Rodec Bunk 01 Elm Black Test

Im folgenden Artikel widmen wir uns dem neuen Rodec Phono/Line-Preamp, dem Bunk 01 in „Elm Black“, der in einem Holzgehäuse und mit einem schaltbaren 3-Band-EQ daherkommt. Im Wesentlichen sind Preamp und EQ aus dem legendären Clubmixer MX180 übernommen worden, hinzu gesellt sich eine weitere und zwar diskrete Phonovorstufe, die entsprechend zeitgemäß, also transparent klingt. Die belgische Firma bietet insgesamt fünf verschiedene Farbkombinationen zur Auswahl an, so dass man meinen könnte: „Für jeden was dabei!“ Ob sich dieses Statement im Bunk 01 manifestiert, also ob es sich um einen Preamp für jedermann handelt, könnt Ihr im folgenden Review erfahren.

Rodec Bunk 01 Elm Black Test

Rodec Bunk 01 – das Wichtigste in Kürze

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • gute Verarbeitung
  • gewohnt gut klingende Preamps
  • sehr musikalischer Equalizer
  • Phono-Verstärkung bis zu 65 dB (!)
  • unkonventionelles Produktdesign
  • Entwicklung & Fertigung in Belgien
Contra
  • gerasterte EQ-Potis
  • Lowcut-Filter vermisst
  • kein Gain-Pad

Quickfacts Rodec Bunk 01

  • Was ist der Rodec Bunk 01? Ein Phono/Line- Preamp mit 3-Band-EQ im Holzgehäuse.
  • Für welche Zielgruppe ist er geeignet? Für klanglich anspruchsvolle DJs mit Diskosound-Neigung für daheim sowie Vinyl-Liebhaber, die ihre alten Soul-Platten digitalisieren wollen, als auch gewöhnliche HiFi-Enthusiasten, die sich hinsichtlich ihrer Phonostufe nach einem ordentlichen Upgrade sehnen.
  • Was verspricht der Rodec Bunk 01? Eine amtliche und nachhaltige Replique des Phono-Preamps aus dem legendären Clubmixer MX180 mit großer Gain-Reserve und einem sehr musikalischen 3-Band-Equalizer.
  • Was sagt der Test? Rodecs Bunk 01 wird den Ansprüchen von HiFi-Enthusiasten und Audiopuristen gleichermaßen gerecht. Klanglich kann der Preamp angesichts seines Preises allemal überzeugen. Auch der EQ erweist sich wie beworben als sehr musikalisch.

Von belgischen Ulmen …

Rodec Bunk 01 kommt in einem Gehäuse aus Holz, beim vorliegenden Testprobanden „Elm Black“ handelt es sich um die belgische Ulme. Sowohl das Front- als auch das Backpanel sind aus 2 mm starkem Aluminium gefertigt. Mit Abmessungen von 95 x 85 x 210 mm (BxHxT) ist er doch ganz niedlich geraten, sein schmales Gewicht von 800 g unterstreicht diesen Eindruck. Mit Betriebsspannung versorgt wird Vorverstärker mit einem externem Schaltnetzteil, Typ Computernetzteil, immerhin keine Wandwarze. 

Rodec Bunk 01:Welche Farbe soll‘s sein?

Der belgische Hersteller bietet fünf verschiedene Farbkombinationen an. Neben Elm Black sichte ich noch die Farbkombinationen Elm Blue, Maple Carmine Red, Walnut Green und Bamboo Black. Mit der Farbauswahl gehen auch andere Verkaufspreise einher. Ja, richtig gelesen, sie kosten nicht das gleiche. Elm Blue und Bamboo Black schlagen mit etwa 630 Euro zu Buche, hingegen Maple Carmin Red und Elm Blue für 599 Euro zu haben sind. Bamboo Black glänzt mit  660 Euro Spitzenpreis. (War ja klar – gefällt mir am besten! 

Worum handelt es sich konkret?

Rodecs Bunk 01 ist ein besonders geschnürtes „Paket“ aus der MX-Modular-Serie. Es sind nämlich im Grunde zwei separate Einschübe aus der 100er-Serie der belgischen Firma. Der obere Einschub, das M101, bildet den wahren Kern des Bunk 01, den Vorverstärker, während sich die Cassette des darunterliegenden M102 für die klangliche Ausgestaltung in Form des schaltbaren 3-Band-Equalizers zeigt. 

