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Gravity FD Seat 1 Drum Hocker Test

Gravity FD Seat 1 heißt unser heutiges Testobjekt und wie unschwer zu erkennen ist, handelt  es sich dabei um einen Schlagzeughocker oder, wie die Herstellerfirma Adam Hall es ausdrückt: um einen Musikerstuhl. Er soll also auch Keyboarder, Bassisten, Gitarristen und all jene zufriedenstellen, die sitzend ein Instrument spielen. Dafür haben sich die Konstrukteure in vielen Punkten für Modifikationen der gängigen Bauweise entschieden. Hinzu kommen verschiedene Detaillösungen, die man auch schon von den anderen Gravity-Produkten kennt. Welche das sind und wie es sich auf dem Newcomer sitzt, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Gravity_Seat
Gravity_Seat

Details & Praxis

Der Hocker wirkt sehr solide

Mit einem Verkaufspreis von weniger als 70 Euro fällt der Gravity FD Seat 1 in die Klasse der Marken-Einsteigersitze, beziehungsweise der günstigen Hausmarken. Umso überraschter bin ich, dass mir aus der ansprechend gestalteten Verpackung ein offenbar sehr solide gefertigter Sitz entgegen kommt. Neben dem Sitzteil und der Basis finde ich auch noch ein Tütchen mit Gummiringen – dazu später mehr – sowie einen Anhänger mit der Info, dass Gravity ganze fünf Jahre Garantie gewährt. Man scheint also an sein Produkt zu glauben. 
Das doppelt verstrebte Unterteil mit Beinen aus Stahlrohren steht sehr satt auf dicken Gummifüßen, positiv fällt auf, dass alle Verstrebungen mit Kunststoffmuffen versehen sind. Dies soll eventuelle Knarzgeräusche unterbinden. Eindrucksvoll finde ich auch, dass die Kontaktpunkte nicht vernietet, sondern verschraubt sind. Mithilfe einer Drehspindel wird die Höhe justiert, die Sicherung erfolgt jedoch durch eine griffige Rändelmutter. Wer schnell größere Höhenveränderungen vornehmen möchte, muss nur die entsprechende Rändelschraube lösen und kann das Sitzteil auf die gewünschte Höhe hochziehen, langes „Kurbeln“ ist also nicht nötig. 56 bis 80 Zentimeter gibt Adam Hall als nutzbaren Bereich an. Das ist für extreme Tiefsitzer etwas zu hoch, die maximale Höhe ist dafür allerdings stattlich. Alle Justierungen am Hocker werden über gummierte Rändelschrauben vorgenommen, die ein spezielles Merkmal aufweisen: Sie besitzen grüne, austauschbare Gummiringe, welche dem Hocker nicht nur einen lebendigeren Look verleihen sollen, sondern auch zur leichteren Identifizierung oder zur farblichen Anpassung an Bühnenbilder oder Ähnliches verwendet werden können. Dies erklärt auch das beiliegende Tütchen: Wer mag, kann die verbauten grünen Ringe gegen neutrale schwarze auswechseln. Im Gravity-Programm sind noch weitere Farben erhältlich.  

Fotostrecke: 4 Bilder Keine Flügelschrauben, schwarze Beschichtung: Der FD Seat 1 zeigt sich eigenständig.
Fotostrecke

Auch das runde Sitzteil wirkt stabil und durchdacht. Es ist fest gepolstert und besitzt einen Durchmesser von etwa 33 Zentimetern. Der Kunstlederbezug ist gut verarbeitet, am oberen Randbereich soll ein zusätzlich aufgenähter Ring aus grobmaschigem Nylongewebe für Ventilation sorgen. Adam Hall gibt als maximales Gewicht des Nutzers 100 Kilogramm an.
In Anbetracht der guten Verarbeitung überrascht es kaum, dass der FD Seat 1 auch im Praxiseinsatz überzeugt. Die gewünschte Höhe ist schnell eingestellt und kann durch Drehen der Sitzfläche feinjustiert werden. Dank des geringen Spiels an den beweglichen Teilen stellt sich das Gefühl ein, fest und solide zu sitzen. Ein von mir an vielen Hockern immer wieder monierter Nachteil ist die Geräuschentwicklung. Auch Oberklassegestühle fallen nicht selten mit lautem Knarzen auf und werden damit für sensible Anwendungen unbrauchbar. Umso erstaunter bin ich, dass das günstige Testgerät vollkommen leise ist. Beim Hochheben ertönt kein Klackern, beim Hinsetzen und Gewichtverlagern kein Knarzen und beim Drehen kein Quietschen. Ein Riesenpluspunkt für Aufnahmen. Ich habe den Sitz natürlich am Drumset verwendet, außerdem zu Hause am Schreibtisch und zum Bassspielen. Offensichtlich nicht geeignet ist das Testobjekt für Fans von Sattelsitzen oder sehr weichem, dick gepolstertem Gestühl.  

