Analog-Summierer sind Geräte, die Audiosignale statt in der DAW analog mischen. Ja, das kann einen deutlichen Unterschied machen! Derartige Hardware wird auch als Audio-Summierer, Summing Amp oder Summierverstärker bezeichnet. In diesem Kaufberater Analog-Summierer geht es um unsere Erfahrungen, Tipps und Ratschläge, konkrete Empfehlungen zum Kauf, aber auch um das Pro und das Contra von analoger Summierung.

- Für Eilige: Unsere Audio-Summierer-Empfehlungen
- Flexibler Analogsummierer: AMS Neve 8816
- No-Frills-Summing-Amp vom Qualitätshersteller: SPL MixDream XP Mk2
- Ein bisschen Abbey Road für dein Studio: Chandler TG Rack Mixer
- Wie viele Inputs? Welche Anschlüsse?
- Wichtige Unterscheidung: Summierverstärker regelbar oder nicht?
- Analog-Summierer mit Monitoringfunktionen
- Summing Amps mit Extras
- Lohnt sich analoge Summierung?
- Pro: Was spricht für analoge Summierer?
- Contra: Was spricht gegen analoge Summierer?
- Weitere empfehlenswerte Summing Amps
Für Eilige: Unsere Audio-Summierer-Empfehlungen
Flexibler Analogsummierer: AMS Neve 8816
Der AMS Neve 8816 ist ein 16-Kanal-Summierer, der sehr schlau konzipiert ist. Er bietet volle, individuelle Pegelkontrolle und einen Pan-Regler. Dazu ein paar Extras wie eine Monitoringsektion mit Headphone-Amp, Cut/Solo und Stereoverbreiterung. Der Traditionshersteller fertigt das Gerät in England, es kommen Marinair-Übertrager zum Einsatz. Der besondere Clou: Es kann eine Digitalkarte eingesetzt werden, außerdem ist das System mit einem Faderpack erweiterbar. Nutzt man das AMS Neve 8804, werden die Faderpotis der Main Unit zu Aux-Send-Reglern! Dieser Summierer kann also zum preiswerten, kleinen Neve-Mischpult werden, das man auch im Recording einsetzen kann!
No-Frills-Summing-Amp vom Qualitätshersteller: SPL MixDream XP Mk2
Der SPL MixDream XP Mk2 Model 2170 besinnt sich auf’s Wesentliche, macht diesen Job aber absolut top. Für seine hohe Klangqualität ist nicht zuletzt die innere Spannungsversorgung von 60 Volt verantwortlich. Der 16-Kanal-Summing-Amp benötigt nur 1HE im Rack und ist wie immer bei SPL absolut hochwertig hergestellt. Dieses „Made in Germany“-gerät ist ideal, wenn du aus deiner DAW direkt hinaus gehst, summierst und wieder zurück gehst. Aber natürlich kannst du vor der Summierung auch dein Outboard einpatchen.
Ein bisschen Abbey Road für dein Studio: Chandler TG Rack Mixer
Die EMI hatte einst Eigenentwicklungen, um technologisch und klanglich einen Vorsprung gegenüber anderen Plattenfirmen zu haben. Heiligtümer sind daher die verbleibenden TG-Konsolen, die natürlich unbezahlbar sind. Für einen gerade einmal noch vierstelligen Betrag kannst auch du auf einer TG-Konsole mischen, wenn auch deutlich abgespeckt. Chandler Limited hat die Erlaubnis, die vor allem durch die Abbey Road Studios bekannten Mischpulte nachzuahmen. Der Chandler TG Rack Mixer ist ein in Kassetten aufgebauter 16-in-2-Mixer mit Faderpotis und Pan-Reglern sowie einer einfachen Monitoringsektion. Es gibt auch einen Expander, womit man dann auf 32 Channels Abbey-Road-Feeling kommt.
Wie viele Inputs? Welche Anschlüsse?
Die meisten Audio-Summierer bieten 16 Kanäle, es gibt aber auch welche mit 8 Kanälen oder 20. Typisches Anschlussformat für die analogen Inputs ist der platzsparende Multipinstecker DB25, der jeweils acht symmetrische Kanäle ermöglicht. Seltener sind XLR oder sogar TRS zu finden. Ausgangsseitig findest du entweder XLR oder TRS.
Wichtige Unterscheidung: Summierverstärker regelbar oder nicht?
Je nach Einsatzgebiet kommen für dich regelbare oder nicht regelbare Summing Amps infrage. Ohne Regler kannst du nutzen, wenn du in der DAW deine Pegelverhältnisse setzt. Wenn du vor dem Summieren noch weitere Geräte verwenden willst wie EQs oder Kompressoren, dann musst du bedenken, dass sie nicht mitt allzu wenig Pegel angefahren werden sollte, damit dein Gain Staging stimmt. Sonst handelst du dir Rauschen ein. Regelbarkeit ist in komplexeren Analogsetups also angenehmer. Das ist dann gerne einmal verbunden mit Pan-Reglern. Manche ungeregelten Summierer bieten dir aber die Möglichkeit, Signale in die Mitte, nach links oder rechts zu routen.

