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Eurorack Basics #2: Löten, Tools & Co.

Im ersten Teil unserer Workshop-Reihe Eurorack DIY für Einsteiger und dem Thema Eurorack Basics #1: Module modifizieren, haben wir uns mit dem Austauschen von Potis und LEDs befasst. Hierbei handelte es sich um Wesentlichen um ein eher grundlegendes Verändern, des sonst nicht weiter modifizierten Moduls unter optischen sowie haptischen Gesichtspunkten. In diesem, dem zweiten Teil, konzentrieren wir uns auf das Löten, in einer Weise, die auch für den Anfänger verständlich ist, und zeigen, was man für einen erfolgreichen “S”-DIY (“Synthesizer”-Do-It-Yourself) Start benötigt.

Workshop Eurorack Basics #2: Löten, Tools & Co. (Foto: Bonedo)
Workshop Eurorack Basics #2: Löten, Tools & Co. (Foto: Bonedo)

Löten, und insbesondere das Löten eigener Eurorack Module, kann den blutigen Anfänger zunächst vor eine echte Hemmschwelle setzen; hier jedoch kann man getrost behaupten: Wer nicht probiert, kommt nicht ans Ziel. Es ist in den meisten Fällen einfacher und unkomplizierter als man denkt, wenn man die dafür nötige Ausstattung besitzt, und die ersten “Gehversuche” hinter sich gebracht hat. In diesem Workshop erkläre ich euch detailliert was ihr benötigt, um mit euren ersten Projekten beginnen zu können.

Details

Grundlagen
Unter Löten versteht man den Prozess, unterschiedliche Metallteile unter Zuhilfenahme von Lötzinn miteinander zu verbinden. Dabei werden für unserer Vorhaben Temperaturen von ungefähr dreihundert bis dreihundertachtzig Grad Celsius benötigt. Bei diesen Temperaturen wird das Lötzinn flüssig und bedeckt die Metallteile. Nachdem das Lötzinn wieder abgekühlt und hart geworden ist, sind alle Teile fest miteinander verbunden. Lötzinn ist eine einfache Methode verschiedene Metallteile fest miteinander zu verbinden und erzeugt dabei eine elektrisch leitende Verbindung. Außerdem kann es leicht wieder erhitzt werden um die verbunden Teile wieder voneinander zu lösen. Dadurch ist es eine hervorragend Methode um elektronische Komponenten, Drähte und überhaupt fast alles, was in der Elektronik verwendet wird, miteinander zu kombinieren.

Werkzeuge, Lötkolben & Co.
Wie bei vielen Tätigkeiten beeinflusst das zur Verfügung stehende, oder das verwendete Werkzeug, stark die Qualität der erzeugten Arbeit. Es gibt verschiedene Arten des Lötens und unterschiedliche Werkzeuge, die man dazu verwenden kann. Ich gebe euch an dieser Stelle die wichtigsten Tipps, um grobe Fehler zu umgehen. Diese Tipps sind als Startpunkt anzusehen, denn letztendlich muss jeder für sich nach den ersten Gehversuchen eigene Erfahrungen machen, und herausfinden, welcher Weg der passende ist. 
Die für das Löten wichtigsten Dinge die man benötigt sind ein Lötkolben und Lötzinn. Beim Lötkolben muss man nicht gleich etwas Kostspieliges wie z. B. einen ’Weller’ anschaffen, hier genügen bereits einfachere Ausführungen, die preislich im Bereich von ca. sechzig bis achtzig Euro liegen. Weniger solltet ihr allerdings nicht ausgeben, da das Angebot unter der genannten Preisklasse nicht empfehlenswert ist. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht und dadurch doppelt investiert. Achtet darauf, dass der Lötkolben mit einer Lötstation kommt, von welcher die Temperatur abgelesen, aber vor allem auch eingestellt werden kann, denn es werden unterschiedliche Temperaturen a) für unterschiedliches Lötzinn und b) für unterschiedliche Komponenten benötigt. Eine Leistung im Bereich von zwanzig bis neunzig Watt sollte da ausreichend sein. Mehr wird für SDIY nicht benötigt, denn wir beschäftigen uns hauptsächlich mit Platinen, Widerständen, Kondensatoren, IC Chips, Buchsen sowie Drähten für Patchkabel.
Eine Lötstation ist mit das wichtigste Werkzeug im Synthesizer-DIY und sollte deswegen von guter Qualität sein. (Foto: Igor Sabara)
Eine Lötstation ist mit das wichtigste Werkzeug im Synthesizer-DIY und sollte deswegen von guter Qualität sein. (Foto: Igor Sabara)

