Hersteller_Yamaha
Test
3
03.11.2017

Praxis

Klang

Auch im Genos arbeitet der neue SWP70 Tongenerator, der auch im Yamaha Montage zum Einsatz kommt. Yamaha hat die Klänge im Vergleich zum Tyros 5 nochmals aufgewertet. 1.700 Sounds und Drumkits sind vorhanden. Anscheinend stehen auch alle Sounds des Tyros weiterhin zur Verfügung und sind zum Teil in den „Legacy“-Ordner gewandert. Einige neue  Klänge stammen wohl vom Montage, wie z. B. das akustische CFX Piano oder die mechanischen Rhodes-Geräusche. Es gibt auch gänzlich neue Wellenformen, wie beispielsweise die „Kino Strings“.

Leider hat Yamaha die Namen der alten Sounds teilweise geändert, wodurch es recht schwierig ist, zu erkennen, welche Klänge vom Tyros übernommen wurden und welche nicht. Mir fielen vor allem die verbesserten Flächen-Sounds auf, die wesentlich breiter und hochwertiger klingen. 

Der Arranger besitzt werksseitig 550 Styles. Auch im Bereich Drums hat sich einiges getan: Die Bezeichnung „Audio Style“, die man noch im Tyros 5 fand, gibt es bei den Preset-Styles nicht mehr, obwohl man beim Genos auch Audio-Styles installieren kann. Yamaha setzt jetzt auf „Revo!“-Drumkits, bei denen der Sound sehr lebendig klingt, weil selbst beim mehrmaligen Anschlag der gleichen Taste immer ein leicht veränderter Sound abgespielt wird, so wie es dem Klang beim echten Schlagzeug entspricht. Höchstwahrscheinlich werden hier unterschiedliche Samples desselben Instruments via Round Robin Prinzip abgerufen. Auch die früheren Audio Styles wurden durch neue midibasierte Revo!-Styles ersetzt. Der Sound ist sehr druckvoll und realistisch. Ich habe ein paar neue Styles angespielt:

Die alten Registerbänke des Tyros 5 können auf dem Genos problemlos abgespielt werden. Da Genos jetzt 10 Speicherplätze pro Bank besitzt, bleiben beim Einladen einer Tyros 5-Registerbank (8 Speicherplätze) die Plätze 9 und 10 leer. Ich habe dazu ein paar Beispiele vorbereitet, die den Klangunterschied zwischen Genos und dem Vorgänger Tyros deutlich machen. Zuerst habe ich den Tyros 5 mit dem Audio-Style „BritRock Anthem“, danach den Genos mit denselben Register-Einstellungen angespielt:

Der Audio-Style „RetroDiscoHouse“ des Tyros 5 heißt im Genos jetzt „SingItDisco“. Ich habe zunächst die Drums der Style-Variationen A bis D angespielt, jeweils zuerst auf dem Tyros 5, danach im Direkt-Vergleich auf dem Genos. Schließlich habe ich ein Audiobeispiel eingespielt, einmal auf dem Tyros 5 und danach auf dem Genos.

Ich empfinde die Drums beim Genos als druckvoller; die Bass-Drum hat mehr Anteile in den tieferen Frequenzen. Die Lebendigkeit der Revo!-Drumkits ist ein guter Ersatz für die Audio-Styles. Wer aber lieber das Original weiternutzen will: Yamaha hat soeben alle Audio-Styles des Tyros 5 für den Genos zum kostenlosen Download bereitgestellt. Über die Software „Expansion Manager“ in der brandneuen Version 2.5, lassen sich alle Audio Styles in den Genos laden. Nach und nach werden auch alle Expansion-Packs des Tyros 5, die man unter diesem Link käuflich erwerben kann, für den Genos verfügbar gemacht. Es stehen jetzt 1,8 GB an fest verbautem Flash-Speicher für Expansion-Voices zur Verfügung. Der verbesserte Klang des Genos ist natürlich auch auf die leistungsstärkere Effekt-Sektion mit vielen neuen Algorithmen zurückzuführen. Außerdem sind die D/A-Wandler anscheinend verbessert worden.

Bedienung

Durch das Touchdisplay ist die Bedienung einfacher geworden. Man tippt ähnlich wie bei einem iPad direkt auf den Parameter, der geändert werden soll. Die Menüführung ist sehr intuitiv und man findet sich sehr schnell zurecht. Über die weiß beleuchteten Gateway-Tasten HOME, MENU, STYLE, VOICE, SONG und PLAYLIST gelangt man direkt auf die wichtigsten Seiten.

Dringt man dann tiefer in die Untermenüs, so öffnen sich entsprechend neue Fenster.

Die Bedienung ist wirklich gelungen, das Display ist mit 9 Zoll ausreichend groß und spricht gut an. Alle Arbeitsschritte laufen schnell und ohne Verzögerung, die neue Leistung des Genos spürt man bei jeder Aktion. Auch der Arranger läuft extrem stabil und geschmeidig und die 256-fache Polyphonie vermittelt Sicherheit. Leider hat man das nahtlose Umschalten von Sounds (SSS) aus dem Yamaha Montage nicht mit in den Genos übernommen. Beim schnellen Umschalten von Klängen, beispielsweise durch betätigen der OTS-Taster, kommt es – wie schon beim Tyros - teilweise zu Klangabbrüchen und unschönen Effekten.

Eine gute Sache sind 6 programmierbare Taster (ASSIGNABLE A-F), über die man per Knopfdruck auf wichtige Menüseiten springen kann. Diese Tasten lassen sich praktischerweise nach eigenem Bedarf belegen. Anstatt des Music Finders des Tyros ist jetzt die PLAYLIST Funktion im Genos integriert. Damit hat man vor einem Auftritt Möglichkeiten, die benötigten Registerbänke übersichtlich in der korrekten Reihenfolge in Form einer Playlist abzulegen. 

Ob der nun vorhandene Joystick anstelle des Pitch Bend- und Modulationsrades als positiv zu bewerten ist, möchte ich bezweifeln. Da hilft auch eine MODULATION HOLD-Taste wenig, die den augenblicklichen Modulation-Wert einfriert, selbst wenn der Joystick in die Mittelstellung zurückfedert.

Sonstiges

Genos besitzt im Gegensatz zum Vorgänger nun eine Arpeggio-Abteilung, um Upper-Parts mit rhythmischen Patterns synchron zum Arranger zu spielen. Es gibt 216 Arpeggio-Muster. Auch hier können über die LIVE CONTROL-Regler Arpeggio-Parameter beeinflusst werden. Das Erstellen eigener Arpeggio-Patterns ist nicht vorgesehen. Nach wie vor gibt es einen Vocal Harmonizer und Synth Vocoder sowie die Ensemble Funktion, mit der sehr realistische Bläser-, Streicher- und Chor-Sätze gebildet werden können. Die vier Multipads können dabei mit einer von 448 Bänken belegt werden. Auch Audio-Files können hier wieder verlinkt werden. Sowohl MIDI- als auch Audio-Recording ist mit dem Genos auch im Mehrspur-Verfahren möglich. Die vielen weiteren Features des Genos werde ich in einem später folgenden Test ausführlich behandeln.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare