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Allen & Heath Xone 42 Test

Details

Metall schafft Vertrauen
Schon beim Auspacken macht der Allen & Heath Sprössling schwer Eindruck. Sein Chassis ist vollständig aus Metall gefertigt. Eine Tatsache, die beim Anwender aus dem Stand Vertrauen schafft. Und auch ich – das muss ich an dieser Stelle zugeben – bleibe davon nicht unbeeindruckt. Ausnahmslos gut gefertigt sind auch alle Bedienelemente des Mixers. Sämtliche Kanten sind schön abgerundet. Da gibt es nichts zu meckern. Die Fader und Potis verfügen über kratzfreie und angenehme Regelbereiche. Keiner der Controller weist unnötiges Spiel auf oder sitzt schräg in der Führung. Die Cinch-Buchsen (und das sind viele) sind vergoldet. Der Master-Ausgang liegt als XLR-Buchsenpaar vor und wartet sehnsüchtig auf Anschluss. Zu meinem Bedauern stelle ich jedoch fest, dass der Monitorausgang nur unsymmetrisch in Form eines Cinch-Paares angeboten wird. Nun ja, schauen wir mal.

Doch eher klassisch…

… gestaltet sich das Layout der Xoneschen Mischzentrale. So ist die in vierfacher Ausfertigung vorhandene Kanal-Sektion (wie so oft) mittig angelegt. Dabei sind die Kanäle nahezu „gleichberechtigt“ und verarbeiten jeweils zwei physikalische Eingangssignale. Die Kanäle 1 und 4 verfügen neben einem Line-In über einen Phono-Vorverstärker. Die Kanäle 2 und 3 hingegen widmen sich ausschließlich den Signalen mit Line-Pegel. Somit können sechs Line- und zwei Phono-Signale oder eben acht Line-Signale sinnvoll verwaltet werden. Ein wenig schade finde ich nur, dass hier Setups mit drei Turntables gar nicht mehr bedacht werden. Nun gut, Allen & Heath folgt damit dem allgemeinen Trend, schließlich legen immer mehr DJs mit Laptop auf oder bringen eventuell ihre Zuspieler mit. Digitalzeitalter sei Dank (oder verflucht!)

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Von Bus zu Bus
Alle Kanäle sind, von der Eingangssektion mal abgesehen, gleich ausgestattet. Der Aufholverstärkung mit maximal +10 dB folgt signalflusstechnisch der 3-Band-EQ mit Kill-Funktion. Die drei Bänder ermöglichen einen Boost von 6 dB. Einige mögen jetzt ganz erstaunt fragen: „Was, nur 6 dB?“ Doch ich finde den halben Regelweg für 6 dB Boost angemessen. Das Verhältnis ist adäquat und ermöglicht ein sehr gefühlvolles Eingreifen ins Klanggeschehen.

Die Grenzfrequenzen der Equalizer sind nach meinem Dafürhalten vernünftig gewählt. Der Highshelf setzt bei  2,7 kHz an, während die Frequenz des Mittenbandes vom Hersteller mit 1,2 kHz angegeben wird. Der Lowshelf findet sich beim Eingriff bei 420 Hz wieder, was sich nominell relativ hoch liest, sich in der Praxis aber sehr effektiv nutzen lässt.

Audio Samples
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Der Equalizer

Unterhalb des Equalizers schließt die FX-Sektion an, die sowohl Taster (für das Routing zur Filtersektion) und Potis zur Regelung des Mischungsverhältnisses des FX Send/Return-Wegs beherbergt. Die Taster geben eine visuelle Rückmeldung bei Aktivierung, indem sie strahlend blau leuchten. Sie sind sehr leichtgängig und vermitteln den Eindruck, als könnten noch meine Enkel darauf rumhämmern. Weiter unten reihen sich die Cue-Taster ein, die genauso gut gefertigt sind wie die Filter-Kollegen. Die A&H-Buttons, wie sie z.B. noch im 62er oder 92er verbaut wurden, waren haptisch wie optisch vom gleichen Schlag, doch war es hier noch schwierig, zwei Kanäle gleichzeitig zu selektieren, für Ungeübte schien es gar unmöglich. Das Prinzip war „entweder/oder“, nur bei absolut simultanem Drücken der Taster konnte man zwei Kanäle gleichzeitig auswählen, vorhören oder was auch immer. Das gehört nun endlich der Vergangenheit an, denn Mehrfach-Selektionen stellen für diese Taster-Generation kein Problem mehr dar.

