Anzeige

Alto Professional TS212W, TS212S, TS215W, TS215S und Bluetooth Total Test

Praxis

Die Boxen sind dank der vielen Griffe gut zu handhaben und einfach zu positionieren. Selbst der knapp 30 Kilo schwere TS215S bereitet einem geübten PA-Menschen keine großen Schwierigkeiten. Die moderne Linienführung nimmt den Gehäusen die Klobigkeit und verleiht ihnen auf der Bühne eine gewisse Eleganz.

Fotostrecke: 3 Bilder Elegant trotz ordentlicher Literzahl, die Subwoofer der TS2-Serie.
Fotostrecke

So klingen die Tops

Sowohl TS212W als auch TS215W erzeugen einen enormen Schub, ohne Windgeräusche an den Bassreflexöffnungen zu produzieren. Die TS212W klingt etwas brillanter als die TS215W, mir ist das fast schon zu aggressiv. Die TS215W kommt dafür etwas tiefer runter. Bei beiden Boxen ist die Lautstärke im oberen Verstärkungsbereich enorm, trotzdem glasklar und das Frequenzband bis in den Bass geschlossen.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Topteile: TS212W und TS215W.
Fotostrecke

Jetzt kommt der Bass

Die Subs arbeiten bis 95 beziehungsweise 100 Hertz und bewegen bei vollem Ausschlag alles, was nicht angenagelt oder festgeklebt ist. Haben die TS2-Tops vorher schon Schub produziert, gleicht das Ergebnis jetzt einem kleinen Erdbeben. Der Sound ist amtlich und bleibt clean bis kurz vor 80 Prozent Gain. Dabei beginnen die Verstärker erst ab 75 Prozent Auspegelung langsam zu rauschen. Erstaunlich auch, wie laut die Systeme angefahren werden können, bevor der Limiter anspricht.
Selbst der Betrieb mit erweitertem Bassbereich der Subs und Fahren der Tops ohne Hi-Pass-Filter gelingt mit brachialer Lautstärke. Der obere Bassbereich wird jetzt allerdings ziemlich überzeichnet. Der Unterschied zwischen dem TS212 und dem TS215 Komplettsystem ist vorhersehbar: Die 15-Zöller schaffen mehr Bass, die 12-Zöller klingen etwas cleaner.

Live

Die Mixer in den TS2-Tops sind eher rudimentäre Summierer, EQs oder weitere Eingriffsmöglichkeiten fehlen. Soll das Summensignal am Mix-Out abgenommen werden, sollte die Post-Fader-Schaltung betätigt sein, da sonst das Bluetooth-Signal mit voller Lautstärke ausgegeben wird.
Die Eingänge verdauen Line-Signale, Mikrofone und Hi-Z-Instrumente, ein Shure SM58 klingt auch ohne EQ gut. Allerdings muss ich den Gain auf 75 – 80 Prozent aufdrehen, damit die Stimme weit trägt und sich gegen Playbacks durchsetzt. Dabei überrascht mich, dass beide Boxen ein nahezu direktes Besprechen in allen möglichen Positionen ohne Feedback zulassen. Damit empfiehlt sich die TS2W-Serie auch als überzeugend klingender Monitor-Wedge für Musiker und DJs.
Hi-Z-Instrumente werden störungsfrei und laut übertragen. Die Lautstärkereserven sind bei beiden Systemen enorm. Speziell die Combo TS215W/TS215S kann als Bassgitarren-Combo dienen. Die Hose flattert, die Messer fallen aus dem Besteckkasten und selbst härtestes Slapping lässt die Limiter kalt. Um ein kleines Singer-Songwriter-Konzert ohne weitere Hilfsmittel zu bestreiten, reicht einer der Tops im Monobetrieb. Um dabei auch noch richtig Spaß zu haben, packt ihr einfach den passenden Sub drunter.

Alto Bluetooth Total

Der Bluetooth-Stick erlaubt für kleines Geld und ohne großen Aufwand, das Equipment mal eben funkfähig zu machen. Ein prima Add-on zum Aufpimpen von Aktivboxen, Live-Mischpulten und Verstärkern mit einer Reichweite von 5 bis 25 Metern (je nach Quelle). Mit zwei Sticks und der Link-Funktion lässt sich ohne viel Aufhebens eine drahtlose Stereo-Strecke aufbauen, die ca. 6 Stunden hält, bevor der Akku über seine USB-Schnittstelle wieder aufgeladen werden muss. Zu beachten ist, dass Bluetooth sich nicht gut mit weiteren Funkstrecken verträgt. Bevor ihr euch auf die Sticks und die Bluetooth-Strecke verlasst, testet bitte das Setup vor Ort mit jeweilig eingesetzten Equipment wie Funkmikrofonen, Smartphones und eventuellen WiFi-Hotspots der Veranstalter. Nach wie vor gilt: Es geht nichts über ´ne ordentliche Audiostrippe!

Für wen

Die Erweiterung um Subwoofer und Bluetooth macht die eh schon multifunktionale TS-Serie noch attraktiver. Der Platzbedarf steigt mit den Subs natürlich erheblich. Mit einem VW Golf bekomme ich gerade mal eine TS215S und zwei TS215W bewegt, aber es lohnt sich: den knapp 400 Personen werden ordentlich die Hosenbeine belüftet!
Die kompaktere TS212W eignet sich in meinen Augen eher für gediegene Events, Poetry Slam sowie Singer/Songwriter. Mit passendem Subwoofer sind knackige Auftritte kleinerer Bands machbar, sogar als Mono-Stack. Kommt mehr Personal auf die Bühne oder muss ein Club beschallt werden, empfehlen sich zwei TS215W plus Sub im Stereobetrieb. Die Tops geben zudem eine prima Probenraum-PA ab und eignen sich als Floor-Monitor. Besitzer der alten TS2-Serie können zudem mit den Subwoofern für kleines Geld ihre Anlage aufrüsten.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.