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Marshall MG30X Test

PRAXIS
Obwohl man ja eigentlich auf der Suche nach einem Amp ist, der leise richtig gut klingt, will man doch recht schnell wissen, wie laut der kleine Kasten im Endeffekt so sein kann. Vielleicht reicht es ja sogar für die eine oder andere Probe!? Die Antwort kann im Falle des MG30FX mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Sogar der Clean-Kanal bleibt bei voll aufgedrehtem Gain noch unverzerrt, und gibt man dann noch am Masterregler Vollgas, wird´s so laut, dass man tatsächlich gegen Bass und Schlagzeug anstinken kann. Bei den verzerrten Sound, fällt die Bilanz naturgemäß natürlich noch besser aus und die Performance wird entsprechend  druckvoller.

Jetzt zum Wermuthstropfen: meine Versuche, den Amp auch über den als Line-Out benutzbaren Kopfhörerausgang aufzunehmen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Zwar sorgt hier laut Hersteller eine Emulation für die Anpassung, aber die eigentliche Klangcharakteristik des Amps wird trotzdem nicht optimal wiedergegeben. Der Speakersimulator beschneidet die Höhen nur maginal und so ist der Ton besonders bei Overdrivesounds sehr bissig – nicht vergleichbar mit dem Sound, der aus dem Speaker kommt.  Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, alle Soundbeispiele nach alter Tradition mit dem Mikro abzunehmen.  Und was dabei herauskam, kann sich wirklich hören lassen. Hier der MG-Cleansound mit einer Tele (Smooth Clean).

Audio Samples
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Smooth Clean Chorus Jazz

Wenn´s noch ein bisschen breiter klingen soll, kann der Chorus zugeschaltet werden. Der FX-Regler steht auf 8 Uhr und liefert einen angenehmen Chorus-Sound. Bei höheren Werten nimmt die Effekttiefe, also auch der „Verstimmungsgrad“ zu. Klingt gut und ist auch bei extremeren Einstellungen gut zu gebrauchen (Chorus). Dreht man den Gain-Regler im Clean-Kanal weit auf, nimmt die Kompression zu – sehr gut geeignet für jazzige Sounds. Jetzt noch etwas Reverb (13 Uhr) und der Ton ist perfekt (Jazz) . Der Hall klingt sehr sauber und man kann von einem leichten Room-Sound bis zur Kathedralensimulation alle Facetten einstellen; eine sehr gute werkseitige Voreinstellung der Effektparameter. Allerdings ist das Grundrauschen des Verstärkers, besonders bei aktivierten Effekten, auch bei kleinen Lautstärken und selbst im Clean-Channe,l für heutige (digitale) Verhältnisse doch recht stark. Das hätte man eventuell noch etwas besser hinkriegen können.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal. Mit Gain auf 12 Uhr bekommt man einen dreckigen Sound, der dynamisch sehr gut reagiert und erstaunlich offen klingt. Das hätte ich von der kleinen Kiste nicht erwartet (Crunch Funk).

Audio Samples
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Crunch Funk Crunch Phase Crunch Max Crunch Blues

Dreht man bei gleicher Basiseinstellung den Phaser hinzu (10 Uhr – mittlere Intensität) erhält man einen schönen Psychedelic-Retro-Rock-Sound. Auch bei diesem Effekt sind die Grundparameter sehr gut ausgewählt (Crunch Phase).
Jetzt habe ich die Les Paul angeschlossen und den Gain Regler auf Maximum eingestellt, um zu testen, was die Crunchzerre so zu bieten hat. Und so klingt es (Crunch Max).  Sehr gut! Ein fetter Sound für Classic-Rock-Riffs, der zudem immer noch dynamisch auf die Spielnuancen des Gitarristen reagiert.
Hier noch ein weiteres Beispiel, das die gute Ansprache demonstriert. Diesmal mit einer ES-335 gespielt, der Gainregler steht auf 14 Uhr. Die Akkorde werden sehr sauber wiedergegeben, bei lautem Anschlag zerrt der Sound angenehm (Crunch Blues)

Weiter geht es mit dem Overdrive-Channel, und zwar der grünen Variante, Overdrive 1. Dieser liefert in Verbindung mit der SG einen gut angezerrten Ton, bestens geeignet für australische Powerchords …(Powerchords).

Audio Samples
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Powerchords Rock Flange Lead Delay Metal Riff Dyna Poti

Der Flanger klingt leider qualitativ nicht so gut wie die anderen Effekte. Er liefert eher einen hohlen Sound und der typische Jet Plane-Van Halen Ton bei weit aufgedrehtem FX Regler will nicht ganz so authentisch gelingen (Rock Flange).
Dafür ist aber der vierte Effekt, das Delay, wieder bestens gewählt. Der FX Regler steht auf 16 Uhr, das Tempo kann getappt werden und man hört einen guten, warmen Delay Sound, der sehr viel Spaß beim Solospiel macht und einen fetten und vollen Sound erzeugt (Lead Delay).  Beim Overdrive 2 Channel wird noch mehr Gain-Gas gegeben. Hier sind die bösen Metalsounds zuhause. Mitten raus, Gain auf 14 Uhr und Bässe voll aufgedreht: Wir bekommen einen fetten Lo-Riff Sound mit sehr gutem Attack, die einzelnen Noten sind gut zu hören und es klingt nicht zu matschig. Das Spielgefühl ist auch ausgezeichnet (Metal Riff).  Zum Abschluss wird noch die Ansprache auf die Einstellungen des Volumepotis an der Gitarre und die Akkordverständlichkeit überprüft. Ich habe den Overdrive 1 ausgewählt, Gain voll aufgedreht und zuerst den Volume-Regler an der Strat auf drei, dann vollaufgedreht (Dyna Poti). Die Lautstärke und Verzerrung gehen weit zurück, man kann auch hiermit den Sound steuern. Jetzt wird bei gleicher Einstellung die Les Paul angeschlossen und die Akkorde E,G,D,A hintereinander angeschlagen. Natürlich sollten sie auch noch als solche zu erkennen sein.
Chords.wav

Hier wird es zwar etwas undurchsichtig, aber man muss ja die Kirche im Dorf lassen. Schließlich ist der Amp ein Übungsverstärker im unteren Preissegment und kein Boutique-Röhrentop.

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Profilbild von FLOYD HENDRIX

FLOYD HENDRIX sagt:

#1 - 05.08.2021 um 08:18 Uhr

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Toller AMP mit gutem Klang und speicherbaren Sounds. NUR der Fußschalter PEDL 90010 macht denn hier empfohlenen PEDL 90008 meiner Meinung nach Sinnfrei. Wer dennoch die 20€ mehr für den PEDL 90008 ausgeben will, kann das natürlich gerne tun. Ich bin allerdings mit dem PEDL 90010 sehr zufrieden und nutze den am Head als auch an meinen Combos (MG15CFX & MG30CFX).....Gut der PEDL 90010 hat zwar kein Stimmgerät, aber was soll es, wer hat denn kein Stimmgerät auf dem Board oder als Clip an der Gitarre????? Ich hab für das gesparte Geld, da der PEDL 90010 sowieso bei meinem MG100 HCFX dabei war, für meine Frau & mich jeweils eine Pizza gekauft. ;-), :-)

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