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Test: Strymon Olivera – Vintage-Style-Delay mit einzigartigem Charakter

Mit dem Strymon Olivera hat der kalifornische Effektspezialist ein ganz spezielles Delay-Effektpedal im Sortiment, das sich dem Sound eines Oil-Can-Echos widmet. Diese Echogeräte kamen Ende der 1950er-Jahre auf den Markt und sind bei Vintage-Fans sehr beliebt. Ihr typischer Echo-Sound ist warm und besitzt eine leichte Modulation. Den typischen Effekt lässt Strymon in einem kompakten Pedalgehäuse aufleben, allerdings mit moderner Technologie und diversen zusätzlichen Features.

Strymon Olivera bonedo Test
Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • tadellose Verarbeitung, hochwertige Bauteile
  • Made in USA
  • erstklassiger Sound
  • einfache Bedienung
  • Ausstattung mit vielen Features
  • Presets über MIDI abrufbar
  • True-Bypass/Buffered-Bypass schaltbar
Contra
  • keins

Strymon Olivera – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Strymon Olivera? Das Strymon Olivera ist ein Delay-Effektpedal mit digitaler Klangerzeugung, das sich die Vintage-Sounds von Oil-Can-Echos als Vorbild nimmt. 
  • Welche Parameter können mit den Reglern eingestellt werden? Time und Mix sind für Delay-Zeit und Mischungsverhältnis zuständig. Die Modulation wird mit Rate und Intensity eingestellt. Der Regen-Regler bestimmt die Stärke des Signals, das wieder zum Eingang hinzugefügt wird. 
  • Hat das Strymon Olivera zusätzliche Schalter? Ja, es gibt einen kleinen Kippschalter, mit dem man die virtuellen Aufnahmeköpfe anwählen kann: Long, Short, Both.
  • Hat das Strymon Olivera eine True-Bypass-Schaltung? Es stehen wahlweise True-Bypass oder Buffered-Bypass zur Verfügung. Es gibt auch eine Analogfunktion, bei der das Direktsignal nicht den digitalen Schaltkreis durchläuft. Diese Funktionen können per Power-Up-Mode mit den entsprechenden Reglern eingestellt werden. 
  • Können beim Strymon Olivera Preset-Einstellungen gespeichert werden? Mit einem zusätzlichen Strymon Multiswitch können drei Presets gespeichert und abgerufen werden. Über MIDI lassen sich alle Parameter per CC-Messages steuern, wobei bis zu 300 Preset-Speicher möglich sind.  
  • Kann das Strymon Olivera auch mit Batterie betrieben werden? Das Strymon Olivera wird mit 9-V-Netzspannung versorgt. Batteriebetrieb ist nicht möglich und bei einer Stromaufnahme von 196 mA auch nicht sinnvoll. 
  • Das sagt der Test: Das Strymon Olivera liefert die typischen, warmen Oil-Can-Echo-Sounds mit exzellenter Klangqualität und angenehmer Modulation. MIDI, Expression-Pedal-Funktion und zusätzliche Features erweitern die Möglichkeiten. Ideal für charakterstarke, atmosphärische Delay-Sounds

Was ist ein Oil Can Echo?

Die sogenannten Oil Can Echos entstanden Ende der 1950er-Jahre in den USA. Anstelle eines Magnetbandes dreht sich dort im Inneren des Gerätes eine kleine Metalldose, die mit leitfähigem Öl gefüllt ist, daher der Name „Oil Can“. Ein Aufnahmekopf überträgt das Audiosignal als elektrostatische Ladung auf die Oberfläche des rotierenden Metalls. Dabei dient das Öl als flüssiges Dielektrikum und Schmiermittel, um die Ladung kurzzeitig festzuhalten. Das Echo wird durch zwei Wiedergabeköpfe erzeugt. Eine weitere Besonderheit ist das Fehlen eines Löschkopfes. Die elektrische Ladung auf der Dose baut sich stattdessen von selbst über die Zeit ab. Das führt zu weichen, ineinander übergehenden Echo-Wiederholungen und einem ungleichmäßigen Delay-Rhythmus. Zu hören sind Oil-Can-Echo-Sounds bei Ry Cooder (Paris, Texas Soundtrack), Daniel Lanois oder Mike Campbell. 

Was sind die besonderen Eigenschaften des Strymon Olivera?

