Neumann erweitert sein Lautsprechersortiment um einen aktiven 3-Wege-Studiomonitor. Der Neumann KH 350 schließt die Lücke zwischen dem Flaggschiff KH 420 und dem zum gleichen Zeitpunkt vorgestellten, runderneuerten Neumann KH 310 II. Wie sich der neue Monitor des Berliner Audiospezialisten in der Praxis schlägt, welche Funktionen er bietet und wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum kleineren KH 310 II liegen, lest ihr in unserem Neumann KH 350 Test!

- vollwertiges Monitoring ohne Subwoofer für nahezu alle Studioanwendungen
- hohe Linearität der Frequenzwiedergabe
- DSP-Funktionalität und MA 1-Kompatibilität
- analoge und digitale Inputs
- breiter Sweet Spot
- mit anderen Neumann Monitoren kombinierbar (Netzwerk, Design)
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Konzept und Bauweise des Neumann KH 350
Der Neumann KH 350 ist ein aktiver 3-Wege-Studiomonitor, der stückweise angeboten und vom Hersteller primär zum Midfield-Monitoring konzipiert wurde. Laut Neumann beträgt die empfohlene Abhördistanz des ausschließlich vertikal zu positionierenden Lautsprechers 1,2 bis 3 m (mögliche Abhördistanz bis zu 9 m), wodurch auch eine Verwendung im Nahfeld problemlos möglich ist. Obwohl der KH 350 Monitor mit den gleichen Chassis und Class-D-Verstärkern des KH 310 II Monitors ausgestattet ist, verfügt er aufgrund seines Bassreflexgehäuses, trotz unverkennbarer Verwandtschaft des Klangbilds, über einen etwas anderen Wiedergabecharakter.
Zudem erlaubt der Größenunterschied (KH 350: 545 x 280 x 363 mm; 20 kg) keine ganz so willkürliche Positionierung am Arbeitsplatz wie der vergleichsweise kompakte KH 310 II Monitor im geschlossenen Gehäuse. Wiederum ist der KH 350 nicht unwesentlich kleiner als Neumanns großer Midfield-Monitor KH 420 (775 x 610 x 590 mm; 35 kg), wodurch eine tatsächlich vorhandene Lücke im Produktsortiment gefüllt wird.
Ein aus meiner Sicht enormes Upgrade gegenüber Neumanns aktuellem Flaggschiff (KH 420) ist die DSP-Ausstattung und Kompatibilität zum hauseigenen MA1-Einmesssystem, dessen exzellente Raumanpassung uns schon mehrfach im Tests überzeugen konnte:
Technische Daten und Ausstattungsmerkmale des KH 350
Die Bass-, Mittel- und Hochtöner (8 1/4, 3, 1 Zoll) werden von Class-D-Verstärkern angetrieben. Die entsprechende Ausgangsleistung der Verstärkerstufen (bei THD+N bei deaktiviertem Limiter: 0,1 %) wird mit 185, 125 und 125 Watt angegeben. Bei einem höheren Gesamtklirrfaktor plus Rauschen (10 %) liegt die Ausgangsleistung bei 300, 160 und 125 Watt – was sich für einen Midfield-Monitor vielleicht etwas besser liest. Ein Freifeld-Frequenzgang von 30 bis 21.000 Hz bei einem schmalen Toleranzschlauch von ±3 dB liest sich in jedem Fall gut und verspricht eine weitgehend lineare Frequenzwiedergabe mit kräftigem Bass (wohlgemerkt unter Ausgrenzung negativer Raumeinflüsse).

Da Raumeinflüsse in der Praxis immer eine Rolle spielen, ist der Neumann Monitor standardmäßig mit einem 3-Band-EQ („Acoustic Controls“) zur Korrektur von Bass, unteren Mitten und Höhen ausgestattet, der unerwünschte Artefakte spürbar reduziert. Für optimale Wiedergabeeigenschaften am Aufstellungsort, sollte man aus meiner Sicht aber nicht am optional erhältlichen Einmesssystem MA1 sparen.

Die I/O-Ausstattung besteht aus einem analogen XLR-Input sowie dem digitalen AES3id I/O in Form von BNC Buchsen. Weitere Bedienelemente auf der Gehäuserückseite dienen der Pegelanpassung, dem Umschalten des sogenannten Control Modes (sprich: manuelle Klangregelung vs Network / MA1), der Eingangsquelle sowie einem Ground Lift gegen potenzielle Brummschleifen. Weitere technische Daten
findet ihr am Ende dieses Testberichts.

Verarbeitung
Der optisch wie haptisch hochwertig wirkende Neumann KH 350 wird in der Tschechischen Republik hergestellt. Mit seiner tadellosen Verarbeitung und seinem seriös-edlen Profi-Look fügt sich der KH 350 nahtlos in das bisherige Monitorsortiment von Neumann ein. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da sich der KH 350 mit anderen Modellen des Herstellers als Monitoring System kombinieren lässt. Wie auch beim neuen KH 310 II besteht das massiv wirkende Gehäuse aus Polycarbonat-Verbundwerkstoff, Holz und rückseitig aus Aluminium. Die dort befindlichen Buchsen und Bedienelemente sind durchweg robust verbaut, wie es sich für ein Profi-Tools gehört.

Wie zuverlässig die Elektronik des neuen Neumann Monitors auf mittlere bis lange Sicht ist, lässt sich nach einem mehrtägigen Test allerdings nicht vorhersagen. Als eigentlich zufriedener Neumann-User musste ich bisher zwei DSP-ausgestattete Monitore (KH 80 DSP, KH 750 DSP) während und kurz nach Ablauf der Garantiezeit beim Händler tauschen bzw. vom Hersteller reparieren lassen.








