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Thomann Cajon Construction Kit Bundle Test

Praxis

Zusammenbau des Korpus

Bevor ich die Seitenteile mit den Boden- und Sitzflächen (das sind übrigens zwei identische Teile) verleime, stecke ich den Korpus sicherheitshalber erst einmal trocken zusammen. Dabei stelle ich fest, dass die Fräskanten nicht hundertprozentig ineinander greifen und hoffe, dass die Spanngurte sie letztlich fest genug zusammenziehen, um die Lücken zu schließen. Nun verteile ich den Expressleim großzügig in den Fräskanten und stecke den Korpus zusammen. Hierbei sollte man zügig und sorgfältig vorgehen, da der Leim recht flott einzieht. Um später eine gute Auflage der Schlagfläche und Rückwand zu gewähren, müssen die Kanten absolut bündig abschließen. 
Damit das Cajón später auch im Lot steht, wird im Anschluss die Karton-Winkelschablone im Inneren eingesetzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass sie an drei Seiten stramm an der Innenseite des Korpus anliegt. Dann werden die Spanngurte angezogen, und der Leim darf erst einmal trocknen. Der Expressleim aus dem Add On Pack hat eine Trockenzeit von 4 bis 15 Minuten, was für eine Tasse Kaffee zwischendurch genau passt. Nach dem Trocknen sehe ich an den Außenkanten, dass trotz festen Spannens noch Spalten sichtbar sind. 

Fotostrecke: 4 Bilder Die Fräskanten passen leider nicht hundertprozentig ineinander.
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Montage des Innenlebens

Als nächstes werden die Bodenleiste und die Leiste für die Snare in den Korpus geleimt. Beim Einsetzen der Bodenleiste verrutscht diese leider etwas, da der Leim im flüssigen Zustand auch ein ausgezeichnetes Schmiermittel darstellt. Eine Korrektur scheint mir schwieriger zu sein, als den kleinen Überstand der Leiste im Anschluss abzuschleifen. Dabei muss ich allerdings feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, wenn man die Kante der Bodenplatte nicht auch mit abschleifen möchte.
Bei der Snareleiste bin ich dementsprechend etwas vorsichtiger und schraube anschließend den Snareteppich nach Anleitung daran fest.

Fotostrecke: 3 Bilder Verleimen und Festnageln der Bodenleiste…
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Schlagfläche und Rückwand

Da Korpus und Innenleben nun bereit sind, kommt die Schlagfläche an die Reihe. Als ich sie probeweise schon mal auf den Korpus lege, stelle ich fest, dass dieser leicht rautenförmig statt exakt rechteckig geworden ist. Da hätte ich mit der Karton-Schablone wohl etwas genauer und sorgfältiger arbeiten müssen. Da Schlagfläche und Rückwand jedoch etwas größer als die Abmessungen des Korpus sind, kann ich diese Ungenauigkeit zum Glück gerade so ausgleichen, muss beim Verleimen aber sehr genau arbeiten. 

Während die Schlagfläche, eingespannt zwischen Anpressplatte und Korpus, auf das Trocknen des Leims wartet, nehme ich mich des Resonanzlochs in der Rückwand an. Laut Anleitung soll das Loch rund sein, etwa zwölf Zentimeter Durchmesser haben und etwas oberhalb des Mittelpunktes der Rückwand platziert werden. Genauer wird die Positionierung nicht definiert. Also markiere ich die senkrechte Mitte und schnappe mir kurzerhand einen alten CD-Rohling (diese haben zwölf Zentimeter Durchmesser), um damit nach Augenmaß eine gute Position zu finden. Da die CD nun schon mal da liegt, vergesse ich den Zirkel und schnappe mir den Bleistift, um das Loch zu markieren.
Das Aussägen kann entweder mit einer Laubsäge oder einer Stichsäge erfolgen. Bevor die Rückwand an den Korpus geleimt wird, muss das Resonanzloch noch geschliffen werden.

Fotostrecke: 3 Bilder Ermitteln und Anzeichnen der Position des Resonanzlochs.
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Schleifen bis der Arzt kommt

An diesem Punkt scheint es mir sinnvoll, von der Reihenfolge, die die Anleitung vorgibt, abzuweichen und erst im letzten Schritt die Gummifüße zu montieren. Also mache ich mich an die wohl arbeitsintensivste Phase des Projekts und rücke den Kanten mit Schleifpapier zu Leibe. Zunächst gilt es, die Überstände von Schlagfläche und Rückwand abzunehmen und anschließend alle Kanten gut abzurunden. Im Laufe dieser Arbeit merkt man erst, was für ein Luxus es ist, auf fertig gebauten Cajónes mit stark abgerundeten Kanten zu spielen. Von Hand so viel Material abzutragen, braucht viel Geduld, doch es ist glücklicherweise jedem selbst überlassen, ob er diese aufbringen möchte. Ich schraube meinen Anspruch, alles von Hand zu machen, jedenfalls nach einer halben Stunde emsigen Schleifens herunter und steige auf einen Exzenterschleifer um. Nach weiteren 15 Minuten bin ich dann zufrieden mit den fabrizierten Kanten. 

Fotostrecke: 5 Bilder Nach dem ersten Schleifgang von Hand sind die Kanten redlich abgerundet.
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Endlich spielen!

Da man beim Zusammenbau des Cajóns schon immer in Gedanken beim fertigen Instrument ist, freut man sich natürlich besonders, wenn man das erste Mal aufsitzt. So bin auch ich gespannt auf Spiel- und Klangqualität der selbstverleimten Kiste.
Der Grundcharakter des Cajóns lässt sich als resonant und holzig beschreiben, wobei die Snares am oberen Rand etwas schneller reagieren und sich dafür weniger in den Basston mischen dürften. Angesichts des Preises geht der Sound jedoch in Ordnung und reicht aus, um die ersten Schritte am Cajón zu meistern.Der Spielkomfort ist natürlich sehr davon abhängig, wie viel Zeit und Mühe man in die Schleifarbeit investiert hat. 
In den folgenden Audiobeispielen könnt ihr euch die Kiste anhören.

Audio Samples
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Soundcheck Samba-Reggae Besen-Groove 6/8 Groove
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