Test: Keeley Nocturne Andy Timmons Reverb – Hallpedal mit Suchtfaktor?

Das Nocturne Reverb ist das zweite Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Robert Keeley und der Gitarrenlegende Andy Timmons. Ziel war es dabei, den Timmons-Signature-Sound aus dem Keeley Halo Delay auf ein Hallpedal zu übertragen. Das Nocturne bietet drei Stereo-Reverb-Modi und kommt im selben Format wie das von uns bereits getestete Keeley Halo Core. Mit an Bord sind ein Fußschalter für ein abrufbares Preset pro Reverb-Modus und Eingänge für die externe Steuerung per Fußschalter, Expression-Pedal oder MIDI.  

Test: Keeley Nocturne Andy Timmons Reverb
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • allgemeine Soundqualität
  • geschmackvoll abgestimmte Stereosounds
  • intuitive Bedienung
  • Routing- und Expression-Optionen
Contra
  • Preset-Funktion erlaubt kein „Springen“ zwischen den Reverb-Modi
Artikelbild
Test: Keeley Nocturne Andy Timmons Reverb – Hallpedal mit Suchtfaktor?
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Keeley Nocturne Andy Timmons Reverb – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Keeley Nocturne Andy Timmons Reverb? Das Keeley Nocturne Reverb ist ein Hall-Effektpedal, das sich am Klangcharakter des Halo Echos orientiert, ohne dabei die Wiederholungen und die Delay-typischen Übersprechungen zu erzeugen.
  • Welche Sounds bietet das Nocturne? Neben dem Andy-Timmons-Signature-Modus (Nocturne) verfügt das Pedal über zwei weitere Modi: eine klassische Spring-Reverb-Emulation und einen Plate-Modus im Stil des EMT 140 Plattenhalls aus den 70er-Jahren.
  • Welche weiteren Funktionen gibt es? Das Nocturne bietet einen Preset-Switch zum Abrufen eines alternativen Settings pro Reverb-Modus und kann per Fußschalter, Expression-Pedal oder MIDI gesteuert werden. Als zusätzliche Routing-Optionen stehen ein Wet-Only-Modus und ein Wet-Dry-Split für den Stereo-Ausgang bereit.
  • Wie groß und schwer ist das Pedal? Das Keeley Nocturne hat ein Gewicht von 490 Gramm und ist (BxHxT) 100 x 65 x 140 Millimeter groß.
  • Was sagt der Test? Das Nocturne überzeugt auf voller Linie mit sehr geschmackvollen Stereo-Sounds, intuitiver Bedienung und einem beachtlichen Feature-Set. Dass sich mit dem Preset-Switch keine Wechsel zwischen den Reverb-Modi realisieren lassen, könnte den einen oder anderen stören.

Die Bedienung des Nocturne ist intuitiv und praxisfreundlich

Das Nocturne kann in jedem der drei Reverb-Modi intuitiv über vier Potis bedient werden. Neben dem Effektanteil (Level) und der Länge (Decay) lassen sich Klang (Tone/HPF), Verzögerung (Pre-Delay) und Modulation der Hallfahne regeln. Sowohl die Anwahl der Reverb-Modi als auch der Zugang zu den Sekundärfunktionen der Potis erfolgen dabei über einen kleinen Wahltaster. Zwei Fußschalter dienen zur Inbetriebnahme (On/Off) und zum Abrufen eines alternativen Poti-Settings in jedem Reverb-Modus (Preset).

Fotostrecke: 4 Bilder Das Nocturne kann in jedem der drei Reverb-Modi intuitiv über vier Potis bedient werden.

Zahlreiche Routing- und Steuerungsoptionen warten unter der Oberfläche 

Zu den externen Steuerungsoptionen zählen eine Remote-Buchse für einen externen Fußschalter (Anwahl der Reverb-Modi) und eine weitere Buchse zur MIDI-Steuerung (PC- und CC-Messages) oder zum Anschluss eines Expression-Pedals. Mit Letzterem lassen sich zwei beliebige Poti-Setting stufenlos ineinander überblenden. Weitere versteckte Features betreffen den Bypass-Modus (True/Buffered), den Effektanteil (Wet+Dry/Wet Only), die Reverb-Trails (On/Off) und das Output-Routing (Stereo-Out/Left Wet, Right Dry).


So wird das Keeley Nocturne Reverb getestet 

Für den Test sitzt das Keeley Nocturne hinter einem Universal Audio Dream ’65 Amp und wird in Stereo aufgezeichnet. Als Gitarren stehen eine Maybach Texonian T54 und eine Maybach Lester bereit.

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Selbsterklärende Bedienung und inspirierende Sounds mit Suchtfaktor

Beim ersten Antesten mit allen Potis in der 12-Uhr-Stellung offenbart sich im Nocturne-Modus ein sehr angenehm warm und unaufdringlich klingender Ambient-Reverb-Sound, kombiniert mit einer leichten Tonhöhenmodulation im Stereobild. Der Klangcharakter rangiert irgendwo zwischen Shimmer- und Synth-Pad-Sound, wirkt dabei aber selbst in extremen Poti-Settings nie künstlich oder überladen. Dass Andy Timmons diesen Sound laut eigenen Aussagen den ganzen Tag spielen könnte, ist durchaus nachvollziehbar.

