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Besser Mixen – Backup-Strategie

„Ich arbeite mittlerweile vollständig im Rechner und kann keinerlei Einbußen in Sachen Klangqualität feststellen.“ (Mark Needham)
„Ich arbeite mittlerweile vollständig im Rechner und kann keinerlei Einbußen in Sachen Klangqualität feststellen.“ (Mark Needham)

Producer Mark Needham schon zehn mal für einen Grammy nominiert und hat mit so unterschiedlichen Künstlern wie Chris Isaak, Shakira und My Chemical Romance gearbeitet. Wenn man heute das Radio einschaltet, stehen die Chancen gut, dass man einen Song hört, der durch seine Hände als Mixing Engineer gegangen ist.

Interview mit Mark Needham

Hallo Mark, toll, dass Du bonedo für ein Interview bereit stehst. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass jemand die Zeit dazu findet, der so viel zu tun hat wie du. Wir sind alle scharf darauf, neue Tipps und Tricks von einem Top-Pofis zu hören. Und Du zählst definitiv zur ersten Riege, wenn es ums Mixen und Produzieren geht. 
Nichtsdestotrotz arbeitest du auch als „typischer“ Produzent und machst klassische Künstlerentwicklung. Das heißt, du findest Talente, produzierst ihre Demos und vermittelst sie weiter an Plattenfirmen. Wir alle wissen, wie hart der Einstieg ins Business ist und dass es umso härter ist, im Spiel zu bleiben. Dir fällt das anscheinend nicht schwer, da du sehr genaue Vorstellungen von deinen Produktionen und zugleich einen guten Business-Riecher hast. Wie sollte ein junger Mixer/Produzent die Waage zwischen kreativer Vision und Geschäftstüchtigkeit austarieren? Kennst du eine geheime Erfolgsformel?
Ich glaube, man muss flexibel sein, damit das Gleichgewicht von kreativer Vision und Geschäftstüchtigkeit nicht aus der Balance gerät. Ich mische normalerweise um die 400 Songs pro Jahr ab und versuche, drei bis fünf Künstler zu entwickeln. Wenn ich probiere, in ein neues Genre einzusteigen oder wenn es mir einfach die Zeit erlaubt, suche ich mir auch schon mal mehr zu entwickelnde Künstlerprojekte – ganz egal, ob es sich dabei um Mixes oder umfangreiche Produktionen handelt.
Mark, dein privates Mixstudio „The Ballroom“ ist recht ungewöhnlich. Es entspricht von außen kaum dem, was man sich unter einem Top-Studio vorstellt. Erzähl uns doch etwas mehr von diesen sehr speziellen Räumlichkeiten.
Die Ballroom Studios haben zwei Räume. Einer davon war tatsächlich einmal ein Tanzsaal (engl.: ballroom), der zweite war ursprünglich ein sehr geräumiges Wohnzimmer und liegt im zweiten Stock. Das Studio befindet sich in einer 1927 erbauten Villa im Griffith Park in Los Angeles. Die Studios werden ausschließlich für unsere Mixes und Produktionen genutzt und stehen externen Engineers oder Produzenten nicht offen. Generell schaue ich stets nach Räumen, die bereits ganz gut klingen und nicht allzu viele akustische Maßnahmen erfordern. Wir haben nicht viel unternommne, um die Räume akustisch zu verbessern – abgesehen einmal vom Einziehen zusätzlicher Wände, dem Anbringen von Vorhängen und dem Aufstellen von Deko. Ich nehme zwar manchmal auch noch in anderen Studios auf, aber ich habe bestimmt seit zehn Jahren nicht mehr außerhalb meiner eigenen Räume abgemischt.
Du hast lange Zeit mit einem hybriden Setup gearbeitet, das aus einer Kombination aus analogem Equipment und In-The-Box-Ansatz bestand. Zwei große Slate Pro Audio Raven MTX Touchscreen-Konsolen sind sichtbarer Beleg dafür, dass dein Workflow am Puls der Zeit ist. Welche Vorteile beider Welten (Outboard/DAW) sind für deine persönliche Arbeitsweise und deine Produktionsabläufe wichtig?
Ich arbeite mittlerweile vollständig im Rechner. Ich finde, mein Workflow wird dadurch einfach viel schneller und ich kann dadurch keinerlei Einbußen in Sachen Klangqualität feststellen. Die Plug-In-Hersteller sind heute wahnsinnig weit, so dass ich total zufrieden mit meinen In-The-Box-Produktionen bin. Die Jungs von UAD waren dabei wirklich an vorderster Front und ihre Tools waren für meine Arbeit in den letzten Jahren eine große Hilfe.
Das ist interessant. Da verwundert es nicht, dass Du erst kürzlich deine High-End-Wandler verkauft hast und deinen analogen Summing-Mixer gleich mit. Ursprünglich hast du damit deine Stereo-Mixdowns abgemischt. Plug-In-Entwickler wie Waves, Slate Digital und andere emulieren ja schon seit Längerem die Klangeinflüsse analoger Summierer. Was genau hat dir die ganzen Jahre über bei digitalen Emulationen im Vergleich zu analogem Equipment gefehlt?
Bei meiner Signalkette ging es hauptsächlich um das Stereobild und den Tiefbass. Aber als ich die Mixe meines neuen Systems mit dem vorherigen verglichen habe, wurde mir klar, dass ich besser dran bin, wenn ich komplett im Rechner arbeite.

5 Tipps von Mark Needham

1. Tägliche Sicherung! 

Wenn ihr unsere Backup-Strategie übernehmen möchtet, könnt ihr Folgendes tun: Legt jeden Abend ein Backup an. Denn nach meiner Erfahrung ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich deine Festplatte verabschiedet.

2. Verschiedene Medien verwenden

Ich kann nur empfehlen, dabei auf so viele verschiedene Backup-Medien zu sichern, wie nur möglich. Wir speichern Backups nicht nur auf einem internen Server ab…

3. Schutz vor Feuer, Wasser, Blitzschlag

In den Ballroom Studios sichern wir unsere Daten zusätzlich auf einem Cloud-Server außer Haus.

4. Projekte im Hintergrund sichern

Zusätzlich lassen wir in ProTools jede Minute eine Sicherungsdatei erstellen.

5. Vergiss nie dein Backup!

Meiner Meinung nach manövrierst du dich in richtig große Schwierigkeiten, wenn du solche oder ähnliche Schritte nicht konsequent jeden Abend durchziehst.

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von Carsten Kaiser

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