Beim Preamp handelt es sich um die Vorstufentechnik des MX180 aus den Jahren 1990–1996, während der 3-Band-EQ sich sogar an Rodecs „Urmixer“, dem MX18 orientiert, der bis 1990 eingestellt wurde. Beide Einschübe sind auch separat erhältlich. Für den M101 muss man derzeit gut € 285 berappen, der M102 wandert für etwa € 166 über die Ladentheke.

Das Backpanel des Rodec Bunk 01

… von Rodecs Bunk 01 beheimatet sämtliche Schnittstellen. Hierzu zählen drei Stereo-Cinch-Paare: Ganz rechts nimmt der Bunk 01 das Phonosignal entgegen, in der Mitte findet die Line-Quelle Anschluss und das Paar zur Linken führt das bearbeitete Line-Signal wieder aus dem Bunk 01 heraus. Direkt darunter fußt Mr. Powerbutton, folgerichtig schmiegt sich von rechts die Aufnahme für die Stromversorgung (DC 12 V, 1 A) an. Last but not least sei die Masseaufnahme erwähnt, die wie selbstverständlich unter dem Phonoeingang Platz gefunden hat. Die Feststellschraube ist sehr ordentlich, genügend groß und griffig – keine Fummelei. Prima.

Das Rodec Bunk 01 Frontpanel

Rodecs Phono-Tool beheimatet frontseitig sämtlich Bedienelemente, die der Bunk 01 mitbekommen hat. Der Gain-Regler zur Linken hat freilich sichtbaren Einfluss auf das rechts benachbarte Stereo-Peakmeter, das aus 2×7 LEDs zusammengesetzt ist. 

Mit Druck auf den Schalter Phono wird die duale Phonostufe aktiviert, was dieser orangefarben durch eine innenliegende LED quittiert. Der Druckschalter MX180 entscheidet dann über die Stufenauswahl. Gedrückt und gelb leuchtend ist die Stufe aus dem MX180 aktiv, andernfalls die diskrete Vorstufe. 

Erster Vergleich der beiden Vorstufen

Je nach Soundmaterial ist der Unterschied mehr oder weniger ausgeprägt. Die diskrete Vorstufe klingt auf Anhieb deutlich transparenter als die des MX180 und dadurch auch offener. 

Nachdem ich jedwedes Gain auf Rechtsanschlag gestellt hatte, also Ausgang Bunk 01 UND Eingang DJ-Pult, nimmt beim Umschalten auf die MX180-Vorstufe das Grundrauschen hörbar zu (schätzungsweise um 6–9 dB), leider habe ich kein geeignetes RMS-Messgerät hier und das vorliegende Peakmeter flattert einfach aufgrund zu schneller Rückholzeiten zu stark.

Der letzte Schalter On (de)aktiviert die drei Bänder des Equalizers. Alle Schaltvorgänge finden ob mit oder ohne laufendem Programm knacksfrei statt. Das gilt übrigens auch für den rückseitigen Netzschalter (!). Das Computernetzteil streut zudem unmerklich und geht somit für mich auch in Ordnung.  

Ein paar Tech Specs zum M101

Die angeschlossene Line-Quelle erfährt einen maximalen Boost von 20 dB, auf 12 Uhr kommen wir „Line“-seitig auf 0 dB.

Die Verstärkung der Phonostufe gibt Rodec mit maximal 65 dB (!) an. Steht der Gain-Regler in 12-Uhr-Stellung, liegt die Verstärkung bei durchschnittlich 45 dB. Das ist ganz schön üppig und geht mit unfassbar wenig Rauschen vonstatten! Auch bis 15 Uhr ist das Rauschen immer noch sehr erträglich, dann nimmt es aber merklich zu.

Abweichungen von der integrierten RIAA-Entzerrung betragen laut Rodec maximal 0,3 dB. Der Übertragungsbereich reicht laut Herstellerangabe von 9 Hz bis 75 kHz bei einer maximalen Abweichung von +0 und -1 dB. Sagenhaft gut, kann man meinen. Aber wie heißt es so schön? Wichtig is‘ auf‘m Platz!

Kerndaten des M102 

Der 3-Band-EQ ist eher „klassisch“ abgestimmt. Alle Bänder erlauben einen maximalen Boost bzw. Cut von +/-12 dB. Der EQ des MX18 war seinerzeit ebenfalls derart gestaltet und er diente schließlich als Vorbild. Findige Leser bemerken nun nach Betrachtung der Fotos, dass auf dem Frontpanel des M102 Boost und Cut auf den konzentrischen Skalen mit +10 dB bzw. -10 dB angegeben werden, was aber so nicht stimmt.