Das sind in erster Linie die warmen Delay-Sounds mit ihrer angenehmen schwebenden Modulation. Dabei reicht die Bandbreite vom sanften Detune-Effekt bis zum eiernden Delay. Auch oszillierende Echos sind möglich, die mit höheren Einstellungen des Regen-Reglers erzeugt werden. Eine Tap-Tempo-Funktion ist nicht an Bord, was bei den ungleichmäßigen Echowiederholungen auch keinen Sinn ergeben würde. Auch in dieser Hinsicht geht es hier sehr klar und präzise um ein Replikat der Oil-Can-Echos. Aber so ganz auf den technologischen Fortschritt wollte man dann doch nicht verzichten und hat dem Pedal neben den Reglern auf der Oberseite noch einige Modifikationsmöglichkeiten mitgegeben.

Die „versteckten“ Funktionen des Strymon Olivera 

Das Pedal bietet die Möglichkeit, einige grundlegende Funktionen per Power-Up-Mode einzustellen und zu verändern. Dazu hält man den Fußschalter beim Einschalten (Netzteil anschließen) ca. zwei Sekunden gedrückt. Anschließend lassen sich via Regler und Kippschalter bestimmte Funktionen verändern:

Artikelbild
Olivera Delay
Für 299,00€ bei
  • True-Bypass oder Buffered-Bypass
  • Spillover On oder Off
  • Direktsignal-Modus: Digital, Analog Thru oder Kill Dry
  • LED-Brightness: Einstellen der LED-Helligkeit mit dem Regen-Poti

Außerdem gibt es eine Tone-Funktion, die den Klang (Höhen) der Echowiederholungen verändert. Nachdem der Fußschalter im Betrieb eine Sekunde gedrückt gehalten wurde, wir per Regen-Regler die Klangfarbe verändert. Ab Werk steht der Wert auf neutralen 50 % (12-Uhr-Setting).

Welche Parameter kann man per Expression-Pedal steuern?

Auch hier hat sich Strymon nicht festgelegt und deshalb können per Expression-Pedal nahezu alle Parameter in Echtzeit verändert werden. Ist das Pedal angeschlossen, sollte der Fußschalter für mindestens drei Sekunden gedrückt gehalten werden. Anschließend können die EXP-Funktionen zugewiesen werden, indem man das Pedal zuerst in die Fersenposition stellt und die Regler entsprechend einstellt. Dann wird die Wippe in die Zehenposition bewegt und die Einstellungen für diese Position gewählt. So ist es möglich, von einem kompletten Setting stufenlos in ein anderes zu morphen. Natürlich können auch einzelne Parameter per Pedal gesteuert werden. 

Wie sieht es mit den Speichermöglichkeiten aus?

Das Pedal selbst bietet keine Speichermöglichkeit. Schließt man aber den Strymon MultiSwitch Plus an, einen Dreifach-Fußschalter, können drei verschiedene Presets gespeichert und abgerufen werden. Das beinhaltet sämtliche Einstellungen der Regler und Schalter. Gespeichert wird, wenn der Fußschalter mindestens 3 Sekunden gedrückt gehalten wird. Aber wirklich üppig sind die Speichermöglichkeiten per MIDI.

Was ist mit MIDI beim Strymon Olivera möglich?

Das Strymon Olivera ist komplett MIDI-fähig. Über den TRS EXP/MIDI-Anschluss können MIDI-Signale empfangen werden. Das Pedal hat per MIDI Platz für 300 Presets, aufgeteilt auf drei Bänke. Jeder Parameter lässt sich zudem mit einem MIDI-CC-Befehl steuern, falls man Parameter-Veränderungen in Echtzeit per Sequenzer steuern möchte. Im Handbuch sind die entsprechenden CC-Befehle dokumentiert. 

Fotostrecke: 5 Bilder Das Strymon Olivera nimmt sich die Vintage-Sounds von Oil-Can-Echos als Vorbild.

Entspricht das Angebot dem Preis?

Das Strymon Olivera ist mit rund 300 Euro kein Schnäppchen, aber hochwertige Bauteile und Bedien-Features rechtfertigen den Preis. Der Sound ist ebenfalls standesgemäß. 

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Aufnahmen mit dem Strymon Olivera

Das Strymon Olivera wird für die Aufnahmen in Stereo betrieben. Das Signal geht auf zwei clean eingestellte Amps (Sovtek MIG-50, Sovtek MIG-50H), die jeweils an ein Marshall 4×12-Cab angeschlossen sind. Die Speaker werden mit je einem Royer R-10 abgenommen. Von dort geht es in einen Chandler TG2 Preamp und danach ins Audio-Interface (UA Apollo). Für leichte Boost/Overdrive-Sounds wird ein Walrus Audio Ages vor das Olivera geschaltet. 

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Was kann man mit den Reglern einstellen und verändern?