Die Kanalfader sind 60 mm lange VCA-Exemplare, die sehr leichtgängig sind und mir sehr gut gefallen. Xone 42 verfügt über separate Channelmeter, die bereitwillig und präzise die Pegelverhältnisse in den Kanälen darstellen. Aus insgesamt 9 LEDs (5x grün, 3x weiß, 1x rot) bestehen die Peak-Anzeigen, die zwischen -20 dB und + 10 dB aktiv sind.

Das Routing auf den Crossfader besorgt ein kleiner runder Schalter, der niedergedrückt das Signal auf die Y-Seite (rechts) des X-Faders schaltet und in „Oben“-Stellung die Spur zur X-Seite (links) schickt. Den Crossfader seitens des Channels zu umgehen, ist nicht möglich. Der Sound landet links oder rechts auf der X-Summe, es sei denn, man deaktiviert den CF. Dann werden alle Channel-Signale ohne Umwege auf den Masterbus geleitet.

CF und Filter
Der Regelweg des VCA-Crossfaders ist 45 mm lang. Das Teil ist wirklich so leichtgängig, dass ich ihn beim Mischen mit meinem Bauch des öfteren versehentlich betätigt habe, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als den Fader einfach zu deaktivieren. Die Scratch-Fraktion wird es freuen, dass der X-Fader von oben leicht auszutauschen ist.

Der Cross-Slider kann neben der X/Y-Überblendung auch noch eine weitere Funktion übernehmen. Ein kleiner Button unterhalb der Filtersektion mit der Bezeichnung „VCF to X-Fader“ weist ihm die Grenzfrequenz des Filters zu. So steuert der CF zusätzlich zum Fade-Vorgang die Filterfrequenz.

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Der Spaßbringer - Die Filtersektion
Der Spaßbringer – Die Filtersektion

Doch bevor die Musik zur CF-Sektion gelangt, durchläuft sie über den Filter-Button die Filter-Sektion, eine Single-Version und nicht wie bei den 62/92-Brüdern als Dual-Filter ausgeführt, jedoch ohne LFO. Ansonsten stellt sie alles bereit, was der Filter-Anwendung geneigte DJ so braucht. Drei Filtertypen werden per Taster selektiert, Mehrfachselektionen sind nicht möglich. Es stehen Low, Band- und Highpassfilter zur Auswahl. Die Grenzfrequenz ist variabel und die Resonanz stufenlos von „mild to wild“ regulierbar. Da freuen sich die Analogfreaks in der auflegenden Zunft, soviel sei jetzt schon mal verraten.

Master & Monitor
Master und Monitor sind in diesem Fall schnell geklärt, da diese Sektionen ein wenig abgespeckt daherkommen, was uns den Mixspaß aber nicht verderben sollte. Die Master-Sektion beherbergt das Stereometer, das die Pegelverhältnisse des Masterbusses anzeigt. Der Mixregler bestimmt über den Pegel des Mastersignals, das auf der Geräterückseite symmetrisch zur Verfügung steht, das unsymmetrische Signal liegt am Recording-Ausgang an. Der auf der Pultoberfläche weiter unten platzierte Booth-Regler dient der Abhörlautstärkeregelung. Das Booth-Signal liegt unsymmetrisch vor und wird über das entsprechende Cinch-Buchsen-Paar auf der Rückseite abgegriffen. Das ist durchaus als Einschränkung zu verstehen, was dem ansonsten sehr zufriedenstellenden Mixer einen Punktabzug beschert.