Dieser Online-Workshop erklärt verständlich, worauf es beim Mischen eines Songs ankommt. EQ, Kompressor, Automation, aber auch Abhörsituation und dergleichen sind Bestandteil dieses Tutorials.
Analog-Summierer mit Monitoringfunktionen
Ein Summing Amp ist ja prinzipiell ein kleines Mischpult. Zumindest vollzieht es dessen Basisfunktion. Da liegt es dann natürlich nahe, weitere Mischpultfunktionen zu integrieren. Ein Control-Room-Output mit Regler wäre die simpelste Lösung. Und Analogsummierer bieten unterschiedliche Feature, von Alt-Speaker-Outputs über Mono und Dim bis hin zu Talkback und Kopfhörerausgängen. Selten sind sogar Cue-Wege vorhanden. Damit kann man eine einfache Kopfhörermischung analog und latenzfrei erstellen.

Viele Mixer, separate Monitor-Controller und auch moderne DAW-Software verfügen über über Dinge wie Mute, Dim, Alt sowie Talkback-Funktionen – hier erfahrt ihr, was das alles ist.

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Summing Amps mit Extras
Einige Summierer besitzen zwei verschiedene Summen. Das kann interessant sein für Dinge wie Gruppenkompression einiger Signale oder Parallel Compression. Manche bieten Masterbus-Effekte wie Beeinflussung der Stereo-Basisbreite. Besonders beliebt ist die Möglichkeit, Signale harmonisch anzureichern, meist kommen hier Übertrager mit regelbarem Feedback zum Einsatz.
Lohnt sich analoge Summierung?
Die Frage, ob sich ein analoger Summierer im Vergleich zum Mixing innerhalb der DAW lohnt, wird seit Jahren intensiv diskutiert. Befürworter analoger Summierer argumentieren mit einem besseren, „musikalischeren“ Klang. Es gibt aber eine Reihe verschiedenster Argumente. Hier die wichtigsten:
Pro: Was spricht für analoge Summierer?
- Klang: digitale Summierung verliert Auflösung bei Signalen mit wenig Pegel, was zu Quantisierungsverzerrungen führt, besonders leise und verdeckte Signalanteile (Reflexionen, Hallfahnen, Details) klingen durch die kontinuierliche Addition in der Analogwelt deutlich besser; viele Summierer besitzen klangfärbende Elemente (v.a. Übertrager)
- Haptik und Workflow: oft physische Regler für „echtes“ und dynamisches Mischen
- CPU-Entlastung: Summierung außerhalb der DAW
- analoge Summierung ist latenzfrei!
Contra: Was spricht gegen analoge Summierer?
- kein Recall: meist manuelle Dokumentation nötig
- Flexibilität: meist kein umfangreiches Routing möglich
- Headroom-Management: präzises Gain Staging nötig, sonst Übersteuerung oder Rauschen
- Platzbedarf im Rack
- Kosten für Gerät, Notwendigkeit für I/Os, Strom, Wartung
Weitere empfehlenswerte Summing Amps
Alternativen zu Analogsummierern
- Analogmischpulte (Sound, Flexibilität, Werterhalt)
- externe Digitalmixer (Haptik, Eigenständigkeit, Flexibilität)
- DAW-Mixer, evt. mit zus. Plug-ins
- DAW-Mixer mit Hardware-Controller

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