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Nux Solid Studio IR & Power Amp Simulator Test

Praxis

Wie bei Digitalgeräten üblich, hat das Solid Studio von NUX einen beachtlichen Energiehunger. Deshalb sollte man tunlichst darauf achten, ein Netzteil mit mindestens 250 mA zu verwenden, denn sonst klingen die Sounds kaputt und brüchig, während sich das Gerät immer wieder selbst ausschaltet. Auch wenn hier die Möglichkeit besteht, eigene Impulse Responses ins Pedal zu transferieren, habe ich darauf bewusst verzichtet, weil in diesem Fall die acht simulierten Mikros und deren imaginäre Positionen vor den fiktiven Gitarrenboxen nicht mehr funktionieren.

Diese Features lassen sich also nur mit den werkseigenen Presets verwenden. Wegen der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten, die das Gerät ohnehin bietet, kann ich auch so im Rahmen des Tests nicht alle vorstellen. Allein die Kombinationen aller Boxen, Mikros und Mikropositionen ergeben 192 Soundvarianten. Als erstes stelle ich euch die acht unterschiedlichen Boxentypen ohne Endstufensimulation vor.

Hier besteht jedes Audiofile aus acht Teilen, in denen ich nacheinander die integrierten Mikrofonsimulationen durchspielen. Die Reihenfolge ist dabei immer wie folgt: MD421, Shure SM 57, Neumann U87, Royer R122, Royer R121, AKG C414, AKG C3000, Shure Beta 52.

Audio Samples
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Soundbeispiel 1 – JZ120 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 2 – DR112 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 3 – BS410 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 4 – A212 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 5 – TR212 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 6 – 1960 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 7 – GB412 (Alle Mikropositionen) Soundbeispiel 8 – V412 (Alle Mikropositionen)
Das Nux Solid Studio IR Pedal liefert ab Werk 192 authentische Soundvarianten, die sich mit der zusätzlichen Poweramp-Sektion noch weiter verfeinern lassen.
Das Nux Solid Studio IR Pedal liefert ab Werk 192 authentische Soundvarianten, die sich mit der zusätzlichen Poweramp-Sektion noch weiter verfeinern lassen.

Stellvertretend für alle Boxentypen, stelle ich euch hier die drei unterschiedlichen Mikrofonpositionen anhand der Marshall 1960 Box vor. Grundsätzlich klingt die Center-Position am direktesten und gleichzeitig auch am höhenreichsten. In der Mitte ist man immer auf der sicheren Seite, denn hier ist der Sound am ausgeglichensten. Wenn der Amp zu höhenreich klingt, empfiehlt sich die Edge-Position. Dieser Modus entspricht der Abnahme am äußeren Rand der Lautsprecherpappe und klingt wesentlich introvertierter als die beiden anderen.

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Soundbeispiel 9 (Box 1960 – Mic D421 – Center) Soundbeispiel 10 (Box 1960 – Mic D421 – MID) Soundbeispiel 11 (Box 1960 – Mic D421 – EDGE)

Im Gegensatz zu anderen Speakersimulatoren bietet das Nux Solid Studio eine zusätzliche Endstufensimulation, die man aber im Grunde nur dann braucht, wenn man sehr leise spielt und die Endstufensättigung noch nicht einsetzt. Wenn man den Amp, wie in meinem Fall, weit aufreißt, ist die Power-Amp-Simulation nicht unbedingt nötig. Deshalb haben mir die Sounds ohne auch durch die Bank besser gefallen, weil sie einfach wärmer und direkter klingen. Trotzdem möchte ich euch diese Feature nicht vorenthalten. Bei der Verwendung der Power-Amp-Sektion sollte man darauf achten, den Drive-Regler nicht zu weit aufzudrehen, denn wenn man hier zu viel Gas gibt, verliert der Ton seine Dynamik und klingt schnell platt und komprimiert. Die simulierten Endstufenröhren sind zwar eine nette Zugabe, aber mir hat ehrlich gesagt nur die EL 34 Röhren zugesagt, weil sie den wärmsten Sound und die beste Dynamik liefert. Die beiden anderen Modell klingen für meinen Geschmack in den Höhen einfach zu giftig. Hier das Boxenmodell 1960 mit dem MD421 Mikro in der Center Position. Zuerst hört ihr den Power Amp mit der EL34-Einstellung. Danach folgen die 6V6 und die EL 84 Einstellung.

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Soundbeispiel 12 (Box 1960 – Mic D421 – Center zuerst ohne Amp, dann mit Amp EL34 dann 6V6 dann EL 84)

Das Presence-Poti arbeitet sehr effizient und mit seiner Hilfe lassen sich müde Amps problemlos aufpeppen. Aber hier ist Fingerspitzengefühl angesagt, denn mit zunehmender Anreicherung von Obertönen, werden die wärmenden Soundanteile in den Hintergrund gedrängt. Das Ergebnis ist im schlimmsten Fall ein sägender und viel zu scharfer Ton.
Das Audiobeispiel besteht auf vier Teilen. Zuerst steht der Presence-Regler in der 9-Uhr-Position, gefolgt von 11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr.

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Soundbeispiel 13 (Box 1960 – Mic D421 – Center zuerst ohne Amp, dann mit Amp EL34 – Presence-Regler 4 Positionen).
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Profilbild von Daniel Jurke

Daniel Jurke sagt:

#1 - 20.08.2019 um 23:38 Uhr

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Interessant wären, für mich, wie der der Cleansound klingt. Leider gibts bei diesen Tests ja immer nur verzerrte oder angezerrte Soundbeispiele.

    Profilbild von Gioi Geniale

    Gioi Geniale sagt:

    #1.1 - 07.01.2021 um 13:36 Uhr

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    Ich habe gerade heute so ein Teil, gebraucht, erhalten. Habe die verschiedensten Einstellungen durchgespielt - alles clean um auf deine Frage zurückzukommen. Die Unterschiede sind diskreter als mit Overdrive. Du kannst wirklich verschiedene, brauchbare Sounds im Clean Modus erhalten.Ich werde das Teilchen weiter verkaufen. Ich habe einen Fender und hatte einen Vox. Den Vox verkauft.
    Vom Nux habe ich mir einen prägnanten Vox Sound erhofft.Und dabei voll vergessen, dass ich den VOX Brit Boost im Schrank habe. Mit dem den eher neutralen Fender anblasen und es voxt astrein.

    Antwort auf #1 von Daniel Jurke

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Moritz Wiedmann sagt:

#2 - 09.06.2020 um 08:46 Uhr

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Besser oder schlechter als die Blubox von BluGuitar?

Profilbild von Svengus

Svengus sagt:

#3 - 01.09.2021 um 06:43 Uhr

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Ich habe hier eines nicht ganz verstanden: woher kommt die Zerre?Kann auch das Nux zerren/Röhrenzerre-Simulation oder braucht es dfür den vorgeschlteten Amo bzw. ein Zerrpedal?

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