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Taylor Grand Symphony Mini-e RW Test

Praxis

Klang und Spielpraxis

Mit einem kleinen Body und nicht ganz so tief ausgeschnittenen Zargen kann die GS Mini problemlos auch stehend geschultert werden. Den Gurt befestigt man am Gurtknopf, ein zweiter Knopf kann zusätzlich am Halsfuß verschraubt werden. Die GS Mini bringt 1710 Gramm (inkl. Elektronik) und ohne Gigbag auf die Waage. Mit ihrer Länge von 94 cm müsste man sie “über den Wolken” allerdings schon im Laderaum deponieren.
Jedenfalls treten auf ganzer Länge absolut keine Intonationsprobleme auf und mit einer ausgezeichneten Saitenlage kann sich auch der anspruchsvolle Künstler mit Solospielstücken profilieren.
Die GS Mini räumt auch mit dem kleinen Korpus richtig ab. Die Relief Rout steigert tatsächlich das Resonanzvermögen und damit die Lautstärke der Decke erheblich. Die Gitarre macht auch unplugged mächtig Power und kann mit einer normal dimensionierten herkömmlichen Gitarre durchaus mithalten. Offenbar wird das gesamte Frequenzband mit einem zusätzlichen Schub im Bass angereichert. Auch im oberen Frequenzbereich kommt Freude auf. Dort glimmert die GS Mini mit einem Sound, der an festliches Lametta erinnert. Der insgesamt ausgewogene Klang bildet ein tragfähiges Fundament für Gesang und Chöre. Auch vor jedem Studiomikrofon besteht die GS Mini in dieser Verfassung.
Bei den folgenden Aufnahmen kamen zwei davon zum Einsatz. Der Abstand zum Schallloch betrug ca. 1,50 bis 1,75 Meter in einer Höhe von ca. 1,50 – 1,60 m. Mit einem ausgewogenen Sound bringt die Gitarre Finger- und Pletrumpickings trennscharf rüber.
Das Signal wurde komprimiert und im Bass entrumpelt.

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Finger Picking (Signal bearbeitet mit Kompressor und EQ) Plektrum Picking (Signal bearbeitet mit Kompressor und EQ)

Hier noch einmal zum Abgleich ein völlig lineares Signal.

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Plektrum Picking (Signal linear)
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Einzeltöne mit ausgedehnter Abklingzeit kommen natürlich auch bei einem Linienspieler gut an, obwohl die Bespannung mit einem 13er Satz zunächst abschreckend wirkt. Die kurze Mensur trägt allerdings zu einer verminderten Saitenspannung bei. Zumindest auf den beiden blanken Diskantsaiten kann dann auch ein lebendiger Ton mit Vibrato und Bending geformt werden. Aber auch Läufe sollten mit passabler Saitenlage gelingen.
Strummings löst die Decke auf allen Dynamikstufen sauber auf.

Audio Samples
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Plektrum Strumming

Mit dem Expression System 2 wird ein beeindruckend natürlicher und dynamischer Ton generiert, der dem Natursound einer Vollakustikgitarre schon sehr nahe kommt. Der Ton kommt hammerhart und direkt aus der Box. Die Knarzgeräusche, die ein Piezo gerne im oberen Frequenzbereich abliefert, hört man hier nicht. Dafür rücken die Schleifgeräusche beim Lagenwechsel etwas stärker in den Vordergrund. Die Klangregler sprechen auf kleinste Drehungen an und liefern auch in extremen Stellungen noch brauchbare Ergebnisse. Auch im Studio stellt das System ein ungewöhnlich dynamisches Signal bereit.

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Finger Picking (Signal über Expression System 2)
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