurteilen, kann schwierig sein, wenn ihr auch noch einen fremden Kopfhörer tragt, während ihr die Mikrofone testet – denn wer weiß, woran es liegt? Auch der Kopfhörer kann den Sound so einfärben, dass man sich besser oder schlechter fühlt mit dem Sound der Stimme. Wenn ihr eine bestimmte Kombination aus Mikrofon und Kopfhörer gewohnt seid und im Studio nur die Variable des Mikrofons ausgetauscht wird, bleibt die Färbung eures Kopfhörers wenigstens gleich und ihr könnt den Unterschied besser einschätzen. Zum Beispiel werden die höheren Frequenzen und S-Laute in der Stimme auf verschiedenen Boxen und Kopfhörern oft sehr unterschiedlich stark wiedergegeben – ein wichtiger Faktor für einen stimmigen Gesangsound.

Der Wohlfühlfaktor beim Aufnehmen

Vor allem das erste Mal in einem großen Studio kann wirklich eine einschüchternde und stressige Erfahrung sein. Genau wie der Lieblingstee, Hausschuhe, Kuschelpullover, Stehlampen oder andere Helferlein für die richtige Atmosphäre können auch die eigenen Kopfhörer dazu beitragen, dass man sich etwas mehr „wie zu Hause“ fühlt. Das hat natürlich keinerlei technische Bewandtnis, ist aber trotzdem nicht unwichtig für einen erfolgreichen Studioaufenthalt. Jeder Umstand, der einem etwas Unsicherheit nimmt, kann helfen, wenn ihr eh etwas aufgeregt seid.

Die eigenen Kopfhörer sind nicht alles

Trotz aller bis hierhin aufgezählten Vorteilen sollte euch eines dennoch klar sein. Ihr solltet immer ebenfalls auf das erfahrene Ohr des Produzenten oder der Produzentin vertrauen, der oder die das Studio eventuell besser kennt als ihr. Gemeinsam könnt ihr eure Höreindrücke austauschen, um so herauszufinden, welche Sounds noch optimiert werden können. Manchmal können auch die eigenen Kopfhörer ein Problem im Klang entstehen lassen, wo sonst keins ist. Sprecht euch also ab. Dennoch ist es immer besser, seine eigenen Kopfhörer zumindest dabei zu haben, selbst wenn man sie nur zwischendurch mal aufsetzt, um mal eine andere „Hörperspektive“ einzunehmen.

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von Leon Kaack

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