Lötzinn, der “Kleber” für Elektronikelemente
Selbst beim Lötzinn scheint die Auswahl unbegrenzt. Zum Ersten kommt Lötzinn in verschiedenen Stärken daher, zum anderen auch in verschiedenen Zusammensetzungen. Ich selbst bevorzuge Lötzinn in einer Stärke von 0,5 mm. Das eignet sich gut z. B. zum Löten von SMT*. Lötzinn in 0,7 mm Stärke gehört auch zu meinen Favoriten, das verwende ich bevorzugt zum Anfertigen von Buchsen und Steckern für eigene Patchkabel. Das war es auch schon zu diesem Punkt von meiner Seite. Grundsätzlich sollte man als Anfänger zunächst verschiedene Lötzinnstärken ausprobieren und selbst erfahren, mit welcher Stärke man am besten zurechtkommt.

*SMT steht für „surface mounted technology“. Dies ist die Technologie, auf der SMD** Bauteile beruhen.
** SMD steht für „surface mounted device“. SMDs sind Bauteile, die für die Montage auf der Leiterplattenoberfläche vorgesehen sind. Sie haben keine Drahtanschlüsse, sie werden mittels lötfähiger Anschlussflächen direkt in Lotpaste bestückt und auf die Pads gelötet. Mit dieser Technik werden Widerstände, Kondensatoren, Quarze, Dioden, Transistoren, Spulen und Integrierte Schaltkreise realisiert.

Ohne Lötzinn ist auch der beste Lötkolben nutzlos. Entlötlitze hilft bereits verlötete Stellen zu entlöten. (Foto: Igor Sabara)
Ohne Lötzinn ist auch der beste Lötkolben nutzlos. Entlötlitze hilft bereits verlötete Stellen zu entlöten. (Foto: Igor Sabara)

Seit geraumer Zeit ist bleihaltiges Lötzinn verboten, weil es extrem gesundheitsschädlich ist. Lötzinn ohne Blei lässt sich allerdings schwieriger verarbeiten und man muss den Lötkolben mit höherer Temperatur betreiben. Lötzinn kann allerdings auch Anteile von Silber enthalten. Die Faustregel besagt: Je mehr Silberanteil im Lötzinn enthalten, desto besser. Lötzinn mit einem hohen Silbergehalt fließt besser und es stellt eine stabilere Verbindung her. Der Nachteil ist, es kann schnell teuer werden. Damit das Lötzinn fließen kann, befindet sich Flussmittel im Lötzinn enthalte. Sollte man einen schnellen Fluss benötigen, greift man auf erhältliche Flussmittel-Stifte zurück. Hier schadet es nicht auch einen davon zu haben, ist aber nicht unbedingt nötig. Die meisten Lötkolben, die mit Lötstation angeboten werden, haben auch ihren eigenen Halter. Das ist sehr praktisch und meistens ist zusätzlich eine Ablage für Schwämme enthalten, um die Lötspitze sauber zu halten. Alternativ zum feuchten Schwamm kann man auch einen kleinen Metallball im Handel kaufen, der extra zur Säuberung der Lötspitze gedacht ist. Ich selber bevorzuge den Ball, da der nicht feucht gemacht werden muss, gut reinigt und die Spitze immer schön verzinkt hält.

