Test
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02.03.2019

Yamaha DTX452K E-Drum Set Test

Elektronisches Schlagzeug

Weniger ist mehr

Yamaha hat seine E-Drum Einsteigerserie überarbeitet und stellte uns das DTX452K E-Drumset zum Test zur Verfügung. Zentraler Bestandteil der Serie, die verschiedene Ausstattungsvarianten beinhaltet, ist das neue DTX402 Sound-Modul. Bereits bei der alten 400er Serie stand ganz klar ein überschaubares Bedienkonzept im Vordergrund, damit der aufstrebende Drummer keine Gefahr läuft, sich in komplizierten Menüs zu verlieren, sondern sich ganz dem Spaß am Spielen und Üben widmen kann. Dem Nachfolger liegt dasselbe Konzept zugrunde.

Alle DTX-Varianten der 402er-Serie teilen sich dasselbe Modul, allerdings gibt es bezüglich der Pad-Ausstattung Unterschiede, die sich in drastischen Preisdifferenzen niederschlagen. So kostet die höchste Ausstattungsvariante doppelt so viel wie das Einsteigermodell, das DTX452K liegt mit rund 500 Euro Ladenpreis genau dazwischen. Als Ergänzung zum Kit hat Yamaha die DTX402 Touch App entwickelt, die wir hier natürlich auch unter die Lupe nehmen. In unserem bonedo-Test erfahrt ihr, ob sich das DTX452K gegenüber der in diesem Preissegment zahlreich vertretenen Konkurrenz behaupten kann.

Details

Das Aluminium-Rack fällt leicht und kompakt aus

Das schwarz beschichtete Aluminium-Rack des DTX452K fällt sehr kompakt und vor allem leicht aus. Vier Gummifüße sorgen für einen sicheren Stand des Racks, dessen Einzelkomponenten mit Vierkantschrauben fixiert werden. Zu diesem Zweck befindet sich ein Stimmschlüssel im Lieferumfang. Weiterhin ist an Hardware noch ein FP6110A Bass Drum Pedal dabei, dessen Einstellmöglichkeiten, neben der Justierung der Federspannung, auch eine Anpassung des Schlägelwinkels per Vierkantschraube umfassen. Bei der Hi-Hat setzt Yamaha auf die Kombination aus einem Hi-Hat Pad und einem separaten Controller, bei dem es sich um das bekannte HH65 Modell handelt.

Mit drei Spielzonen hebt sich das TP70S von den restlichen Pads ab 

Sämtliche Pads des Yamaha DTX452K sind mit Gummispielflächen versehen, dennoch gibt es bezüglich der Konstruktion Unterschiede. So verfügen die Tom Pads – zwei davon sind an der vorderen Querstrebe, das dritte am rechtsseitigen Ausleger befestigt – lediglich über eine Trigger-Zone, während das TP70S Snare Pad neben der Hauptspielfläche noch Rand-Trigger für Rimclicks und Rimshots bietet. Das Snare Pad wird an einer separaten Halterung befestigt, welche auch das 10“ große Hi-Hat Pad aufnimmt. Wie auch die Cymbal Pads – das Crash besitzt übrigens eine Choke-Funktion –, muss man sich bei der Hi-Hat mit nur einer Spielzone begnügen. Ein alter Bekannter ist das KP65 Kick Pad, das über einen Sensitivity-Regler sowie einen Anschluss für ein zusätzliches Pad verfügt, welches mit einem frei wählbaren Sound belegt werden kann.

Beleuchtete Tasten sollen das Display überflüssig machen

Das neu entwickelte DTX402 Modul verzichtet, ebenso wie das Vorgängermodell, auf ein Display. Die Parameterwerte werden durch die beleuchteten Tasten mit Blinkfunktion bzw. die ihnen zugeordneten Ziffern angezeigt, sowie zusätzlich per Sprachausgabe (Voice Guidance) durchgesagt, sobald man sich im Edit-Modus befindet.  

Die obere Schalterreihe beginnt mit dem Mode-Taster ganz links, dann folgen die Steuerungstasten für die Songs und das Metronom, und schließlich die Tempo- und Volume Up/Down-Tasten sowie ganz rechts der Netzschalter. Die untere Tastenreihe ermöglicht den Direktzugriff auf die zehn Preset Patterns bzw. Songs und dient zudem der Auswahl der Menüs, von denen jedes über eine Kombination aus zwei Ziffern erreichbar ist. Zur Änderung von Werten werden die Tempo-Tasten verwendet.

