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Drum Cover: Maxwell – Phoenix Rise

“Phoenix Rise” ist der Abschlusstrack des Black Summers Night Albums von Maxwell, getrommelt von keinem Geringeren als Chris “Daddy” Dave. Abgesehen von seinem typisch originären Hi-Hat-Spiel ist die Tatsache hervorzuheben, dass der Groove komplett ohne einen Bassdrum-Schlag auf der ersten Zählzeit auskommt. Seit James Brown wie ein Rhythmusdespot seine “Clyde!!! On the one yaw” eingefordert hat, wurde das Experiment auf eben diese Eins zu verzichten nur äußerst selten gewagt. Huldigen wir also für ein paar Minuten diesem mutigen Akt der Trommelkunst des Herrn Chris Dave, schnappen uns zwei Sticks, eine Hi-Hat, eine Snare und eine Bassdrum und checken den Groove.

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Inhalte
  1. Der Groove
  2. Sound und Equipment

Der Song Phoenix Rise stellt eigentlich nur den Ausklang zum Album dar und kommt gänzlich ohne die einzigartige Stimme des Soulsängers Maxwell aus. Stattdessen bricht dieser einzigartige Groove durch, der irgendwann von einem Bass-Solo überlagert wird. Damit keine Zweifel darüber bestehen bleiben, was eigentlich genau getrommelt wird, analysieren wir für euch in unserem Groove-Workshop sämtlich Details vom korrekten Notenbild über die Dynamik bis hin zur Orchestrierung und der perfekten Soundmodifikation des Drumsets. Viel Spaß!

Der Groove

Der Groove wirkt, als würde er ständig versanden, kommt aber immer wieder sensationell in Fahrt. Das liegt daran, dass die Hihat die ohnehin schon auffällige Bassdrum-Figur betont und einleitet. Man kann insgesamt festhalten, dass der Beat von einer äußerst dynamischen Hihat-Figur lebt. Also, volle Konzentration auf das Gerät mit den beiden Rundmetallen: Die Rechte Hand spielt ganz normale Achtel während die Linke Hand zwischen Snaredrum und Hi-Hats wechselt um auf der Snare die Backbeats zu spielen, die üblichen Ghostings aber auf der Hi-Hat umsetzt. Im Verbund klingt das Ergebnis dann so:

Audio Samples
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Phoenix Rise – Groove

Die auftaktige geöffnete Hihat befindet sich vor der ersten Zählzeit des eigentlichen Grooves. Das habe ich in der Notation berücksichtigt und dem Groove dann ein Wiederholungszeichen verpasst, das nach persönlicher Lust und Laune als Endlosschleife verstanden werden darf.

Maxwell_Phoenix_Rise_Noten

Wer sich schwer damit tut, direkt den kompletten Groove zu spielen, der kann sich auch zuerst mit der Hihat-Figur beschäftigen, die ich hier nochmal gesondert notiert habe:

Maxwell_Phoenix_Rise_Noten_HH
Audio Samples
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Phoenix Rise – Groove mit Spotlight auf Hihat

Sound und Equipment

Ich durfte einmal miterleben, wie Chris Dave mein Drumset so präpariert hat, dass es klang wie auf seiner Aufnahme. Nach seinen Anforderungen habe ich ihm ein Kit mit einer 20 Zoll großen, alten Round Badge Gretsch Bassdrum hingestellt, erweitert um eine 14×8 Zoll große Sonor Bubinga Horst Link Signature Snare mit Gußspannreifen. In seinem Drumrider liest sich das so: “Snare drums (5 snare drums total): 2 snares – 13″ inches, 2 Snares – 14 inches, 1 snare should be at least 8×14”. Alles “must be a vintage set”. 

Chris Dave mit meinem Set beim Bonedo-Workshop

Es ist davon auszugehen, dass er für die Aufnahme des Tracks eine seiner Fiber-Innovation-Drums Snares benutzt hat, die bei ihm in der Periode der Aufnahme zur Maxwell-Scheibe extrem en vogue waren. Diese sind unglaublich teuer, ich habe den Laden mal gefragt, was die Snare von Chris kosten würde – die er vermutlich geschenkt bekommen hat. 5000 (!) Dollar wollten die ‘innovativen Boys’ von Innovation-Drums dafür haben.

Die Hi-Hat auf der Aufnahme besteht aus 20 Zoll großen Becken, von denen eines wahrscheinlich ein gelochtes Crash ist. Einer bestimmten Serie lassen sich seine Sabian-Becken allerdings nicht zuordnen, weil alle Cymbals Einzelstücke sind, extra nach seinen Wünschen angefertigt: ‘I wanna play cymbals, noone else has’ war eine sinngemäße Ansage bei dem Interview-Workshop, das wir auf bonedo mit ihm geführt haben. Die Bassdrum hat er übrigens so präpariert, dass nur noch ein kurzes, knochentrockenes Husten von sich gegeben hat. Dazu musste sie bis knapp unters Dach mit Handtüchern ausgefüllt werden. Das Ergebnis klang nach einer perfekten HipHop-Bassdrum.

Weitere interessante Inhalte:

Workshop Leadsheets für Drummer – Grooves raushören und notieren lernen im zweiteiligen Workshop
Drum Play-Alike Workshop – Wir verraten euch die Tricks der großen Drummer

Weitere Folgen dieser Serie:
Drum Cover Songs für Schlagzeuger Artikelbild
Drum Cover Songs für Schlagzeuger

Dieser Workshop richtet sich an Drummer, die legendäre oder aktuelle Grooves nachspielen wollen. Wir haben eine ganze Palette Beats für euch zum Nachtrommeln aufbereitet!

02.09.2022
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von soenke.reich

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Profilbild von defrigge

defrigge sagt:

#1 - 23.11.2014 um 03:59 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ein midi zum Groove wäre äußerst praktisch für alle, die das im Sequencer mal ausprobieren wollen.

Profilbild von Soenke Reich

Soenke Reich sagt:

#2 - 23.11.2014 um 18:45 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hi! Ein Midi müsste ich extra anfertigen, die Aufnahmen sind mit echten Drums getrommelt. Ich werde das aber mal anregen. Vielen Dank für den Hinweis!

Kommentare vorhanden
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