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Gamechanger Audio Plasma Rack Test

Das Gamechanger Audio Plasma Rack bietet Verzerrung für Bühne und Studio.

Gamechanger_Plasma_Rack_Test

Neben dem von uns an anderer Stelle getesteten GCA Plasma Bodenpedal hat der lettische Hersteller nun auch eine Rackversion seines Soundzerstörers im Programm

Details & Praxis

Lieferumfang, Design & Verarbeitung

Das über 4 kg schwere Gerät kommt in einer stylischen Klappbox mit Magnetverschluss. Als Zubehör liegen lediglich ein Kaltgerätekabel und eine Bedienungsanleitung bei. Letztere ist zwar “nur” in englischer Sprache, dafür aber sehr detailliert ausgeführt. Vollmetall-Chassis und Gewicht strahlen auf Anhieb Robustheit aus. Das Design des Plasma Racks ist nicht nur aufgrund der schwarzen Farbgebung martialisch und durch die futuristische Gas-Röhre zugleich außergewöhnlich. Die Verarbeitung des Verzerrers ist top. Das gilt sogar bis zu den Potikappen, die mit einem kleinen Schräubchen befestigt sind. Die XLR-Anschlüsse sind mit Rückhaltesicherungen ausgestattet.

Die Anschlussmöglichkeiten des Plasma Racks lassen kaum Wünsche offen.
Die Anschlussmöglichkeiten des Plasma Racks lassen kaum Wünsche offen.

Technik

Auch diese Distortion-Unit aus dem Hause Gamechanger Audio setzt auf eine Glasröhre mit Xenon-Gas, um Audiosignale zu verzerren. Diese Röhre ist in der Mitte der Gerätefront sichtbar und macht die Arbeitsweise des Geräts optisch nachvollziehbar. Das Eingangssignal wird vom Plasma-Rack per Zeilentrafo bearbeitet und zur Glasröhre geleitet. Dort entlädt sich die Spannung dauerhaft zwischen zwei Elektroden. In elektromagnetische Schwingungen umgewandelt entsteht auf diese Weise eine verzerrte Version des Originalsignals, das diesem zugemischt werden kann. Außerdem entstehen in der mit Gas gefüllten Röhre zuckende lila-blaue Blitzchen, die den Verzerrungsvorgang auf beeindruckende Weise bebildern.

Die mit Gas gefüllte Röhre lässt kleine lila Blitze zucken.
Die mit Gas gefüllte Röhre lässt kleine lila Blitze zucken.

Statt nur je einen Klinken-Ein- und Ausgang zu bieten, fährt die Rackversion in Sachen Anschlussmöglichkeiten groß auf. Eine MIDI-Sektion mit In-, Through- und Out-Buchsen sowie einem Anschluss für ein Expression-Pedal sind ebenso dabei wie eine Effect-Loops-Sektion mit je drei Send- und Return-Buchsen. Statt eines einfachen unsymmetrischen Eingangs als Klinkenbuchse, wie sie das Plasma Pedal besitzt, wartet das Plasma Rack eingangsseitig zusätzlich mit einer symmetrischen XLR/TRS-Combo-Buchse auf. Ein Ground-Lift-Schalter rundet dieses erweiterte Feature-Set ab.