Fotostrecke: 4 Bilder So sieht die Sitzfläche von unten aus.
Fotostrecke

Fazit

Mit dem Gravity FD Seat 1 stellt die deutsche Firma Adam Hall einen Drumhocker/Musikerstuhl vor, der zwar preislich in der Einsteigerklasse angesiedelt ist, dank seiner durchdachten Konstruktion aber auch hohe Ansprüche erfüllen kann. So bietet der doppelt verstrebte Rundsitz ein straffes, wackelfreies Sitzgefühl sowie eine große maximale Höhe. Das zusätzlich auf den Kunstlederbezug aufgenähte Gewebe unterstützt die Wärmeableitung. Besonders beeindruckend ist die tolle Verarbeitung mit Verschraubungen und Kunststoffmuffen an allen Kontaktpunkten. Das Ergebnis ist ein absolut leiser Stuhl, der sich dadurch auch für Aufnahmen mit sensiblen Instrumenten eignet. Nur Freunde von sehr tiefen Sitzpositionen müssen sich bei der minimalen Sitzhöhe von 56 cm woanders umschauen. Dass der Hersteller volle fünf Jahre Garantie einräumt, rundet das Gesamtpaket ab. Als Fazit würde ich mich zu der Behauptung hinreißen lassen, dass das Testgerät das aktuell beste Angebot in seinem Preissegment darstellt. Dafür gibt es fünf Sterne.  

Unser Fazit:
Sternbewertung 5,0 / 5
Pro
  • straffes, trotzdem bequemes Sitzteil
  • sehr geräuscharm
  • solider, wackelfreier Stand
  • sehr gute Verarbeitung
  • fünf Jahre Garantie
  • exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra
  • extrem niedrige Sitzhöhen nicht möglich
Artikelbild
Gravity FD Seat 1 Drum Hocker Test
Für 75,00€ bei
Viel Hocker für's Geld: Der Gravity FD Seat 1 ist bequem, gut handhabbar und leise.
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Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Gravity (Adam Hall)
  • Bezeichnung: FD Seat 1
  • Herstellungsland: China
  • Gewicht: ca. 4,8 kg
  • Gewichtsklasse: bis 100kg
  • Lieferumfang: Anleitung, “Gravity Rings”
  • Einstellbare Höhe: ca. 56 bis 80 Zentimeter
  • Besonderheit: fünf Jahre Herstellergarantie
  • Preis (Verkaufspreis September 2020): 67,00 EUR

Seite des Herstellers: https://www.adamhall.com/de-de

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von Max Gebhardt

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disqus_gy7w5TcLph sagt:

#1 - 20.12.2021 um 08:54 Uhr

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Ich hab mir den Hocker auch zugelegt; ehrlich gesagt, ohne die Rezension zu kennen, sondern mich hat schlicht der Preis gelockt. Ich habe den jetzt seit gut einem Jahr im Dauereinsatz. Ich kann die Eigenschaften alle voll bestätigen, jedoch zeigt sich nun beim Langzeittest, dass die Sitzfläche mittels der Schraube nicht (mehr) ausreichend festgezogen werden kann. Bereits kurze Gewichtsverlagerungen sorgen dafür, dass sich die Schraube wieder löst und schon wackelt die Sitzfläche. Das ist echt nervig, scheint aber konstruktionsbedingt zu sein. Natürlich kann man den Hocker nun zurückschicken und auf Garantie reparieren lassen (vermutlich wirds dann im Austausch ein neuer Stuhl?), aber ich fürchte fast, da hat man nach gewisser Zeit das gleiche Problem. Tatsächlich überlege ich mir jetzt, die Konstruktion zu verschweißen, damit da a Ruh is. Auf Packmaß auseinanderbauen lässt sich das Gestühl dann zwar nicht mehr, ist für mich aber kein Problem.
Ansonsten: wirklich prima Hocker!

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