Bass Hersteller_Zoom
Test
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21.08.2017

Zoom B3n Test

Multi-Effektpedal für E-Bass

Unendliche Weiten!

Auch viele Tieftöner experimentieren bekanntlich gerne mit Bodentretern und pimpen ihren Sound mit allerlei Effekten auf. Ein Pedalboard wächst auf diese Weise leider schnell zu einem unhandlichen und unübersichtlichen Format heran, zudem verschlingt die Pedal-Sammlung oftmals ein kleines Vermögen. Für viele Bassisten sind Multieffekte deshalb eine willkommene Alternative: Die Geräte vereinen nicht selten Hunderte von DSP-Effekten sowie nützliche Zusatzfeatures wie Stimmgerät oder Drum-Loops in einem kompakten Pedal, und die Anschaffung hinterlässt in der Regel keine gähnende Leere im Portemonnaie. Der japanische Hersteller Zoom spielt in dieser Geräteklasse ganz vorne mit und hat für Bassisten schon länger das ultra flexible B3 Multieffekt-Pedal im Programm. Nach vielen erfolgreichen Jahren war es für Zoom nun an der Zeit, dem B3 ein Update zu verpassen. Die Company hat sich dabei auf die Klangqualität und die Flexibilität konzentriert: für das neue B3n wurden sämtliche Modeling-Algorithmen noch einmal gründlich überarbeitet, und das Pedal kann jetzt sieben Effekte gleichzeitig verarbeiten - statt nur drei beim B3. Dafür hat man aber leider auch einige Features gestrichen und verzichtet beim B3n beispielsweise auf einen DI-Ausgang und die Audio-Interface-Funktionalität. Ob Zoom das Update des beliebten Multi-Effekt-Pedals unterm Strich gelungen ist und ob sich eventuell ein Wechsel vom B3 zum B3n lohnt, erfahrt ihr in diesem bonedo-Test.

Details

Neben den inneren Werten wurden für das Update zum B3n auch die Optik und das Layout der Bedienelemente aktualisiert. Die weinrote Farbe hat Zoom zwar beibehalten, das neue B3n wirkt aber eleganter und moderner als das etwas in die Jahre gekommene B3.

Die Material- und Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist dabei erstaunlich hoch: Zoom verwendet für das B3n einen Mix aus Metall und Kunststoffelementen, die allesamt sehr stabil wirken und sehr exakt verarbeitet wurden. Bei normaler Behandlung sollte das B3n dem Bühnenalltag also durchaus gewachsen sein und viele Jahre anstandslos funktionieren.

Einigen Lesern werden sicherlich die zusätzlichen Fußtaster am unteren Gehäuserand und die deutlich geschrumpften Displays auffallen - Zoom hat offensichtlich also auch am Bedienungskonzept des Gerätes gefeilt. Einen Überblick über die Funktionen der Regler und Schalter auf der Front des B3n gibt es im nächsten Abschnitt.

Bedienung

Die drei Displays im oberen Bereich bilden die Informationszentrale des Geräts. Hier werden entweder die Patch-Namen, die einzelnen Effekte, aus denen ein Patch besteht, oder sämtliche Parameter der Effekte angezeigt. Durch die Patches kann man mit den Scroll-Tastern im unteren Bereich der Front scrollen. Drückt man zuerst den rechten Memory-Fußtaster, scrollt man mit den Scroll-Tastern nicht durch die Patches, sondern eine Ebene tiefer, durch die einzelnen Effekte der Patches. Das Scrollen ist logischerweise deshalb nötig, weil maximal sieben aneinander gereihte Effekte nicht auf drei Displays dargestellt werden können.

Nach einer kurzen Pause erscheinen die veränderbaren Parameter von drei Effekten automatisch auf jeweils einem der drei Displays (in einigen Fällen nimmt ein Effekt auch zwei Displays in Anspruch). Mit den darunter liegenden Drehreglern können dann die jeweiligen Parameter justiert werden. Oder man wählt mit den Type-Tastern unter den Drehreglern einfach einen komplett anderen Effekt-Typ an, dessen Parameter dann wiederum mit den Drehreglern justiert werden können.