Handling

Zunächst ein paar Worte zur Haptik: Die rasterlosen Potis haben eine geriffelte Oberfläche und bieten beim Drehen einen sanften Widerstand. Leider hat keiner der Drehregler eine gerasterte Mittelposition, auch nicht die Gain-Regler des EQs. Alle Tastschalter, die das Gerät bietet, sind bei Aktivität beleuchtet. Das Plasma Rack bietet mit Volume-, Voltage- und Blend-Regler identische Funktionen wie das Plasma Pedal. Hierüber lassen sich Ausgangslautstärke, Verzerrungsgrad und Wet/Dry-Verhältnis anpassen.
Darüber hinaus lassen sich bei der Rackversion aber noch weitere Parameter steuern. So ermöglicht zum Beispiel ein Pad-Schalter die Absenkung des Eingangssignals um  20 dB. Ein Gain-Regler steuert die Stärke des Eingangssignals. Wobei ich in der Praxis feststelle, dass dem Gerät ein paar mehr dB Vorverstärkung durchaus gut tun würden. Ein Regelbereich für das Tremolo des verzerrten Signals ist ebenfalls hinzugekommen. Hier lassen sich nicht nur Stärke und Geschwindigkeit des Tremolos steuern. Vielmehr soll mit dem “Dynamic”-Schalter auch eine Anpassung des Tremolos an die Spieldynamik des Instruments erzwungen werden können. Mir ist das in der Praxis jedoch nicht geglückt. Dennoch bietet die Tremolo-Sektion ausreichend Einstellmöglichkeiten, um Modulationen kreativ einregeln zu können.
Während beim Plasma Pedal lediglich Bässe und Höhen regelbar sind, ist in der Equalizer-Sektion des Plasma Racks ein zusätzliches Mittenband justierbar. Per “Clean EQ”-Schalter lässt sich die Filtersektion für das Dry-Signal umgehen. Die Bässe und Höhen lassen sich herrlich weitreichend über Shelve-Filter regeln. Der Glockenfilter für die Mitten setzt bei 600 Hz an und ist mit einem Regelbereich zwischen -6 und +6 dB für meinen Geschmack recht dezent ausgefallen.

Die Features der Rackversion sind weitaus vielfältiger als bei der Pedalvariante des Plasma-Verzerrers.
Die Features der Rackversion sind weitaus vielfältiger als bei der Pedalvariante des Plasma-Verzerrers.

Außerdem lässt sich das Ausklingverhalten des verzerrten Signals per Knopfdruck verbessern. Dafür ist ein Kompressor mit festen Einstellungen mit an Bord, der per “Sustain Mode”-Taster aktiviert wird. Im Audiobeispiel ist zu hören, wie gut das funktioniert. Dieses Feature erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Plasma Racks enorm. Mittels “Oversaturate”-Schalter kann die Verzerrung des Plasma Racks auf die Spitze getrieben werden. Auch dieses Feature ist top. Mit zusätzlich gezündeter Distortion-Stufe zerstört das Plasma-Rack wirklich jedes noch übriggebliebene Detail eines Audiosignals. Die Hörbeispiele zeigen das sehr deutlich anhand eines Gitarrensignals. Wird die “Clean Gate”-Funktion aktiviert, greift der Noisegate-Effekt auch auf das parallel verfügbare Originalsignal über. Alles in allem sind das eine Menge Extra-Features, die den deutlich höheren Preis der Rack- gegenüber der Pedalversion in meinen Augen rechtfertigen.

Audio Samples
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Gitarrensignal, bypass Gitarrensignal, max. Distortion Gitarrensignal, zusätzlich mit Sustain-Feature Gitarrensignal, zusätzlich mit “Oversaturate”-Feature Gitarrensignal, zusätzlich mit angehobenen Mitten Gitarrensignal, zusätzlich mit Tremolo-Effekt

