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1010music Bitbox 2.0 Test

Praxis

Das eingebaute Modul schreit förmlich danach mit Patchkabeln versorgt zu werden. Ganz ohne wirkt Bitbox 2.0 eher nackt und kühl. Also lege ich los und verbinde einen Sample-Slot, der mit dem korrespondierenden CV Eingang in derselben Lage auf dem Patchfeld verknüpft ist, mit 1010music Toolbox, einem Sequencer. Sounds und Samples befinden sich zum Start auf der mitgelieferten Micro-SD Karte. Das erste Soundset (Preset) wird direkt bei Start aktiviert und geladen, so dass ich sofort loslegen kann. Wie üblich sitzt eine Kick unten links, die ich über den Sequencer „four-to-the-floor“ ansteuere. Es werden nun Gate Signale via CV an Bitbox 2.0 geschickt und die Kick ertönt wie eingetriggert über den Ausgang zu meinem Audiointerface in meinen Studiomonitoren.

Fotostrecke: 2 Bilder CV Eingänge steuern die Kick. (Foto: Marcus Schmahl)
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Die anderen Sounds triggere ich nun über das Touch-Display mit meinen Fingern ein. Und das funktioniert erstaunlich gut und vor allem schnell und direkt. Schade ist, dass ich so keine Handhabe über die Anschlagstärke habe und der Sound immer in einer Lautstärke abgespielt wird. Aber das ist nun mal der Nachteil bei den zurzeit verbauten Touchscreens. In Zukunft wird sich sicherlich auch hier in Sachen „Druck“ etwas tun (müssen!). Bei aktiviertem „Scene Trig“ der „EXT“ Touch-Buttons wird die komplette danebenliegende Reihe angetriggert und abgespielt. Somit entstehen sehr einfach übereinander gelagerte Instrumente. 
Sounds, die mir nicht gefallen, kann ich sehr schnell über das Sample Untermenü auswechseln und neue in den Slot laden. Auch hier gibt es einen Vorhör-Button via Touch. Genauso gut funktioniert das nachträgliche Einstellen der verschiedenen Sound-Parameter eines Samples im bis zu vierfach polyphonen oder monophonen Sample Modus. Tonhöhe, Lautstärke, Panorama, Launch Mode, Loop Mode, Reverse und Release sind ziemlich schnell gefunden und auch für meine Songidee justiert.

1010music Bitbox, Fxbox, Toolbox Modules (No Talking) Sound Demo

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Achtung Aufnahme!

Sampling: Das muss ein ausgefuchster Sampler natürlich können! Und das ist auch bei Bitbox 2.0 so. Über das Sample Modus Auswahlfenster im Samplebearbeitungsmenü gelangt ihr durch einen Klick auf „New Recording“ in das Aufnahme Fenster des ausgewählten Sample Slots. Falls kein Sample in diesem Slot liegen sollte, wird automatisch das Aufnahme Menü angezeigt. Bei Sample Loops ist es wichtig, dass ihr Bitbox 2.0 mit einem Clock Signal versorgt, so dass es synchron zu eurem System läuft, also die Eins auch zur Eins eures Songs wird, und der Takt korrekt abschließt. Jetzt kann ich die Länge meiner Aufnahme vorab bestimmen und das Modul beginnt, sobald ich Rec an-„touche“, eine Aufnahme in der perfekten Zeitdauer aufzunehmen. Ist die Aufnahme fertig läuft diese in einer Schleife weiter. Für Live-Aufnahmen während einer Performance ist das richtig genial. Vor dem Recordingprozess könnt ihr den Eingang auswählen oder beide Mono-Inputs als Stereopaar nutzen.
Fotostrecke: 2 Bilder Aufgenommene Samples werden direkt angezeigt. (Foto: Marcus Schmahl)
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Slicing par excellence

