Mit dem MAT 16X8 präsentiert Modular Audio Tools ein ultra-kompaktes USB-Audiointerface mit vielen Anschlüssen. An elektronische Musiker mit modularen und mobilen Setups gerichtet, stellt das Interface immerhin 16 analoge Eingänge sowie acht analoge Ausgänge auf einer Reihe Miniklinke bereit!

Einen Kopfhörer-Verstärker, drei MIDI-Ports sowie ein paar Gummibänder gibt es drumherum. Ob das reduzierte Konzept so in der Praxis aufgeht, klärt der folgende Test!
- 16 analoge Line-Eingänge und acht Line-Ausgänge, MIDI I/O
- extrem kompakt und mit 135 g sehr leicht
- separater Kopfhörer-Regler
- läuft mit Handy-Akku
- kaum Monitoring
DETAILS
MAT 16X8: flaches Konzept, simple Verarbeitung
Das MAT 16X8 verfolgt einen radikal-reduziertes Konzept bis zur Platine herunter: viele Line-Signale auf kleinem Raum mit einem Computer, iPad oder anderen Gerätschaften Class-Compliant verbinden. Engineered und designed in München, Made in China.

Weniger an klassische Recording-Studios als an mobile Setups gerichtet, verspricht das Interface reichlich Anschluss für die vielen, kleinen und oft Akku-betrieben Synthesizern, Sampler und Effekte die es aktuell allesamt so gibt. Mit 22,4 × 6,2 × 1,2 cm fällt das Gehäuse flach aus und wiegt lediglich 135 g.
Rubber Bands wie Pablo
Der Aufbau besteht im Wesentlichen nur aus zwei mit Spacern zusammen-geschraubten Platinen, die so das Gehäuse bilden. Drei rutschhemmenden Gummistreifen drumherum gestraped und fertig! Das spart Gewicht und Material, und wirkt tatsächlich stabiler als vermutet.
Anfällig für Fettfinger und Staub ist das Ganze aber schon. Für den Transport legt MAT deshalb eine einfache Stofftasche bei; USB-Kabel oder gar MIDI-Adapter gehören NICHT zum Lieferumfang.
Üppig: 16 Ins / 8 Outs in Stereo-Miniklinke
Die 16 analogen Mono-Line-Eingänge verteilen sich auf acht 3,5-mm-Stereoklinken, vier weitere Buchsen stellen entsprechend vier Stereo-Ausgänge bereit. Hinzu kommen drei MIDI-Buchsen (In, Out, Out) sowie ein separater Kopfhörerausgang.
All das spart Platz, erfordert bei klassischen Studiogeräten allerdings viele Adapter- und Y-Kabel-Experimente. Witzigerweise ist das Ganze von vorn und von hinten mit den Kanälen entsprechend doppelt bedruckt, sowie auf zwei verschiedene Zählweisen.

Level-LEDs gibt es indes keine, der Look täuscht: die Einkerbungen sind die Befestigungspunkte der robust-wirkenden 3,5mm TRS-Buchsen. Für Eurorack-Module und Desktop-Synthesizer, die viel mit Stereo-Miniklinken arbeiten, ist der schmale Interface-Streifen mit seinen Ports nahezu ideal.
Nahezu – denn obwohl die Ausgänge DC-gekoppelt sind und prinzipiell Steuerspannungen ein- und ausgeben können, reicht ihr Pegel für CV/Gate-Anwendungen in Eurorack-Systemen nicht ohne weiteres aus.
Ganz normale Menschen nutzen dBu
Die Eingänge kommen ohne Preamps und rein für Line-Pegel ausgelegt. Laut Hersteller besitzen sie eine Impedanz von 10 kΩ und vertragen “maximal 2,1 V RMS beziehungsweise ±2,5 V”. Die Ausgänge liefern ebenfalls bis zu 2,1 V RMS. Etwas sonderbar diese Angaben. Je nach dem wie man das nun betrachtet sind das in etwa +7-9 dBu und für vieles damit vollkommen okay.
Kopfhörer und kaum Monitoring
Der Kopfhörer-Ausgang besitzt einen eigenen Lautstärkeregler sowie eine einfache Quellen-Wahl dazu. Über den etwas fisseligen Schiebe-Schalter lässt sich also wählen, ob die Wandler-Ausgangskanäle 1/2 oder 3/4 abgehört werden.
Besonders viele technische Details gibt es zu Kopfhörer-Ausgang nicht: 3,5-mm-Stereoklinke, regelbar, laut Hersteller mit 50 mW Ausgangsleistung. Ich mach es kurz: er geht laut, aber auch nicht viel lauter als ein MacBook.

Die analogen Ausgänge arbeiten grundsätzlich auch mit vollem Pegel und kommen ohne normierte Pegelanpassung aus. Ihre Lautstärke wird nur über die verwendete DAW-Software oder eben auch durch ein nachgeschaltetes Gerät geregelt. Logisch, einen zusätzlichen Software-Mischer gibt es hier nicht.
Einen Monitorregler, Solo/Mute-Taster oder gar Direct Monitoring bietet das MAT 16X8 ebenfalls nicht. Besonders beim Anschließen aktiver Lautsprecher solltet ihr deshalb etwas Vorsicht walten lassen!
1-In/2-Out USB/MIDI-Interface
Zusätzlich zur Audio-Ausstattung besitzt das Interface einen MIDI-Eingang und zwei unabhängig nutzbare MIDI-Ausgänge – allesamt wieder im 3,5-mm-TRS-Format präsentiert. Der Eingang erkennt automatisch TRS-Adapter Typ A und Typ B, die Ausgänge entsprechen direkt Typ-A.
Auflösung, Latenz & iDevice ready
Zwei Status-LEDs befinden sich neben der USB-C-Buchse: Eine signalisiert Stromversorgung, die andere eine aktive USB-Audioverbindung. Das Interface arbeitet mit bis zu 24 Bit und 96 kHz und verbindet sich über USB 2.0 mit iOS, Linux, macOS und Windows.
Unter Windows ist die Installation des ASIO-Treibers erforderlich. Für die Zukunft ist zudem die Kombination zweier Interfaces vorgesehen, womit sich bis zu 32 Ein- und 24 Ausgänge realisieren ließen – allerdings nur mit Abtastraten bis maximal 48 kHz.

MAT bewirbt das Interface zudem als für iDevices optimiert. Dazu trägt durchaus der geringe Stromverbrauch bei: Die Versorgung erfolgt ausschließlich über den USB-Bus, wobei es nur 400 mA benötigt. Ein separater Netzteilanschluss ist nicht vorgesehen. Will man also das Tablet mit laden wollen, wird ein Power-Delivery-Passthrough erforderlich.



