Der Lowshelf-EQ setzt bei 100 Hz an, während das Mittenband breitbandig und zentral bei 1 kHz angreift. Der Arbeitspunkt des Highshelfs ist bei 10 kHz angesiedelt. Alles in allem nichts Ungewöhnliches und dennoch hinterlässt der EQ direkt einen bleibenden Eindruck – er klingt wirklich toll. Doch dazu gleich mehr.


Rodec Bunk 01 im Praxischeck

Welche Geräte wurden für das Test-Setup verwendet? Im Vergleich zu den letzten Test-Setups hat sich bei mir einiges geändert. Als Turntable dient uns nun ein Technics 1200GR, der mit einem Ortofon MCX30 ausgestattet ist. 

Da es sich um einen MC-Tonabnehmer handelt, verwende ich zwischen Plattenspieler und Vorverstärker einen passiven Ortofon T-20 Step-up-Transformer, einen gekapselten Übertrager mit einem Pegelgewinn von gut 25 dB (!). Mit diesem Mehr an Spannung kann im Prinzip jedweder MM-Preamp einigermaßen souverän mit einem MC-System umgehen und das alles ohne Rauschzunahme. Selbst mein Phonos von SPL profitiert deutlich von der zusätzlichen Verwendung des Step-up-Transformers.

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Rodec BUNK 01 Elm Black
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Beim Recording ist hingegen alles gleichgeblieben: Wie gewohnt zeichnet mein DR701D unkomprimiert mit 96 kHz und 24 Bit auf. Alle Files wurden auf -1 dB FS normalisiert. Ansonsten hat keinerlei Bearbeitung meinerseits stattgefunden. Als Vergleich dienen uns meine Recordings vom Produkttest SPL Phonos Duo (Test hier) in Kombination mit dem Ortofon MCX30, ebenfalls unter Verwendung des gleichen Step-up-Transformers aufgezeichnet. Die Verwendung dieser Files sollte sich noch lohnen, denn wir können sicher sein, dass der Tonabnehmer alles aus dem Rodec Bunk 01 herauskitzeln wird, was geht.

Wie klingt der Rodec Bunk 01?

Um es mal kurz auf den Punkt zu bringen: Der Klang des Preamps, insbesondere der Sound der diskreten Vorstufe, ist transparent, offen und druckvoll. Da bleiben in dieser Preisklasse keine Wünsche offen. 

Die Gain-Reserven sind enorm, alte Soul-Sampler können mit dem Bunk 01 auf guten Arbeitspegel ohne Rauschzunahme gebracht werden. Und dann bedient man den EQ und dreht cremige Mitten rein und auch der Bass legt ein ordentliches Pfund zu, fast schon „too much“. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da die Potis zwar über einen ordentlichen Drehwiderstand verfügen, aber in der 12-Uhr-Stellung einrasten. Das ist hier und da doch ein wenig fummelig. Und dennoch macht das Bedienen der Klangregelung einfach tierischen Spaß, weil die Bänder so musikalisch abgestimmt sind. Zudem erweisen sich alle drei Bänder beim Absenken als sehr gütig und effektiv. Zischelnde HiHats kann das Höhenband effektiv absenken und eine zu phatte Bassdrum findet im Lowshelf ihren Meister. 

Der Gain-Regler erweist sich als sehr leichtgängig und auf 270-Grad-Drehung liegen 65 dB Verstärkung, ein Gain-Pad hätte der Funktionalität wahrhaftig gut getan, ist aber nicht vorhanden. Schade. 

Ebenfalls auf meiner Wunschliste und schwerlich vermisst..

… habe ich ein schaltbares Low-Cut-Filter, das meinetwegen bei 15 Hz einfach zupackt. Tonale Informationen sind zwischen 15 und 30 Hz sowieso kaum vorhanden und selbst wenn, handelt es sich um derart tiefe Schwingungen mit entsprechend großen Wellenlängen, dass NUR die Nachbarn davon was mitbekommen und man selbst gar nicht, weil man sich einfach nicht weit genug weg von den Lautsprechern aufhält.

Das Blöde daran ist, dass der M102 signalflusstechnisch direkt auf die Vorstufe folgt und ein nachgeschaltetes Subsonic-Filter im Mischpult oder Vorverstärker weit weniger effektiv wäre.