Aus dem Bearbeitungsmodus heraus kommt man wieder durch Druck auf den Memory/Exit-Taster rechts unten am Pedal. Der Memory/Exit-Taster besitzt aber außerdem noch eine andere Funktion: drückt man den Taster lange, so gelangt man in den Tuner- und Tap-Modus. Die jeweilige Funktion wird dann mit den chromfarbigen Stompbox-Fußtastern ausgewählt, die mittig auf der Front sitzen.

Die Fußtaster sind natürlich auch für die Aktivierung und Deaktivierung der einzelnen Effekte im Patch-Modus zuständig. Man kann also jeden Effekt in einer aus sieben Effekten bestehenden Kette jederzeit aus- oder anschalten und ist nicht auf den Sound des kompletten Patches festgelegt - ein tolles Feature, wie ich finde!

Und wenn wir schon mal beim Thema Flexibilität sind: hier ein paar Daten zur Anzahl der Effekte und Patches des kompakten Pedals: Das B3n bietet insgesamt 67 Effekte, die sich größtenteils den Kategorien Filter, Modulation, Overdrive/Distortion, Reverb/Delay und Amp/Boxen-Models zuordnen lassen. Daneben gibt es noch ein paar spezielle Effekte und Tools, wie beispielsweise das Drum-Modul (68 Rhythmen), einen Looper (80 Sekunden) und den Splitter.

Für die eigenen Patches bietet das B3n 150 Speicherplätze, 75 Plätze davon sind bei der Auslieferung mit Demo-Patches belegt - hier will Zoom zeigen, was das Pedal zu bieten hat. Die Demo-Patches können aber jederzeit verändert oder auch komplett gelöscht werden.

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, wie man die selbst erstellten Sounds denn nun für die Ewigkeit abspeichern kann. Auch das ist beim B3n keine Hexerei: ein Druck auf den Menü-Taster in der rechten oberen Ecke genügt, um verschiedene durch Icons symbolisierte Verwaltungsfunktionen aufzurufen. Mit dem Drehregler daneben kann man durch die verschiedenen Menüpunkte steppen, um anschließend mit einem Druck auf den Drehregler den gewünschten Menüpunkt aufzurufen.

Das Menü bietet zahlreiche Editier-Möglichkeiten: Patches können gespeichert und gelöscht werden, die Reihenfolge der Effekte und der Patches können angepasst werden, und die Namen und die Lautstärke der Patches sind ebenfalls zu bearbeiten. Darüber hinaus erhält man Zugriff auf generelle Einstellungen des Gerätes, wie beispielsweise der Kalibrierung des Stimmgerätes, der Display-Helligkeit, der Gesamtlautstärke und einiges mehr.

Rückseite/Anschlüsse

Auf der Rückseite geht es etwas spartanischer zu als auf der Front, denn hier finden wir neben dem Powerschalter lediglich die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten meines Testkandidaten. Zur Verbindung mit dem Bass gibt es eine normale Eingangsklinke, und zur Weiterleitung des Signals bietet das B3n für den Stereobetrieb zwei Klinkenbuchsen. Für den Monobetrieb verwendet man einfach nur die Buchse für den linken Kanal, die zudem als Kopfhörerausgang dient, wenn man das B3n zum stillen Üben einsetzen möchte.

Zum Einspielen von Playbacks oder externen Drum Loops bietet das Pedal zusätzlich einen AUX-Eingang in Form einer Miniklinke. An eine weitere Standardklinke mit der Bezeichnung Control-In kann ein Expression-Pedal angeschlossen, und direkt daneben sitzt der USB-Anschluss zur Verbindung mit dem Computer.

An dieser Stelle kommt aber auch die Guitar-Lab-Software ins Spiel, die man auf der Zoom-Website kostenlos für die MacOS und Windows Plattformen downloaden kann. Mithilfe der Software lassen sich die Patches bequem am Computer organisieren: die Reihenfolge der Effekt kann vertauscht und die Namen der Patches können verändert werden. Lediglich auf die Parameter der Effekte erlaubt die Software leider keinen Zugriff. Zoom veröffentlichen allerdings auf ihrer Website ständig neue Effekte, die sich mit der Guitar-Lab-Software auf das B3n verfrachten lassen - das Pedal wächst also permanent mit neuen Sounds.

Damit sind wir schon am Ende der Beschreibung, es bleibt nur noch der Anschluss für das Netzteil zu erwähnen - Zoom liefert lobenswerterweise ein passendes 9V-Netzteil für das B3n gleich mit!

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