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Test
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12.04.2012

Zultan Rock Beat Serie Test

Beckensatz

Neues aus der Scheibenwelt

Ein ähnliches Maß an Phantasie wie der britische Kultautor Terry Pratchett beim Ersinnen seiner millionenfach verkauften "Scheibenwelt"-Romane braucht man wohl, um nachvollziehen zu können, warum ein bestimmter Schlag Mensch freiwillig und teilweise sogar mit großem Vergnügen auf runde Bleche eindrischt. Und das, obwohl man damit sich und allen im Raum befindlichen wahrscheinlich langfristig gesehen die Fähigkeit raubt, das akustische Signal handelsüblicher elektronischer Fieberthermometer wahrnehmen zu können. Möglicherweise treibt den einen oder anderen ja das Verlangen nach dem durch Schmerz ausgelösten Adrenalinschub an, im Normalfall motiviert aber die Erkenntnis, dass sich der Klang von schwingendem Metall hervorragend mit dem Sound von Musikinstrumenten verträgt. Hier kann der Einsatz von Crash, Ride und Hi-Hat entscheidenden Einfluss auf die Wirkung einzelner Elemente haben aber auch das gesamte Klangbild verändern.

Die Vielzahl der Hersteller und deren Bemühen, jedem musikalischen Umfeld gerecht zu werden, macht es besonders schwer, die individuell passenden Cymbals zu finden. Um dem geneigten Einsteiger die Suche zu erleichtern, bieten mittlerweile fast alle Beckenschmieden vermeintlich aufeinander abgestimmte Sets an, die sich für die meist im Produktnamen enthaltenen Musikrichtung am besten eignen soll. Hier nun also das Nötigste für den Rockdrummer von der Firma Zultan, die eigentlich gar keine Firma ist, sondern quasi ein Sortiment von Turkish Cymbals aus Istanbul. „Handmade from Turkey“ sagt die Verpackung und weckt damit ein gerüttelt maß an Vorfreude. Am besten gleich mal den Karton aufrupfen und schauen, ob denn auch alles dabei ist...

DETAILS

Der soeben geöffnete Karton enthält ein Paar 14“ Hi-Hats, ein 16“ Crash , ein 20“ Ride und eine Beckentasche mit Tragegurt. Alle Becken stecken in transparenten Plastiktüten und haben die Anreise geschützt durch Tasche, Tüten und Karton unbeschadet überstanden. Turkish Cymbals setzt auch bei der relativ günstigen Zultan Serie auf traditionelle Handarbeit und das vielfach bewährte Material B20 Bronze. Auf der Website gibt es sowohl Fotos von der Produktion als auch ein „The Fusion“ betiteltes Video, das die Herstellung der Beckenrohlinge zeigt. Das Finish der Rock Beat Serie ist auf Hochglanz poliert und wirkt durch den klassischen Bronzefarbton sehr edel. Hobbykrimonologen dürften an den schnell entstehenden Fingerabdrücken ihre wahre Freude haben, für Leute mit ausgewachsenem Reinlichkeitsfimmel kann die schimmernde Oberfläche schnell zum Albtraum werden. Jedes Becken trägt die Turkish Cymbals Gravur und wurde von beiden Seiten mit dem grossen Zultan Logo bedruckt. Zusätzlich gibt es ein kleines „Handmade Cymbals“ Emblem und auf der Unterseite erfährt man etwas über Art und Durchmesser des Beckens. Alle Probanden haben diverse kleine Dellen, die sich der Arbeit des von Hand polierenden Mitarbeiters widersetzt haben, was aber weder optisch noch akustisch eine Rolle spielt.

Sehr wohl eine Rolle spielen wird das Gewicht, das man durchaus als stattlich bezeichnen kann. Das Ride bringt es auf 2434, das Crash auf 1084 Gramm, das Hat-Top wiegt 1155, das Bottom 1302 Gramm. Die Cymbals sind ziemlich exakt auf das angegebene Zollmaß geschnitten und beidseitig vollflächig mit sauber gearbeiteten Abdrehmustern versehen, die auch auf den wohlgeformten Kuppen vorhanden sind. Auch das schöne handgehämmerte Profil gibt keinen Anlass zur Beanstandung. Die Mittellöcher befinden sich allesamt exakt im Zentrum der Kuppe, sind aber nicht absolut rund gearbeitet. Die Kuppe des Ride Beckens hat einen Durchmesser von 14 Zentimetern und sollte somit leicht zu treffen sein. Die Beigabe der Beckentasche erhärtet die Vermutung, dass die Zielgruppe dieses Produktes wohl eher der noch nicht so häufig reisende Schlagzeuger ist, denn es handelt sich dabei um ein recht dünnes Täschchen ohne Trennmatten im Inneren, das im eng gepackten Tourbus keine besonders hohe Lebenserwartung haben dürfte. Um die Becken vom Wohnzimmer in den Schlagzeugkeller zu transportieren, reicht sie allemal und genau das wird jetzt passieren, auf dass es ordentlich scheppern möge...

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