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Jam Pedals Delay Llama XTreme Test

Praxis

Für den Praxisteil wird das Delay Llama vor einen clean eingestellten Sovtek MIG-50 geschaltet. Der Amp läuft dann in einen Universal Audio Ox, der die Speakersimulation übernimmt. Danach geht es direkt auf die Festplatte. Für verzerrte Sounds werden später diverse Overdrive-Pedale vor das Delay Llama geschaltet.
Wir starten unseren Rundgang im Standard-Modus, bei dem nur die drei sichtbaren Regelmöglichkeiten aktiviert sind. Trails on ist aktiviert, Kill Dry ist logischerweise deaktiviert.

Im ersten Beispiel hört ihr die mittlere Einstellung aller Regler, nachdem das Ausklingverhalten des Echos mit dem Trimmpoti etwas nachjustiert wurde. Ich habe es so eingestellt, dass bei 12 Uhr das Delay ausklingt und sich noch nicht hochschaukelt. Sehr sinnvoll ist, dass man auf den Regelweg des Repeat-Reglers selbst Einfluss nehmen und das Ganze nach Geschmack einstellen kann. Im zweiten Beispiel ist der Repeat-Regler auf 13 Uhr geparkt und das Delay schaukelt sich bereits hoch und wird zur Endlosschleife. Gestoppt werden kann das Ganze durch Deaktivieren des Effekts oder Zurücknehmen des Repeat-Reglers. Nach Deaktivieren des Effekts (Trails on) klingt das Echo harmonisch aus, in der Werkseinstellung auch nicht zu lange. Daher bedarf es für mein Empfinden auch keiner Veränderung über das interne Trimmpoti, aber es ist trotzdem schön, dass es diese Möglichkeit gibt. Das Delay hat einen angenehmen Sound mit Echowiederholungen, die in den oberen Frequenzen abgesenkt sind, also typischer Analogdelay-Style mit einem leichten Modulationseffekt auf den Wiederholungen. Wenn sich das Delay hochschaukelt, erhält man eher einen Noise-Loop, der dabei auch lauter wird als die ersten Echowiederholungen. Wer eher harmonisch klingende Echowolken nach dem Einspielen von ein paar Single-Notes sucht, wird hier nicht so gut bedient. Aber das ist Geschmacksache, wobei das Delay Llama in dieser Hinsicht schon mehr in die experimentelle und dreckigere Ecke zielt. Nimmt man den Repeat-Regler komplett zurück, gibt es eine einzelne Echowiederholung, die Grundstein für den klassischen Slapback-Sound sein kann, den ihr im vierten Beispiel hören könnt. Allerdings ist mir der Klang für einen solchen Einsatz unter der Lupe betrachtet etwas zu verwaschen. Für Tempo-Delay-Sounds mit drei bis vier Echowiederholungen ist das Pedal sehr gut zu verwenden. Auch bei hohem Effektlevel setzt sich der Direktsound immer gut durch, die Echowiederholungen bleiben aufgrund der Höhenabsenkung immer angenehm im Hintergrund und mit dem leichten Modulationseffekt schwebt das Ganze (Bsp. 5).

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Standard: T12 – R12 – L12 Standard: T12 – R13 – L12 – Loop Stop durch Bypass Standard: T13 – R15 – L12 – Loop Stop mit Repeat-Regler zurückgedreht Standard: Slapback – T8 – R7 – L10 Standard: Tempo Delay – punktierte Achtel
Die auffällige Grafik, das feuerrote Lama mit gelbem Hintergrund, sticht direkt ins Auge.
Die auffällige Grafik, das feuerrote Lama mit gelbem Hintergrund, sticht direkt ins Auge.

Jetzt wird der XTreme-Mode aktiviert, bei dem der Hersteller die vier unterschiedlichen Effekt-Optionen auf die vier Presets gelegt hat. Die Sounds hört ihr in den nächsten vier Beispielen.

Audio Samples
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Preset 1 – Vibrato Preset 2 – Tape Preset 3 – Random Preset 4 – Pitch Shift

Nachdem ich die Bedienungsanleitung durchgelesen hatte, war ich doch etwas skeptisch, was die Bedienung und das Editieren der Sounds anbetrifft. Durch die Doppelbelegung und die umschaltbaren Effekt-Optionen für die zweite Ebene kann das Ganze sehr unübersichtlich werden. Aber in der Praxis, wenn man einige Male mit dem Delay gearbeitet hat, sind die Handgriffe doch recht schnell verinnerlicht. Klar, so einfach wie ein Delay-Pedal mit Einzelbelegung der Regler ist es nicht zu bedienen, aber dafür bietet es noch ein paar Schmankerl für Soundtüftler obendrauf. Die ersten beiden Optionen Vibrato und Tape sorgen für zusätzliche Modulationseffekte, die man sehr dezent einstellen, aber auch bis zu extremeren Verstimmungen biegen kann. Random und Pitch-Shift sorgen dann für die etwas abgefahrenen Sounds. Random ist komplett unkontrollierbar, hier werden wilde Tonhöhenverschiebungen generiert, die zufällig abgespielt werden. Musikalisch bzw. harmonisch lässt sich dieser Effekt nicht wirklich kontrollieren, aber für Zufallssounds mit entsprechendem Noise-Faktor ist er erstklassig. In einem harmonischen Kontext sind die Pitch-Shift-Sounds besser nutzbar. Klanglich geht auch das in die etwas dreckigere Richtung. Wer also Edel Pitch-Shift Delays á la Eventide sucht, wird hier nicht bedient. Aber auch das ist einfach eine Charaktereigenschaft und hat nichts mit besser oder schlechter zu tun. Hier ein paar Beispiele mit den unterschiedlichen Effekt-Optionen aus dem XTreme-Mode.

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Pitch Shift Octave Vibrato mit hohem Repeat Vibrato etwas dezenter Vibrato schnell Tape max verstimmt Random mit Powerchords
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