Eine helfende Hand
Besonders hilfreich bei Lötarbeiten ist eine kleine Vorrichtung, die beim Halten der zu lötenden Komponenten behilflich ist. So etwas nennt sich Löthilfe oder “Helping Hand”. Preislich schon ab ca. fünf Euro zu haben, erleichtert diese “helfende Hand” die mitunter filigrane Lötarbeit, schon deswegen, wenn keine weitere Hand zur Verfügung steht. Gerade beim Herstellen von Patchkabeln ist diese Hilfe nicht wegzudenken. Zangen werden zum Abschneiden der “Beine” von Elektronikteilen gebraucht. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen: Zum einen als Topcutterzangen, nützlich, falls etwas schwer zu erreichen ist, und als in der Ausführung als Seitenschneider.
Die Löthilfe oder "Helping Hand" hält die Elektronikbauteile, wenn mal gerade keine andere Hilfe zur Verfügung steht. (Foto: Igor Sabara)
Die Löthilfe oder “Helping Hand” hält die Elektronikbauteile, wenn mal gerade keine andere Hilfe zur Verfügung steht. (Foto: Igor Sabara)

Löten und Entlöten
Letztendlich wird noch eine Lötpumpe nebst Entlötlitze benötigt, falls man mal einen Fehler gemacht hat und ein Teil wieder abgelötet und ausgetauscht werden muss. Ein Multimeter ist zusätzlich nützlich, aber am Anfang nicht zwingend notwendig. Hier muss man ca. dreißig Euro investieren, um eine anständige Qualität zu erhalten.

Die Entlötpumpe saugt erhitztes Lötzinn durch Unterdruck, zugunsten einer sauberen Lötstelle, ab. (Foto: Igor Sabara)
Die Entlötpumpe saugt erhitztes Lötzinn durch Unterdruck, zugunsten einer sauberen Lötstelle, ab. (Foto: Igor Sabara)

Fazit

Synthesizer-Do-It-Yourself ist keine besonders schwierige Aufgabe, wenn man eine gesunde Portion Geduld und Konzentration mitbringt. Für schon ca. einhundert Euro hat man ein vernünftiges Setup, mit dem man hervorragend Module selber löten kann. Ich selbst kann jedem Besitzer eines Modularsystems empfehlen, sich ein Set zum Löten anzuschaffen. Wenn man den Kniff heraus hat und sich mit der Materie beschäftigt, macht Löten Spaß, spart Geld und man sehr viel über die Module und deren Arbeitsweisen lernen. Außerdem kann man im Reparaturfall selbst Hand anlegen und Modifikationen zum Feintuning vornehmen.

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Workshop Eurorack Basics #2: Löten, Tools & Co. (Foto: Bonedo)

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von Igor Sabara

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Profilbild von k101011 k

k101011 k sagt:

#1 - 22.12.2017 um 19:57 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Vielleicht noch ne gute Pinzette?Persönlich finde ich für SMD ICs Flussmittel essentiell, zB das etwas bessere Edsyn Flussmittel (FL112 mein Favorit). gerade bei ICs mit Pitch < 1mm reicht meist ein Tropfen Flussmittel aus, um Brücken zwischen IC-Pins rauszuziehen (Das Lot fließt quasi etwas mehr auf die Pads und auf die saubere! Lötspitze zurück). Anfänger
reißen mit Entlötlitze gerne die Pads unter dem Pin weg.
Ich benutze ein Ersa Icon mit 0.2er Bleistift-Spitze und ebenso dünnes Lötzinn für SMD (geht gut ins Geld), andere nehmen gerne breitere Spitzen und breiteres Lot. Muss man selber austesten. Auch ganz empfehlenswert ist das Einsteigermodell von Oki/Metcal. Das ist ziemlich anderes vom Konzept & Handling aber liefert viel mehr Energie in die Spitze.
Lackdraht zur Reparatur fällt mir noch ein..
:DGruß, Kay (LPZW)

    Profilbild von Igor Bln

    Igor Bln sagt:

    #1.1 - 27.12.2017 um 15:52 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo, mit dem Flussmittel gebe ich dir Recht. Da gehe ich nochmal darauf ein wenn wir ein SMD DIY Teil machen. Auch die anderen Tips sind durchaus hilfreich, danke.

    Antwort auf #1 von k101011 k

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