Der positive Ersteindruck setzt sich auch in den beiden anderen Reverb-Modi fort. Der Spring-Mode liefert ansprechende und authentische Federhall-Sounds, bei denen sich über das Modulation-Poti das „Schlackern“ einer in die Jahre gekommenen Hallfeder simulieren lässt. Auch das Plate-Reverb grenzt sich gut von den beiden anderen Modi ab und liefert sehr klare und höhenreiche Hallfahnen. Hier lässt sich über das Mod-Poti die vergleichsweise stärkste Tonhöhenmodulation (Vibrato) aller Reverb-Modi erzeugen.

Die Preset-Funktion dürfte nicht jeden zufriedenstellen

Der Preset-Switch sorgt für zusätzliche Flexibilität und erlaubt es, pro Reverb-Modus ein alternatives Poti-Setting zu speichern. Leider ist es hier nicht möglich, einen anderen als den aktuell angewählten Reverb-Modus abzuspeichern, wie es beispielsweise beim Strymon BlueSky mit dem Fav-Switch der Fall ist. So bleibt die Preset-Option beim Nocturne ausschließlich auf die Poti-Werte innerhalb eines Reverb-Modus‘ beschränkt. Das Fine-Tuning der Hallfahnen-Sounds erfolgt wahlweise über das Tone-Poti oder den stufenlosen Hochpassfilter. Besonders sinnvoll zeigen sich diese Features im Nocturne-Modus, sodass sich einerseits der Tieftonbereich entschärfen und anderseits der Shimmer-Charakter in den Höhen verstärken lässt.  

So klingen die drei Reverb-Modi des Keeley Nocturne

Zum Anfang hören wir ein Beispiel aus jedem der drei Reverb-Modi mit allen Potis in der 12-Uhr-Position und danach einen Direktvergleich mit Decay- und Mod-Poti in der 14-Uhr-Stellung.   

Audio Samples
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Soundcheck Nocturne-Mode (Tele) Soundcheck Spring-Mode (Tele) Soundcheck Plate-Mode (Tele) Direktvergleich Nocturne/Spring/Plate, Long Decay+Mod (Tele)

Welche Effektparameter lassen sich per Poti steuern?

Weiter geht es mit einem Überblick über die verfügbare Ausklingzeit (Decay) und die Wirkungsweise von Tone- und HPF-Poti. Außerdem hören wir den Regelweg des Mod-Potis im Spring-Modus.

Audio Samples
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Decay-Poti min->max, Nocturne (Les Paul) Tone-Poti min->max, Plate (Les Paul) HPF-Poti min->max, Nocturne (Les Paul) Modulation-Poti, min->max, Spring (Tele)

Drei Praxisbeispiele aus allen Reverb-Modi + Expression-Funktion

Abschließend hören wir noch drei Praxisbeispiele aus allen Reverb-Modi mit unterschiedlichen Settings. Im letzten Beispiel wird dabei ein Expression-Pedal verwendet, um die Potis für Decay und Modulation zwischen Minimal- und Maximalwert zu steuern.

Audio Samples
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Praxisbeispiel Short Decay, Spring (Tele) Praxisbeispiel Long Decay, Nocturne (Les Paul) Praxisbeispiel Expression Pedal, Plate (Les Paul)

Fazit

Das Keeley Nocturne Andy Timmons Delay überzeugt auf ganzer Linie mit hochwertigen Reverb-Sounds, intuitiver Bedienung und einem sehr praxisfreundlichen Feature-Set aus Routing- und Expression-Optionen. Mit seinen drei Reverb-Modi steckt das Nocturne ein weites Feld an geschmackvollen und nie überladenen Stereo-Hallsounds ab, mit denen man in der Praxis wunschlos glücklich werden kann. Besonders inspirierend präsentiert sich dabei – ganz im Sinne des Erfinders – der Nocturne-Signature-Modus mit warmen, unaufdringlichen Ambient-Sounds, denen ein gewisser Suchtfaktor nicht abzusprechen ist. Geschmackssache bleibt die Funktion des Preset-Switches. Mit ihm lässt sich zwar für jeden Reverb-Modus eine alternative Poti-Stellung speichern. Ein „Sprung“ zwischen zwei Reverb-Modi (wie etwa beim Strymon Fav-Switch) ist allerdings nicht möglich.

Das Nocturne überzeugt durch facettenreiche und hochwertige Reverb-Sounds bei intuitiver Bedienung.
Das Nocturne überzeugt durch facettenreiche und hochwertige Reverb-Sounds bei intuitiver Bedienung.
  • Hersteller: Keeley Electronics
  • Modell: Nocturne Andy Timmons Reverb
  • Typ: Stereo-Reverb
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: L-Input, R-Input, L-Output, R-Output, Remote, Exp/MIDI
  • Regler/Schalter: Tone (HPF), Reverb-Level, Decay (Pre-Delay), Modulation, Reverb-Mode, Preset, On/Off
  • Stromversorgung: 9 V bis 18 V per Netzteil
  • Stromaufnahme: 150 mA
  • Abmessungen: 100 x 65 x 140 (BxHxT)
  • Gewicht: 490 g
  • Ladenpreis: 369,00 Euro (März 2026)

Herstellerseite: https://robertkeeley.com

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