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Auch der Monitor-Bereich des 42ers ist schnell erklärt. Die Sektion ist links unten zu finden und beherbergt zwei Regler, zwei Kopfhörerausgänge und die Split-Taste. Letztere aktiviert die Schaltung, die ein Mixen nur mit Kopfhörer ermöglicht, angezeigt durch eine rote LED. Das Mastermeter wird dabei ebenfalls in einen anderen Modus versetzt. Es zeigt dann links den „Cue“ und rechts den Pegel des Masters (PGM) an. Dem DJ-Team stehen eine 6,3 mm und eine 3,5 mm Klinkenbuchse zur Verfügung. Der Kopfhörerverstärker liefert satten Sound und hat auch für laute Clubumgebungen ausreichend Reserven. Während das Level-Poti die Lautstärke des Kopfhörers bestimmt, sorgt ein zweiter Regler mit der Bezeichnung „Phones“ für das ideale Mischungsverhältnis zwischen Cue- und Mixbus. Einziger Kritikpunkt dieser Sektion ist der zu geringe Abstand zwischen diesen beiden Reglern, da sind eher sehr zarte Finger gefragt, mit denen ich wohl nicht dienen kann.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Mastersektion des Xone 42
Fotostrecke

Im Westen gibt´s Neues
… und zwar den Mic- und USB-Channel, einen weiteren Kanal, der dazu dient, einen Rechner ins Setup zu integrieren oder ein Mikrofon anzuschließen. Eingangsseitig wird zwischen diesen beiden Quellen mit dem entsprechenden Button ausgewählt. Die USB-Buchse ist links oben auf der Pultoberfläche untergebracht, während die darunter liegende XLR-Buchse für die Aufnahme symmetrischer Mikrofonsignale von dynamischen Mikrofonen sorgt. Ein 2-Band-EQ und ein On/Off-Schalter, der das Signal direkt auf die Summe schaltet, runden die Ausstattung dieser Sektion ab. Für das Einblenden auf die Summe sorgt das Level-Poti. Dieses ist zwar nicht so komfortabel zu handhaben wie ein 60 mm langer Fader, tut aber seinen Dienst.
Die USB-Schnittstelle wird sofort erkannt, und dank Plug & Play funktioniert der Kanal auf Anhieb. Auch der Rückweg, der die Aufzeichnung des Masters auf dem Rechner ermöglicht, läuft ohne Murren. Fein.

Kommentieren
Profilbild von Alex

Alex sagt:

#1 - 21.06.2011 um 12:43 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich liebe diesen Mixer. Zwar fehler die klassischen Effekte, aber mit den Filtern lässt sich auch so einiges anstellen, der Klang ist traumhaft.

Profilbild von KAN

KAN sagt:

#2 - 28.10.2014 um 01:25 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Im Test steht: "Drei Filtertypen werden per Taster selektiert, Mehrfachselektionen sind nicht möglich." = FALSCH
Man kann sogar alle drei gleichzeitig anmachen, Man muss sie nur gleichzeitig drücken! Von dieser Aussage bin ich vollkommen enttäuscht. Wirft für mich ein sehr schlechtes licht auf Bonedo! Vor allem, da der tester sich vorher ausgibig über das nicht-vorhanden-sein dieser funktion bei den CUEs erfreut. Jedesmal den cue wieder auszuschalten finde ich wesentlich nerviger als zwei Knöpfe "Absolut Simultan" gleichzeitig zu drücken. Was auch etwas übertrieben ist, absolut simultan wäre es, wenn man im zehntel millisekundenbereich drücken müsste. Ausserdem finde ich, wer nicht fähig ist, zwei Knöpfe gleichzeitig zu drücken sollte besser nicht auflegen! Geschweige denn Musik machen oder Testberichte zu Musikgeräten schreiben.

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