Robbie Williams hat öffentlich gemacht, dass bei ihm Autismus diagnostiziert wurde. Der ehemalige Take That Sänger spricht darüber, warum ihm die Diagnose hilft, sich selbst besser zu verstehen, wie er mit belastenden Gedanken umgeht und welche Rolle Kreativität dabei spielt. Auch Liam Gallagher ließ sich einen Kommentar nicht nehmen.

Autismusdiagnose und ADHS: So lenkt Robbie Williams seine Gedanken
Bei einer Fragerunde zur Herbst und Winter Kollektion seiner Modemarke Hopeium sprach Robbie Williams ungewöhnlich offen über seine psychische Gesundheit. Der 52-Jährige erklärte, dass bei ihm neben ADHS nun auch Autismus festgestellt worden sei. In seiner gewohnt selbstironischen Art sagte er, er habe „ein bisschen Autismus“.
Für Williams scheint die Diagnose vor allem eines zu bedeuten: eine Erklärung für vieles, was ihn schon seit Jahren beschäftigt. Mit seinem speziellen Humor bezeichnete er sie zudem als eine Art „Get out of jail free card“. Dabei sprach der Sänger auch darüber, wie stark ADHS seinen Alltag beeinflusst. Wenn ihn etwas interessiere, könne er sich nach eigener Aussage zu „1000 Prozent“ darauf konzentrieren. Bei anderen Dingen funktioniere das dagegen kaum. Seine Kinder könnten davon ein Lied singen, scherzte Williams.
Besonders wichtig ist für ihn deshalb die kreative Arbeit. Er sei regelrecht davon besessen, Bilder zu erschaffen und lustige Dinge zu entwickeln. Genau das helfe ihm dabei, seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Wenn er kreativ arbeite, beschäftige er sich weniger mit sich selbst und mit all den Dingen, vor denen er Angst haben könnte. Sein Gehirn sei enorm kreativ, erklärte Williams, allerdings eben auch dann, wenn es darum gehe, sich mögliche Katastrophen auszumalen.
Wie weit solche Gedankenschleifen gehen können, machte er an einem Beispiel aus einem Flugzeug deutlich. Dort habe er sich kürzlich plötzlich gefragt, was wäre, wenn er Telekinese besitzen würde und seine eigenen Gedanken das Flugzeug zum Absturz bringen könnten. Für Williams ist es deshalb sinnvoller, seinen Kopf darauf zu trainieren, etwas Produktives zu erschaffen, als ihn mit solchen Szenarien allein zu lassen.
Schon länger auf der Suche nach Antworten
Mit dem Thema Autismus beschäftigt sich der Sänger schon länger. Noch im Oktober 2025 hatte er im Podcast I’m ADHD! No You’re Not erzählt, dass er vermute, autistisch zu sein. Ein Online Test hatte damals jedoch ein anderes Ergebnis geliefert. Williams sagte daraufhin, er sei wohl nicht autistisch, erkenne bei sich aber autistische Eigenschaften, insbesondere wenn es um soziale Situationen und den Umgang mit anderen Menschen gehe. Schon damals machte er deutlich, warum ihm eine eindeutige Erklärung wichtig wäre. Eine Diagnose könne ihm helfen zu verstehen, weshalb er sich so häufig unwohl in seiner eigenen Haut fühle.
Sein Bett beschrieb Williams als seine Komfortzone. Alles außerhalb davon fühle sich eher wie eine Zone des Unbehagens an. Gleichzeitig habe sich dieses Gefühl im Laufe seines Lebens gebessert. Seine Zwanziger seien „furchtbar“ gewesen, auch seine Dreißiger schwierig. In seinen Vierzigern sei es langsam besser geworden. Er befinde sich inzwischen auf einem positiven Weg, fühle sich aber noch immer nicht völlig wohl mit sich selbst. Williams sagte damals auch, dass er seit Jahren nach Gründen und Erklärungen suche. Ähnlich wie er Medikamente genutzt habe, um bestimmte Probleme in den Griff zu bekommen, suche er weiterhin nach dem „Warum“ hinter seinem eigenen Erleben.
Im selben Podcast sprach der Musiker außerdem über Tourette. Williams erklärte, er habe erkannt, dass sich die Symptome bei ihm vor allem in Form von Gedanken zeigten, die sich immer wieder aufdrängen. Besonders bemerkenswert sei für ihn, dass selbst die Reaktion eines ganzen Stadions daran wenig ändere. Tausende Menschen könnten ihm ihre Liebe zeigen, doch ein Teil in ihm sei offenbar nicht in der Lage, diese Zuneigung wirklich aufzunehmen. Dieser Gegensatz begleitet Williams schon lange. Auf der Bühne gilt er seit Jahrzehnten als einer der selbstbewusstesten Entertainer Großbritanniens. Privat spricht er dagegen immer wieder über Ängste, Selbstzweifel, Suchtprobleme und das Gefühl, sich in der eigenen Haut nicht vollständig wohlzufühlen.
Liam Gallagher reagiert mit gewohnt trockenem Kommentar
Auch Liam Gallagher ließ die Nachricht nicht unkommentiert. Der Oasis Sänger schrieb auf X: „I’ve just been diagnosed as being BIBLICAL i fucking knew it.“ Frei übersetzt verkündete Gallagher also, gerade als „biblisch“ diagnostiziert worden zu sein und es natürlich schon immer gewusst zu haben.
Ob der Post tatsächlich als direkter Seitenhieb gegen Williams gedacht war oder Gallagher schlicht die Gelegenheit für einen typischen Gallagher Spruch nutzte, ließ er offen. Der Zeitpunkt sorgte jedoch schnell dafür, dass die Aussage als Reaktion auf Williams’ Autismusdiagnose verstanden wurde.























