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Ninja Tune Zen Delay Test

Praxis

Weil praktisch jede der drei Zen Delay-Abteilungen separat zuschaltbar ist, bietet sich hier eine große Spielwiese an Möglichkeiten. Das Delay macht eigentlich alles, was man sich von einem guten Dub-Echo wünscht: Superdichte Space-Wolken, schnarrend-kurze Flange-Modulationen und abgedrehte Pitchshift-Effekte. Obwohl es extrem krasse Klänge generieren kann, bleibt es doch stets beherrschbar. Sehr schön finde ich auch, dass die Delay-Zeiten beim Wechsel zwischen den Delay-Typen übernommen werden und es keine Aussetzer gibt. So reißen die Dub-Wolken niemals ein, wenn der Delay-Flavour gewechselt wird.

Die neun Regler des Zen Delay sind schön gewählt und liegen gut in der Hand. (Foto: Mijk van Dijk)
Die neun Regler des Zen Delay sind schön gewählt und liegen gut in der Hand. (Foto: Mijk van Dijk)

Der Delay-Schaltkreis kann dann mit dem Filter moduliert und geformt werden. Allerdings klingt das Filter auch auf dem nichtverzögerten Eingangssignal hervorragend. Mit abgeschalteter Echo-Einheit ist das Zen Delay ein veritabler Multimode-Analogstereofilter mit zusätzlicher Sättigungsstufe. Und auch der Drive kann bei ausgeschaltetem Filter ganz allein eingesetzt werden, um zum Beispiel einem Drumloop mehr Crunch zu verleihen.

Volle Kontrolle: die Bedienung des Ninja Tune Zen Delay ist sehr intuitiv und komfortabel. (Foto: Christine Mangels)
Volle Kontrolle: die Bedienung des Ninja Tune Zen Delay ist sehr intuitiv und komfortabel. (Foto: Christine Mangels)

Studio

Das Zen-Delay ist tatsächlich ein universell einsetzbares Tool für Studio, Bühne und DJ-Booth. Als Effekt für alle Fälle fettet es im Studio mit dem Drive-Regler einzelne Spuren an, ist ein schön zu schraubendes Stereofilter für einzelne Tracks und Gruppen und dient schließlich als vielseitiges und sehr authentisches Dub-Delay im Send/Return. Als ich es für ein paar Tage im Studio hatte, habe ich es in ein externes Instrument innerhalb Ableton eingebunden und eigentlich ständig zwischen den Tracks hin-und-hergeschoben, externe wie interne Signale re-sampelt und in meinen aktuellen Produktionen genutzt. Von eher traditionellen Dub-Delays bis hin zu ultratiefen Bass-Wobbles ist da alles dabei. Beim „Spielen“ des Delays entstehen mithin Klang-Cluster, die aufgenommen und weiterverarbeitet Gold wert sind und eher nach Modularsynthesizer klingen, als nach einem kleinen Delay. Die Sound-Demos habe ich teilweise während meines Roland MC-707-Tests aufgenommen, mit dem Zen Delay im Send/Return-Loop der AIRA-Groovebox.

Fotostrecke: 2 Bilder Fünf Delay-Modelle stehen zur Verfügung … (Foto: Christine Mangels)
Fotostrecke

Stage

Auf der Bühne ist es ein kompaktes und intuitiv nutzbares Live-Tool, mit dem sehr markante Dub-Effekte machbar sind. Wunderbar, wenn die Resonanz langsam reingedreht wird und das Delay sich selbst anregt und allmählich ins Feedback schwingt. Dann kann man bei behutsamen Einsatz der Regler die entstandene dichte Klangwolke dermaßen jonglieren, dass abgespacte Soundlandschaften entstehen. Weil auch Mono-Signale direkt an den linken Eingang des Stereo-Delays angeschlossen werden können, darf dann auch ein Effektsend als Zuspielquelle dienen.

Fünf Klinkenbuchsen: die Stereo-Ein-und-Ausgänge sind schnell mit dem DJ-Pult oder einem anderen Instrument verbunden. (Foto: Christine Mangels)
Fünf Klinkenbuchsen: die Stereo-Ein-und-Ausgänge sind schnell mit dem DJ-Pult oder einem anderen Instrument verbunden. (Foto: Christine Mangels)

DJ Booth

In der DJ-Booth ist es gerade im Zusammenspiel mit dem bis auf ein Filter ja effektlosen Allen & Heath-Mixer, ein perfektes Tool für Techno, minimal House, Dub und Reggae. Sehr praxisgerecht ist auch der Stereoeingang. Ich habe das Zen Delay während einer DJ-Performance aus dem zweiten Kopfhörerausgang meines Traktor Kontrol S4 Mk.3 gespeist, sodass ich die vorgehörten Signale in das Zen Delay schicken konnte, das dann natürlich komplett „wet“ im Mix war. 

B

Fotostrecke: 2 Bilder Über den TAP-Button wird das Tempo eingeklopft und auch mit langem Druck auf MIDI-Clock-Sync umgeschaltet. (Foto: Christine Mangels)
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Mein Eindruck

Insgesamt erscheint das Zen Delay sehr fein abgestimmt und ist äußerst musikalisch einsetzbar. Der Sweet Spot ist bei allen Regelwegen angenehm großzügig gewählt, so dass alle Bereiche schön gefügig zu kontrollieren sind. Denn vor allem will es „gespielt“ werden. Wer einfach nur ein Delay benötigt, dass akkurat eingestellt eingespeiste Signale zeitlich exakt wiederholt, findet für weniger Geld passendere Partner. Wer aber ein kompaktes und kreatives Werkzeug für essentielle Dub-, Reggae-und artverwandte Sounds sucht, sollte das Zen Delay unbedingt in Erwägung ziehen. Und Fans des Labels werden sowieso Schlange stehen. Ein Kult-Objekt ist es jetzt schon.
Das Zen Delay wird (vorerst?) nicht im Fachhandel erhältlich sein, sondern nur auf Vorbestellung im Ninja Tune Webshop

Audiobeispiele zu Ninja Tune Zen Delay

Audio Samples
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Stimme moderiert einzelne Sektionen des Ninja Tune Zen Delay Typischer Akkord mit dem Ninja Tune Zen Delay Beatloop mit dem Ninja Tune Zen Delay Bassdrum mit dem Ninja Tune Zen Delay Bassline mit dem Ninja Tune Zen Delay E-Piano-Akkord durch Tape Delay E-Piano-Akkord durch Tape Delay Pingpong E-Piano-Akkord durch Digital Delay Pingpong E-Piano-Akkord durch Digital Delay E-Piano-Akkord durch Vintage Delay 808-Beat und Drive 808-Drum-Sounds und alle Delays 13_NinjaTune-ZenDelay.wav

Zen Delay Demo auf SoundCloud

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Ninja Tune Zen Delay Sound Demo (no talking)

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Profilbild von dr-w

dr-w sagt:

#1 - 30.10.2019 um 12:46 Uhr

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wenn man das tempo per tap button eingibt koennen delays bis zu 50 sekunden erzeugt werden!
eine absolute ambient waffe.
:)

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