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Behringer B-5 Test

Praxis

Zwei Behringer B-5 mit Nierenkapseln werden vor dem Gitarristen platziert, ausgerichtet, mit Phantomspeisung zum Leben erweckt und mithilfe des Pegelgenerators bei 1 kHz eingepegelt – und Ohren aufgesperrt. Aha! Sieh an, da können die Unken rufen, soviel sie wollen. Von mir aus können sie sich die Seele aus dem Leib quaken: Mit der Nierenkapsel ausgestattet, klingt so ein Behringer B-5 wirklich mehr als ordentlich! Mit meinem Kollegen Guido höre ich mir das Signal an, um mehrfach nur ein kurzes “Nochmal, bitte.” über das Talkback zu senden. “Also schlecht klingt aber anders.” ist tatsächlich der erste Satz zu dem Mikrofon, der im Regieraum fällt. Das B-5-Pärchen macht einen frequenzmäßig durchaus ausgewogenen Eindruck, deutlich besser als das C-2-Set. Zwar enden die Höhen im absoluten Air etwas abrupt, doch ist das Signal tatsächlich als strukturiert und klar einstufbar. Der Mitten- und Bassbereich weist keine signifikanten Löcher oder Überhöhungen auf, auch findet kein übermäßiges “Schmieren” statt, Impulse werden angenehm trocken übertragen.

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Behringer B-5 Nieren Referenz Schoeps CMC-64

Natürlich hört man den Behringer-Kleinmembranen den Abstand zu den meisten teureren Mikrofonen an, doch für diesen Preis ist das absolut Bombe. Sogar abseits der Hauptaufsprechrichtung gibt es keine bösen Überraschungen. Ein wenig zu dicht sind sie vielleicht, was bei höheren Pegeln durchaus ins Gewicht fallen kann, wenn man Chöre oder sehr “zerbrechliche” und “sensible” Signale wie Streicher, Cembalo oder gar eine Harfe aufzeichnen möchte. Im Tonstudio ist ein B-5 durchaus ein guter, preiswerter Allrounder. Es ist zu hoffen, dass es nicht nur ein Zufall ist, dass die beiden getesteten B-5 sich so verdammt ähnlich waren – mehr als viele “Matched Pairs”, die man so angedreht bekommt. Dadurch haben sogar die Stereoverfahren gut funktioniert, was auch das Audiofile deutlich zeigt.

Zwei Behringer B-5 im XY zur Aufnahme der Akustikgitarre
Zwei Behringer B-5 im XY zur Aufnahme der Akustikgitarre

Das liest sich ja bisher sehr gut, nicht? Doch da ist ja noch die Druckempfängerkapsel, mit der man die DGE-Niere durch eine Kugel ersetzen kann, und die verhindert dann leider letztendlich doch, dass das Behringer-Kleinmembransystem im Test ordentlich Punkte absahnt. Bei beiden getesteten B-5 wirkt das Signal mit Kugel-Charakteristik sehr lustlos, matt, eindimensional, ja sogar technisch nicht in Ordnung. Ab und zu waren Knackser zu hören, die im Test eindeutig auf die Mikros mit den Kugelkapseln eingegrenzt werden konnten. Zudem ist die vorhin bei den Nieren beschriebene Gleichartigkeit der beiden Mikrofone mit den DE-Kapseln schlichtweg nicht vorhanden. Es gab im Test zwar schlechtere Druckempfänger, doch könnte das Nichtvorhandensein einer Kugel-Wechselkapsel beim B-5 gut verschmerzt werden.

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Behringer B-5 Kugeln Referenz Schoeps CMC-62 Referenz DPA 4009 Diffusefield-Grid
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Profilbild von Andreas

Andreas sagt:

#1 - 25.05.2020 um 11:52 Uhr

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Es ist erstaunlich, dass auch in diesem Testbericht Eigenschaften gelobt werden die ohrenscheinliche Makel eines KMM sind. Die Höhen verschmieren. Die Transienten werden nicht schön abgebildet. Für den Hobby Gitarristen geht das OK. Aber was passiert, wenn etwas ambitioniertere Hobbyisten ein Mikro suchen, mit dem sie ihr aufgenommenes Material in einen Mix einpassen wollen. Das funktioniert dann leider nicht so wie sich der Kunde das vorstellt. Von daher bleibt es dabei. Billige Mikrofone klingen ihrem Preis angemessen bescheiden.

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