Auf der Rückseite des Moduls befinden sich die Anschlüsse für die Pads sowie den Hi-Hat Controller. Die Stirnseite ist mit der USB-To-Host Buchse, einem Aux In für das Einschleifen externer Audioquellen, einem Kopfhörerausgang und der Buchse für das Netzteil bestückt. Separate Main Outs sind nicht vorhanden. Möchte man das Modul an eine Abhöranlage anschließen, muss man hierfür den Kopfhörerausgang benutzen und einen entsprechenden Adapter verwenden.

Sounds gibt es reichlich, bei den Presets wurde gespart

Das Modul verfügt über 287 Sounds, die als Grundlage für die lediglich zehn Preset Kits dienen und akustische und elektronische Drumsounds sowie diverse Percussion-Instrumente umfassen. Die internen Sounds können mit neun verschiedenen Halltypen versehen und über einen Bereich von +/- 1 Oktave transponiert werden.

Laut Anleitung soll es übrigens noch 128 Keyboard Sounds geben, allerdings frage ich mich, wo die sich befinden sollen. Sie sind weder am Modul selber noch über die App anwählbar, somit vermute ich, dass diese Sounds lediglich Bestandteil der Songs sind und zum Erstellen von Kits nicht verwendet werden können.  

Die nach Genres sortierten Preset Kits – jedem davon ist ein passender Übungssong zugeordnet – sind überschreibbar und können per „Kit Initialize“-Funktion jederzeit wieder auf die Werkseinstellungen gesetzt werden. Beim Spielen zu den Übungssongs kann der interne Drumpart stummgeschaltet werden, zudem sind Lautstärke und Tempo der Songs veränderbar, und natürlich gibt es auch einen Click, der in verschiedenen Modi über die Tastaturbeleuchtung sichtbar gemacht werden kann und sechs verschiedene Sounds zur Auswahl bietet. Ein eigens für die DTX402 Serie erstelltes 52-seitiges PDF beinhaltet Drum Scores, also Transkriptionen der zehn Song-Grooves, sowie sinnvolle Übungen und leicht verständliche Infos zu den grundlegenden Spieltechniken, sodass man als Einsteiger sofort „an die Hand genommen“ wird.

Üben leicht gemacht – Das DTX452K bietet zehn Trainingsprogramme

Besonderer Wert wurde bei der Entwicklung der Serie auf die Trainingsfunktionen gelegt, entsprechend fällt dieser Bereich recht umfangreich aus. Das erste Programm „Rhythm Gate“ verlangt ein exaktes Timing, da Schläge, die nicht „auf den Punkt“ gespielt werden, nicht zu hören sind. Mit dem zweiten Programm „Dynamic Gate“ wird das dynamische Spiel trainiert. „Song Part Gate“ und „Song Score Gate“ ermöglichen das gezielte Üben der Drumparts für die internen Songs, „Measure Break“ dient der Verbesserung des Timings, indem der Click über einen definierbaren Zeitraum aussetzt, und „Change Up“ ist eine Notenpyramide, bei der die Notenwerte über einem konstanten Tempo immer kleiner werden. Zu guter Letzt gibt es noch das „Part Mute“-Programm, in welchem einzelne Instrumente der Drum Patterns stummgeschaltet werden können – um beispielsweise gezielt eine Hi-Hat-Figur zu üben –, sowie die sportliche „Fast Blast“-Übung, bei der es darum geht, in einer bestimmten Zeit möglichst oft die Pads anzuschlagen. Zu den Trainingsfunktionen gehört auch die Möglichkeit, das eigene Spiel solo oder zum Begleitsong aufzuzeichnen, wobei die Aufnahmen aber weder im Gerät noch extern gespeichert werden können. Alle Übungen sind vielfältig editierbar, sodass sie leicht an die persönlichen Präferenzen angepasst werden können. 

Noch mehr Spaß verspricht die DTX402 Touch App

Ergänzend zum Kit hat Yamaha die kostenlose DTX402 Touch App für Android und iOS entwickelt, die das Erstellen und Editieren von Kits sowie das Durchführen der Trainingsprogramme vereinfachen soll. Im „Challenge Mode“, den nur die App bietet, geht es darum, die zehn internen Play-Along Songs fehlerfrei zu spielen, um am Ende ein Zertifikat zu erlangen.

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