Die Verzerrung, die das Plasma Rack liefert, klingt wie nicht von dieser Welt. Besonders in Sachen krasser Fuzz kann das Gerät definitiv liefern. Der Klang der Verzerrung ist satt und bass- wie höhenreich. Allerdings ist das Plasma Rack nicht ganz so rauscharm wie es die vom Hersteller angegebenen Messwerte versprechen. Das betrifft leider gerade den cleanen Bypass-Sound, bei dem es der Anwender am wenigsten verschmerzen kann.
Beim Einsatz der Equalizer-Sektion überzeugen mich Low und High Shelf mit einem starken Regelbereich. Das von der Rackversion exklusiv gebotene Filter für das Mittenband ist dagegen vergleichsweise schwachbrüstig aufgestellt.
Wird die Distortion voll reingeregelt, stellt sich eine starke Signalkompression ein, die von einem technisch bedingten Noisegate-Effekt begleitet wird. Die “Sustain”-Funktion, die das Rack gegenüber dem Pedal bietet, kann dabei für ein weniger abgehacktes, “musikalischeres” Signal sorgen. Deshalb ist dieses Extra-Feature absolut gelungen. Das gilt umso mehr, wenn noch die für das Rack-Gerät exklusive “Oversaturate”-Funktion aktiviert wird. Der resultierende Sound ist über die Maße spacig und steht sogar einer funky Spielweise gut zu Gesicht (siehe/höre Audiobeispiele). Dieser “Space-Effekt” wird noch von der Tremolo-Sektion überboten. Sie liefert eine fein regelbare Modulation des bearbeiteten Signals und kann dem eigenständigen Distortionsound des Plasma Racks eine zusätzliche psychedelische Note verpassen.

Fazit

Das Gamechanger Audio Plasma Rack ist gebaut wie ein Panzer, hat eine martialische Optik, ist in Sachen Anschlussmöglichkeiten top und die Verzerrungen, die das Gerät liefert, haben einen eigenständigen Klang. Der resultierende Sound ist für mich am ehesten noch mit dem eines Fuzz-Pedals vergleichbar. Bei extremen Distortion-Einstellungen tritt außerdem ein Noisegate-Effekt hinzu. Das ganz besondere klangliche Flair dieses Verzerrers ist der wichtigste Punkt, den er auf der Habenseite verbuchen kann. Dazu kommen noch die etlichen Regelmöglichkeiten für Tremolo, Distortiongrad, Filter und einiges mehr. Auf der Contra-Seite stehen ein schwaches Bypass-Signal, das beim Anheben des Pegels hohe Rauschanteile offenbart, und ein stark eingeschränktes Response des Geräts auf diverse Parameteränderungen. Extreme Verzerrungseffekte sind daher mit dem Plasma-Rack deutlich einfacher zu realisieren als subtile Distortionanteile.
Ob das Plasma Rack ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat, lässt sich nicht pauschal sagen. Mir persönlich erscheint die aufgerufene vierstellige Summe für ein Gerät, das insbesondere in Sachen Feintuning der Regelmöglichkeiten seines Sounds noch einige Entwicklung vertragen kann, doch recht hoch. Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass es sich hier um ein außergewöhnliches Effektgerät handelt, das in vielerlei Hinsicht Charakter hat.

Unser Fazit:
Sternbewertung 3,5 / 5
Pro
  • eigenständiger Distortion-Klang
  • viele Regelmöglichkeiten
  • viele Anschlussmöglichkeiten
  • per MIDI steuerbar
  • robuste Bauweise
Contra
  • hohe Rauschanteile im cleanen Signal
  • dezentes Ansprechverhalten vieler Parameter
Artikelbild
Gamechanger Audio Plasma Rack Test
Gamechanger_Plasma_Rack_2
Features & Spezifikationen
  • Klinken-Eingang (unsymmetrisch)
  • XLR-Eingang (symmetrisch)
  • MIDI-In/Out/Thru
  • Expression Pedal-In
  • 3x FX-Loop (Send/Return)
  • Preamp Gain: -26 bis +12 dB
  • Pad: -20 dB
  • EQ: Low Shelve @10Hz, -6 bis +6 dB @600 Hz, High Shelve @20 kHz
  • Frequenzumfang: 30 Hz bis 20 kHz
  • Signal-Rausch-Abstand: 69 dB (cleaner Kanal), 78 dB (Drive-Kanal)
  • Abmessungen: 40 cm x 440 cm x 255 cm (HxBxT)
  • Gewicht: 4,1 kg
  • Preis: € 1363,60 Netto-Listenpreis (Straßenpreis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ermittelbar)
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von Carsten Kaiser

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