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JBL LSR 2325P Test

PRAXIS

Auch die JBL-Speaker dürfen sich nicht vor meinem Versuchsaufbau verstecken. In einem Meter Abstand werden sie ins Stereodreieck integriert. Das mitgelieferte englische Handbuch erklärt die gesamte LSR-2300-Serie und vermittelt so genügend zusätzliches Hintergrundwissen. Aber wir wollen ja hören, nicht lesen!

Mit fällt sofort der knackige Bass auf, der nicht aufgesetzt wirkt. Das bestätigt sich auch bei den Messungen, denn hier gibt es keine deutliche Überbetonung, bevor der Übertragungsverlauf abfällt. Da man den Bass auch noch mit +2,5 dB anheben und mit -3 dB absenken kann, sollten alle Geschmäcker auf ihre Kosten kommen.

Fotostrecke: 24 Bilder JBL LSR2325P – Übertragungsverlauf
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Ansonsten zeigt sich der Übertragungsverlauf überwiegend gefällig und sehr unauffällig bis analytisch, ohne anzustrengen. Die Stereobühne wird gut aufgelöst, auch Tiefe ist hörbar. Selbst der Sweetspot ist großzügig bemessen und reagiert relativ unempfindlich auf Positionsänderungen. Lediglich in den Mitten um 500 Hz ist die JBL ein wenig zu zurückhaltend, aber das ist natürlich auch Geschmacksache. Die Höhen sind präsent, aber nicht zu scharf, und das ist bekanntlich ein schmaler Grat.

Und was gibt es zu meckern? Nun, aufgrund der recht tiefen Abstimmung müssen bei der ebenfalls geringen Gehäusegröße naturgemäß Abstriche bezüglich des Pegels gemacht werden. Konkret heißt das, dass es bei bassintensiverem Material mit hohen Pegeln schnell zu Verzerrungserscheinungen kommt, was gewöhnlich mit Portturbulenzen beginnt und mit der Übersteuerung der Tieftontreiberauslenkung endet. Die versprochenen 112 dB SPL (Peak) sind meiner Einschätzung nach, wenn überhaupt, nur im Paar zu schaffen.

Unsere Klirrfaktorenmessungen bei 90 dB SPL/m zeigen demzufolge auch wieder deutliche Übersteuerungen an und keine Verzerrungen, die man in einem “musikalischen” Lautstärkenbereich zu erwarten hätte. Dennoch, ein 100% professioneller Speaker sollte auch das schaffen.

Andererseits wirken manche Bässe, speziell Kickdrums, auch bei geringeren Pegeln für meinen Geschmack hin und wieder etwas zu “boomy” und zu lang in ihrem Ausklang, was mit ziemlicher Gewissheit dem Kompromiss “Bassreflexbauweise” geschuldet ist. An ambitionierten Heimarbeitsplätzen und Schnittplätzen sollte das aber kein Ausschlusskriterium darstellen. Die Gehäuseresonanzen halten sich in Grenzen, sodass bis zu gewissen Pegeln sehr angenehm gearbeitet werden kann.

Mit Alternativempfehlungen ist es bei diesem Speaker deshalb schwierig, weil er sich mit einem Paarpreis von runden 500 Euro im Testmarathon preislich in der Mitte, aber auch relativ weit entfernt von anderen Teilnehmern platziert. Die KRK Rokit RP5 G2 klingt zwar ähnlich, kostet aber immerhin 200 Euro das Paar weniger. Welcher von beiden “lauter” ausfällt, ist schwierig zu sagen. Dort, wo bei der KRK die Schutzschaltungen greifen, fährt die JBL in die Verzerrung. Andererseits ist auch eine ADAM A5X oder Artist 5 nicht wirklich besser oder schlechter, jedoch wieder um einiges teurer. Die Dynaudio BM5A MK2 hingegen finde ich persönlich ausgewogener, potenter und vor allem impulsfester. Selbstverständlich ist auch die Genelec 8030 keine schlechte Wahl. Beide letztgenannten Exemplare kosten aber auch doppel so viel.

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