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EFNOTE 7 E-Drum Set Test

Praxis

Dem Touchscreen mangelt es an Sensibilität

Da das EFNOTE 7 wie ein akustisches Drumset konzipiert ist, funktioniert auch der Aufbau anders als bei herkömmlichen E-Drumsets. Sowohl das Hi-Hat Pad mit dem dazugehörigen Unterteil als auch die Cymbal Pads werden montiert wie am akustischen Schlagzeug, die Snare wird auf dem mitgelieferten Stativ installiert und das Racktom mitsamt Halterung an einem der beiden Beckenstative angebracht. Drei Standbeine sorgen für einen sicheren Stand des Floortoms. Auch wenn die Stative bestenfalls Standardqualität bieten, erfüllen sie ihren Zweck im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Sämtliche Kabel sind beschriftet, sodass auch das Anschließen der Pads zügig vonstatten geht. Nach dem Einschalten des Moduls sollte die Hi-Hat einmalig kalibriert werden, um das Potenzial optimal auszuschöpfen. Gleiches gilt für den Touchscreen, der allerdings für meinen Geschmack – selbst nach der Kalibrierung – nicht sensibel genug reagiert. Leichtes Antippen genügt meist nicht, man muss schon etwas stärker drücken – ein Phänomen, das ich bereits beim EFNOTE 3 und 5 als lästig empfunden habe. Die Menüstruktur des Moduls ist sehr übersichtlich, sodass die meisten Funktionen intuitiv erfasst werden können.

Einem akustischen Schlagzeug zum Verwechseln ähnlich: das EFNOTE 7 E-Drumset.
Einem akustischen Schlagzeug zum Verwechseln ähnlich: das EFNOTE 7 E-Drumset.

Natürliche Sounds stehen im Fokus

Ziel bei der Entwicklung des EFNOTE 7 war eine größtmögliche Annäherung an die Klangcharakteristik und Dynamik von akustischen Drumsounds. Ich würde dieses Vorhaben definitiv als gelungen bezeichnen, denn hier gibt es gut ausbalancierte Drumkits unterschiedlicher Genres, die natürlich und relativ trocken – Ambience kann je nach Bedarf hinzugefügt werden – daherkommen und natürliche Klangverläufe über den gesamten Dynamikbereich zeigen. Bei den Hi-Hat-Samples zähle ich insgesamt sechs Öffnungsgrade (offen, fest geschlossen und vier Zwischenstufen), was absolut ausreichend für eine realistische Performance ist. Gut gelungen sind auch die Zonenübergänge vom Rand über die Fläche bis hin zur Kuppe bei den Becken. Die Snaresounds klingen differenziert und authentisch, lediglich bei den Toms empfinde ich die klanglichen Abstufungen von leise nach laut als zu mager. Zu etwa 80% entsprechen die Sounds denen des EFNOTE 5, aber gerade bei den neuen Sounds hat der Hersteller nochmal aus dem Vollen geschöpft und daraus einige tolle Drumkits kreiert. Im Folgenden sind 6 der 20 Preset Kits sowie zwei weitere Soundfiles mit Einzelinstrumenten zu hören:

Audio Samples
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Vintage Power Kit First Note Kit Gentle Notes Kit Snare Off Kit Chameleon Kit Solid Attack Kit Snare + Toms solo Hi-Hat + Becken solo

Noch mehr Kits und einen Dynamik-Check gibt es im folgenden Video zu hören:

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Gute Triggereigenschaften, verschwindend geringe Latenz

Die Spieleigenschaften der vier Drumpads sind aufgrund der großen Fellflächen hervorragend. Das Akustikdrum-Feeling ist definitiv vorhanden und schafft sofort eine vertraute Atmosphäre. Die zweilagigen Mesh Heads vermitteln einen guten, nicht zu weichen Rebound und wirken robust. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass es, falls doch mal ein Wechsel durch Beschädigung oder Überdehnung fällig sein sollte, derzeit schwierig bis unmöglich ist, Ersatz-Meshheads in den Größen 11 und 15 Zoll zu bekommen. Der Hersteller wollte hier offenbar unbedingt einen eigenen Weg gehen und von der üblichen 12“/14“-Konfiguration abweichen. Immerhin hat man auf den Resonanzseiten von Snare und Toms im Notfall noch ein Ersatzfell an Bord, und für die Bassdrum könnte ein neues 20“ Mesh Head (auf der Resonanzseite ist ein herkömmliches Trommelfell montiert) problemlos beschafft werden. Die Hi-Hat- und Cymbal Pads bieten ein wirklich hervorragendes Spielgefühl mit einem realistischen Rebound und einer angenehmen Trägheit, die vom hohen Gewicht herrührt und mit herkömmlichen Becken absolut vergleichbar ist.

Wie immer in unseren E-Drum-Tests ermittle ich während des Tests die Latenz des Moduls, um herauszufinden, ob es hier nennenswerte Verzögerungen zwischen Anschlag und ausgelöstem Sound gibt, welche sich negativ auf das Spielgefühl auswirken können. Das Ergebnis lautet: vier Millisekunden – ein Spitzenwert, der sich beim Spielen nicht bemerkbar macht. Hierzu folgt unten eine Grafik, ebenso wie für die Umsetzung der Anschlagdynamik, die beim EFNOTE 7 ein Verhalten zeigt wie bei vielen E-Drumsets: Im unteren Dynamikbereich verläuft die Kurve zwischen Anschlaglautstärke und Lautstärke am Modulausgang ziemlich identisch, aber ab einer höheren Anschlagstärke ändert sich der Output am Modul nicht mehr.

Fotostrecke: 2 Bilder Dynamikverlauf Snarepad: oben reale Anschlagstärke, unten ausgelöster Sound.
Fotostrecke

Perfekte Kommunikation mit dem Rechner 

Die Anbindung des EFNOTE 7 an mein Macbook Pro per USB-Kabel funktioniert problemlos: Das Modul wird sofort erkannt und es können sowohl Audiodaten auf acht Kanälen als auch MIDI-Daten auf die DAW, in diesem Fall Ableton Live, aufgezeichnet werden. Nachdem das EFNOTE-Modul im Audio/MIDI-Setup am Mac konfiguriert wurde, kann es auch über Bluetooth mit dem Rechner kommunizieren und MIDI-Daten senden oder Audio von einem externen Bluetooth-Gerät, beispielsweise vom Smartphone, empfangen. 

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