Das kann Bitbox 2.0 wirklich gut und vor allem richtig schnell. Ich lade nun einen Breakbeat Loop via Micro-SD Karte in einen Slot und wähle ihn aus. Durch einen Klick auf die Info Taste öffnet sich die Samplebearbeitung. Hier kann ich nun den Sample Modus für dieses Sample festlegen. Zur Auswahl stehen „Sample“ für die schon erwähnten Funktionen und Eigenschaften der Sounds und Aufnahmen, „Clip“ soll für Samples und Loops genutzt werden, die mehr Synchronität brauchen. Bitbox 2.0 „scant“ automatisch das Sample nach Beats und springt je nach Geschwindigkeit und Quantisierungseinstellung zum nächsten Marker im Loop und staucht ihn somit passend. In diesem Mode greift die Quantisierung besser, dafür wird die Polyphonie auf zwei Stimmen reduziert. Der dritte Modus ist der ebenfalls zweifach polyphone Slicer Modus, den wir uns jetzt näher betrachten. Neben dem Samplenamen öffne ich durch Touch auf die drei Punkte eine neue Befehlsreihe: Split, Join und Scan. Scan durchforstet den Drumloop nach Transienten und setzt eigenmächtig Splitpunkte, die durch violette Linien gut von der blauen Wellenform zu unterscheiden ist.
Um die Lage der Punkte besser zu betrachten können, zoome ich mit der gewohnten Zwei-Finger-Geste in die Wellenform und scrolle mit einem Finger-Wisch zu der gesuchten Stelle. Das funktioniert absolut gut und wie erwartet. Eigentlich genau so wie auf meinem iPhone.
Falls zu viele Slicepunkte erzeugt wurden, könnt ihr diese zum Cursor (Mittelposition) schieben oder mit den Drehreglern drehen und mit Join löschen. Umgekehrt addiert Split am Cursor einen neuen Splitpunkt. Jeder erzeugte Slice wird einer neuen MIDI-Note auf der Klaviatur zugeordneten und kann so von einem MIDI-Sequencer frei angespielt und der Loop neu zusammengesetzt werden. Über CV-Steuerung funktioniert eine Ansteuerung der einzelnen Notenwerte leider nicht.
Die Drehregler helfen schneller zum Ziel zu kommen. (Foto: Marcus Schmahl)
Die Drehregler helfen schneller zum Ziel zu kommen. (Foto: Marcus Schmahl)

MIDI

Das Antriggern der Noten einzelner Slots funktioniert mit jedem MIDI-Keyboard und Controller wie erwartet einwandfrei. Es muss nur an dem Controller und dem ausgewählten Sample-Slot der gleiche MIDI-Kanal eingestellt werden. Zum Testen schließe ich einen Arturia Beatstep Pro an, der auf vier verschiedenen MIDI-Kanälen gleichzeitig Signale an Bitbox 2.0 sendet. Drei Drum-Slots, zuzüglich einer polyphonen Spur, kommen somit synchron als Song Idee aus einem Bitbox 2.0 Modul. Das macht richtig Spaß!

Modulationen bringen Abwechslung

Standardseitig sind vier von externen CV-Quellen steuerbare Modulationseingänge voreingestellt. Mit Version 2 lassen sich von nun an optional die links danebenliegenden Eingänge als weitere Vier missbrauchen. Dadurch verliert ihr aber vier Sound-Slots. Aber zwölf sollten meist ausreichend sein. Diese Modulationen lassen sich sehr einfach über das Info Menü mit jedem sichtbaren Parameter verknüpfen. Ihr müsst lediglich mit dem Menü-Button durch die Ebenen zappen, den gesuchten Parameter finden und einen der drei schwarzen Blöcke darunter an-„touchen“. Ihr gelangt dann in ein weiteres Submenü in dem ihr die Quelle (none, Trig, Vel oder EXT1-8) definiert sowie die Stärke. Also können maximal drei der verfügbaren Modulationsquellen gleichzeitig jeden Parameter fernsteuern. Da schlägt das Sounddesigner Herz doch ein wenig schneller!
Audio Samples
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Original Mix, abgespielt durch Bitbox 2.0 Clip Mode, 1/16 quanitisiert, 50 BPM Clip Mode, 1/8 quanitisiert, 50 BPM Sample Mode, Bidirektional, Release 50 Prozent Sample Mode, Bidirektional, Release 50 Prozent, EXT1 (LFO) Pitch Modulation Slicer, Auto, 50 BPM, MIDI-Noten Trigger, mit Gate Variation Slicer, Auto, BPM EXT1 (LFO) Modulation, MIDI-Noten Trigger Slicer, Auto, 90 BPM, Pitch EXT1 (LFO) Modulation, MIDI-Noten Trigger Sample Mode, vierfach polyphon Schnelle LFO Modulation (EXT1) und Velocity auf Volume

Zum Schluss

Als wäre das nicht schon alles, könnt ihr eure Sample-Slots nicht nur als Preset-Set abspeichern, sondern es wird gleichzeitig auf die Micro-SD Karte eine Ableton Live kompatible „.als“ Datei abgelegt. Natürlich öffnet sich diese auf eurem mit „Live“ ausgestatteten Rechner inklusive Samples eures Bitbox 2.0 Sets. Alle Samples liegen in Lives Session View in Slots entsprechend der Anzeige des Touchscreens. Leider werden die Slice-Punkte (noch?) nicht mitgenommen und in umgekehrter Reihenfolge von Live zur Bitbox 2.0 ist ein Import eines Songs ebenfalls (noch?) nicht möglich.
Der Micro-SD Slot sitzt auf der Front zum schnellen Zugriff. (Foto: Marcus Schmahl)
Der Micro-SD Slot sitzt auf der Front zum schnellen Zugriff. (Foto: Marcus Schmahl)
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Profilbild von Stefan Saurer

Stefan Saurer sagt:

#1 - 04.05.2019 um 14:54 Uhr

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Die Sofware ist mir ziemlich häufig abgestürzt.

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