Eine kurze Bestandsaufnahme zeigt, was man mit den einzelnen Reglern alles veranstalten kann. Die Verzögerungszeit des Short Heads liegt bei 72 ms bis 290 ms, der Long Head bietet Verzögerungen zwischen 155 ms und 620 ms. Die Wiederholungen sind wie beim Vorbild immer etwas unregelmäßig. Generell liefert das Olivera einen sehr warmen Echo-Ton mit ordentlicher Höhen-Absenkung bei den Echo-Wiederholungen.

Nimmt man die Modulationsregler mit ins Spiel, erhält man schwebende und je nach Intensität verstimmte Delay-Sounds mit starkem Vintage-Charakter. Mit dem Regen-Regler kann man die Länge der Echowiederholungen etwas erhöhen. Ab ca. 15 Uhr gibt es dann ein Endlos-Echo, das noch etwas heftiger oszilliert, wenn man den Regler weiter aufdreht.  

Audio Samples
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Short Head Check: Time 7-10-14-17 Uhr (Stratocaster) Long Head Check: Time 7-10-14-17 Uhr Both Heads Check: Time 7-10-14-17 Uhr Mod Intensity Check: 9-12-15-17 Uhr Mod Rate Check: 9-12-15-17 Uhr Regen Check: 9-12-14-15-17 Uhr

Typische Oil Can Delay Sounds mit dem Strymon Olivera

Das Strymon Olivera hat vom Slapback-Echo über schwebende Modulations-Sounds bis zum opulenten Soundscape mit Echo-Loop einiges im Angebot, aber immer mit dem speziellen Charakter, der sich recht stark von Standard-Echo-Sounds absetzt. Das liegt überwiegend an der typischen Modulation und den unregelmäßigen Echo-Wiederholungen. Klanglich ist das allererste Sahne, das Signal ist nie matschig, auch nicht bei hohen Effekt-Settings. Dazu fügt sich der weiche Delay-Sound harmonisch ins Klangbild ein. 

Audio Samples
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Both Heads (Stratocaster) Long Head (ES-335) Short Head (Telecaster) Both Heads (Jet Baritone) Short Head (Stratocaster) Long Head (Stratocaster) Long Head (Stratocaster)

So klingt das Strymon Olivera im Band-Arrangement

Zum Abschluss hört ihr das Strymon Olivera mit vier unterschiedlichen Settings im Band-Arrangement. 

Audio Samples
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Strymon Olivera im Band Arrangement

Dies sind die Mitbewerber/Alternativen zum Strymon Olivera

Die originalen Tel-Ray Oil Can Echos sind recht rar und wartungsintensiv, und bisher ist mir noch kein Hersteller über den Weg gelaufen, der tatsächlich ein solches Delay in dieser Form nachbaut. Andere Effektpedale, die sich dem Oil-Can-Echo-Sound widmen, sind das Old Blood Noise Endeavours Black Fountain oder das Catalinbread Adineko. 

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Old Blood Noise Endeavors Black Fountain Stereo Delay CR
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Kundenbewertung:
(1)
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Fazit  

Das Strymon Olivera liefert außergewöhnliche und charakterstarke Echo-Sounds in erstklassiger Qualität und lehnt sich dabei an den Effekt der Oil-Can-Echogeräte der frühen 1960er-Jahre an. Wer präzise Echo-Wiederholungen und klare (Standard-)Delay-Sounds mit Tap-Tempo sucht, wird hier nicht fündig. Das Olivera ist eher ein Pedal für kreative Klanggestaltung und atmosphärische Sounds und liefert warme Echosounds inklusive einer saftigen Modulation. Mit seinen fünf Reglern ist das Olivera sehr klar strukturiert und einfach zu bedienen, allerdings verstecken sich noch weitere Features unter der Haube. Dazu gehören MIDI-Steuerung, EXP-Steuerung und ein regelbarer Echo-Ton. Wer auf der Suche nach einem etwas anderen Delay-Sound ist, sollte das Strymon Olivera unbedingt antesten. 

  • Hersteller: Strymon
  • Modell: Olivera
  • Typ: Delay-Effektpedal
  • Herstellungsland: USA
  • Regler: Time, Mix, Rate, Intensity, Regen
  • Schalter: Bypass, Heads (Long, Short, Both)
  • Anschlüsse: Input (TRS), Output (TRS), EXP/MIDI (TRS), USB-C, Power
  • Bypass: True-Bypass/Buffered-Bypass (schaltbar)
  • Stromaufnahme: 196 mA (Hersteller-Empfehlung: Netzteil mit mindestens 250 mA)
  • Spannung: 9 V DC (Minuspol innen)
  • Speicher: 3 Presets per Strymon Multiswitch, 300 Presets per MIDI
  • Maße: 68 × 116 × 56 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 278 g
  • Verkaufspreis: 299,00 Euro (September 2026)

Herstellerseite: https://www.strymon.net/

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