Mit dem adaptierten Fingerspitzengefühl geht auch der kreative Umgang mit dem Preamp/EQ einher. Mit etwas zu viel Bass lässt sich die insbesondere die MX180-Vorstufe langsam in die Sättigung fahren. Und mit der Zeit begreife ich auch, wann die MX180 der diskreten Vorstufe vorzuziehen ist. Nämlich bei Bassmusik, die man phatt in die Sättigung treiben will oder bei immer nervigeren HiHats in Kombination mit High-Gain oder simpel bei Diskomusik mit hohen Beschallungspegel. Dann schlägt die Stunde von Rodecs MX180-Vorstufe. Ansonsten ist aufgrund des höheren Signalrauschabstands und des nach oben hin offenen Sounds die diskrete Vorstufe vorzuziehen. 

Audio Samples
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Hörbeispiel 1 – Ortofon MC X30 & Rodec Bunk 01 Hörbeispiel 1 – Ortofon MC X30 & Phonos Duo Hörbeispiel 2 – Ortofon MC X30 & Rodec Bunk 01 Hörbeispiel 2 – Ortofon MC X30 & Phonos Duo Hörbeispiel 3 – Ortofon MC X30 & Rodec Bunk 01 Hörbeispiel 3 – Ortofon MC X30 & Phonos Duo Hörbeispiel 4 – Ortofon MC X30 & Rodec Bunk 01 Hörbeispiel 4 – Ortofon MC X30 & Phonos Duo

Rodec Bunk 01 – mögliche Alternativen

Rodecs Bunk 01 ist mit Erscheinen auf dem Markt aufgrund der Kombination aus Phono/Line-Preamp und 3-Band-EQ als Produkt absolut alleinstehend – erst recht in dieser Qualität zu diesem Preis.

Fazit zum Rodec Bunk 01 Test

Rodec präsentiert mit dem Bunk 01 in Elm Black einen klanglich ausgereiften Phono/Line-Preamp inklusive 3-Band-EQ, dessen Wirkung mit „extrem musikalisch“ betitelt werden darf und muss. Für rund € 630 erhalten HiFi-Enthusiasten eine Gerätekombination, die aktuell (Stand 12.08.2026) in dieser Qualität alleinstehend ist. Doch nicht alles am Bunk 01 ist vollständig gut umgesetzt. Für mein Dafürhalten hätte Rodecs Vorverstärker ein schaltbares Low-Cut-Filter sehr gut zu Gesicht gestanden, ebenso verhält es sich mit dem von mir vermissten Gain-Pad. Doch ebenso wie die unnötig gerasterten EQ-Potis, reichen diese kleinen Wermutstropfen bei Weitem nicht aus, um den Gesamteindruck, insbesondere den klanglichen, zu trüben. Aufgrund der kleinen Vermisstenliste werden es insgesamt 4 von 5 Sternen. 

Bunk 01 von Rodec – klanglich angesichts des Preises sehr überzeugend und auch in Walnussgrün zu haben (Bild: Rodec)
Bunk 01 von Rodec – klanglich angesichts des Preises sehr überzeugend und auch in Walnussgrün zu haben (Bild: Rodec)
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Tech-Specs Rodec Bunk 01 Elm Black

  • Line-Phono Preamp mit EQ
  • 2 umschaltbare Phono-MM-Stufen: Original MX-180-Phonostufe und eine neue diskrete Rodec-Phonovorstufe
  • Stromrückkopplung
  • Split-RIAA-Entzerrung
  • Separater Line-Vorverstärker
  • Eingangsimpedanz 47 kOhm
  • Eingangskapazität 200pF
  • Verstärkung @1 kHz Phono 45 dB 12 Uhr – 65 dB max.
  • Verstärkung @1 KHz Line 0 dB 12 Uhr – 20 dB max.
  • Übertragungsbereich 9 Hz–75 kHz (+0, -1 dB)
  • RIAA-Kurve flach bis ca. 0,3 dB
  • maximaler Eingangspegel 33 mV RMS @1000 Hz
  • Ausgangsimpedanz 220 Ohm
  • empfohlene Ausgangslast 25 kOhm
  • minimale Ausgangslast 2 kOhm
  • Nachbildung des originalen MX-18-EQ
  • 3-Band-EQ mit sehr musikalischer Abstimmung
  • EQ MID +/-12 dB bei 1 kHz
  • EQ LOW +/-12 dB @ 100 Hz
  • EQ HIGH +/-12dB @ 10KhZ
  • Holzgehäuse: belgische Ulme, massiv
  • gefertigt von Holzmöbel-Herstellerin Eletta Daemen
  • Gerätefront 2 mm Aluminium, Farbe Schwarz
  • Netzteil im Lieferumfang
  • Abmessungen: 95 x 210 x 85mm
  • Gewicht: 800 g
  • Made in Belgien
  • Preis (UVP): 630,69 EUR

Rodec: Produktseite des Herstellers

Rodec MX Modular Test

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