Paiste Alpha Brilliant Metal Test

Details

Ich muss ja gestehen, dass ich eigentlich kein Freund des „Brilliant Finish“ bin, schlägt mein Herz doch nicht ganz unerheblich für die guten alten patinabehafteten Vintage-Instrumente. Aber als mir der Inhalt des Paketes aus Schacht-Audorf entgegenblitzte, war ich schon schwer beeindruckt. Die hochglanzpolierten Oberflächen der Becken machen mächtig was her. Und da die Kundschaft, die Paiste mit diesen Instrumenten anspricht, ja bekanntlich großen Wert auf eine amtliche Bühnenoptik legt, scheint die Firma hier auch eine goldrichtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Modellbezeichnungen auf der Oberseite machen unmissverständlich deutlich, dass diese Becken nichts für schwache Gemüter sind. Hier wird ganz klar eine bestimmte Klientel angesprochen, nämlich die Drummerkollegen, die mit besenstielartigen Sticks auf ihr Schwermetall eindreschen und selbst Power Crashes oder Heavy Rides noch als Mädchenbecken bezeichnen. Schliesslich steht hier „Metal“ drauf, und damit sollte doch wohl alles gesagt sein, oder? Als erstes fällt auf, dass die Oberseiten der Metal-Becken eine extrem fein abgedrehte, fast glatte Oberfläche, gepaart mit einer ungewöhnlichen Hämmerung aufweisen. Diese so genannten „Senkschläge“ sind relativ klein im Durchmesser und bilden tiefe Krater, die sehr abrupt nach unten abfallen. Hier wirken also im Herstellungsprozess enorme Kräfte auf eine kleine Fläche des Beckens ein, wodurch sich das Material stark verdichtet und somit sehr hart wird.

Die Unterseiten der Becken sind – mit Ausnahme der Hi-Hats – vollkommen glatt, also ohne „Tonal Grooves“. Eine weitere Auffälligkeit bei den Metal-Becken besteht in der Größe der Kuppen, welche, in Relation zum Gesamtdurchmesser selbst bei den Crashes überdimensional ausfallen. Das einzige „Rock“-Becken innerhalb des Testsets ist das 24“ Rock Ride, welches aber aufgrund seiner Masse und der ebenfalls riesigen Kuppe genauso gut die „Metal“-Bezeichnung tragen könnte. Die Oberflächenstruktur entspricht den Metal-Becken, allerdings fällt die Hämmerung anders aus, daher die unterschiedliche Zuordnung innerhalb der Alpha-Serie.

Ich schaue mir zunächst das 24” Rock Ride an. Man könnte meinen, noch nie ein schwereres Becken gehalten zu haben. 4260 Gramm sind schon eine deutliche Ansage! Das Ride verfügt über eine relativ starke Wölbung, die in einem sanften Bogen in die mächtige Kuppe übergeht. Diese misst beeindruckende 20 cm Durchmesser und ist mit zarten, auf der Oberseite kaum sichtbaren Hammerschlägen versehen. Die Bezeichnung „Mega Bell Ride“ oder ähnliches hätte hier auch gepasst. Rund um die Kuppe sowie einen Zentimeter vom Rand entfernt ist jeweils eine dichte, gleichmäßig gesetzte Hämmerungsreihe zu sehen. Auf der Spielfläche dagegen fällt das Muster unregelmäßiger aus. Im Herstellungsprozess kommt hier ein Hammer mit einer relativ großen Schlagfläche zum Einsatz, wobei die Male aber nicht besonders tief sind. Bezüglich der Verarbeitung gibt es absolut nichts auszusetzen, was übrigens für alle getesteten Becken gilt.

Die vier Metal Crashes sorgen für die erste Überraschung innerhalb des Tests. Obwohl man meinen könnte, dass sie schwerer sein müssten als die schon länger erhältlichen Alpha Rock Crashes, ist dies nicht der Fall. Gewichtsmäßig bewegen sich beide Serien laut Paiste-Info in der „Medium-Heavy“-Kategorie, wobei die ermittelten Gewichte der Metal-Crashes zwischen 1330 (17“) und 2100 Gramm (20“) liegen. Die Unterschiede der beiden Serien manifestieren sich in anderen Faktoren, zum Beispiel im Hämmerungsmuster. Es weist bei den Metals die für diese Modellreihe typischen, unregelmäßig verteilten Senkschläge mit einer zusätzlichen dichten, gleichmäßigen Reihe um die Kuppe herum auf. Eine weitere Besonderheit der Metal Crashes ist das spezielle Profil, welches durch die riesige, ungehämmerte Kuppe und den stark gekrümmten Verlauf bis zum Beckenrand gekennzeichnet ist.

Das Metal Ride ist mit 2700 Gramm wahrlich kein Leichtgewicht, allerdings auch nicht wesentlich schwerer als ein herkömmliches Heavy Ride. Mit 15 cm Durchmesser ist die dezent gehämmerte Kuppe im Verhältnis zwar nicht ganz so groß wie die des Rock Ride, aber immer noch um einiges größer als der Durchschnitt. Auf der Spielfläche sind, wie bei den Metal Crashes  scheinbar zufällig angeordneten Senkschläge zu sehen, wobei beim Metal Ride allerdings auf die Verdichtung um die Kuppe herum verzichtet wurde.

Bezüglich der Optik fallen die Metal Edge Hats gegenüber den anderen Becken der Serie etwas aus dem Rahmen. Als einzige der getesteten Becken verfügen sie nämlich über deutlich ausgeprägte Tonal Grooves – zumindest auf ihren Innenseiten. Das Profil der Becken zeigt einen normalen Verlauf, und bezüglich der Hämmerung entsprechen sie weitgehend dem Metal Ride, wobei die Kuppen der Hi-Hats aber nicht gehämmert wurden. Das Gewicht des Top-Beckens liegt mit 960 Gramm längst nicht so hoch wie man es von einem „Metal“-Becken erwarten würde, allerdings bringt das Bottom dafür auch gut 50% mehr auf die Waage.

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Knecht ruprecht sagt:

#1 - 20.03.2023 um 11:49 Uhr

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sind tauglich für rock und heavy metal.mit hh mix als bottom sogar Für jazz.(soundtip)

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