Bass Hersteller_Warwick
Test
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13.10.2015

Warwick BC10 Test

Bass Combo-/Übungsverstärker

Kann weniger manchmal mehr sein?

Wenn es eine ganz bestimmte Gattung von Bassverstärkern gibt, die von der technischen Entwicklung der letzten 20 Jahre besonders profitieren konnte, dann die der Basscombos. Besonders in diesem "Zwergenland" kommt es auf optimale Abstimmung der Komponenten an, um ein optimales Gleichgewicht von Leistung und Gewicht zu erzielen. Insbesondere die ganz kleinen Übungsverstärker haben sich jenseits des "Putzigseins" emanzipiert und avancieren in der letzten Zeit immer mehr zu vollwertigen Arbeitswerkzeugen. Es ist ein wenig wie mit einem kleinen Zweitwagen, der letztlich im alltäglichen Gebrauch sogar häufiger eingesetzt wird, als die Limousine in der Garage.

Die deutsche Firma Warwick entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Bassisten Jonas Hellborg eine eigene Basscombo-Serie unter der Bezeichnung "BC". Die Produktreihe umfasst die Leistungsstufen 10, 20, 40, 80, 150 und 300 Watt. Um vorzügliche Klangeigenschaften zu generieren, spendierte man der BC Serie ein Class-A-Vorstufendesign, rauscharme Schaltkreise und sogenanntes "Dynamic Distortion Limiting", um den Basssound stets verzerrungsfrei wiederzugeben. Wir haben das kleinste Modell in das Rennen geschickt: den BC10, einen 10 Watt starken Übungsverstärker mit 8-Zoll-Speaker und lediglich 6,5 kg Gewicht.

Details

Während sich viele kleine Bass-Übungsverstärker wie ein kleines und mitunter auch fragiles Spielzeug anfühlen, hat man bei dem Warwick BC-10 nicht diesen Eindruck. Er wirkt rundum robust und solide. Insbesondere das sechsfach verschraubte kräftige Frontgitter aus grau eloxiertem Stahl dürfte selbst massiven Attacken auf den dahinter sitzenden Warwick WXC 8"-Lautsprecher standhalten. Das gleichfalls solide Holzgehäuse ist mit schwarzem Filz überzogen, die Ecken werden durch schwarze Kunststoffkappen geschützt. Ein Koffergriff an der Oberseite gestattet das angenehme Tragen des lediglich 6,5 kg umspannenden Gesamtgewichts.

Eine frontseitige, runde Bassreflexöffnung erlaubt in Kombination mit der Gehäusetiefe von 22cm eine höhere Effizienz bei der Wiedergabe tiefer Bassfrequenzen, was sicherlich stets die größte Herausforderung bei dem Design eines derart kleinen Combos darstellt.

An der hinten liegenden Oberkante sitzt die Bedienungseinheit des BC10. Die Beschriftung hat man sinnvollerweise so angebracht, dass man sie von oben lesen kann, während man sich vor der Frontseite des Combos befindet. Zwei 6,3mm-Klinkeneingänge bietet der BC-10, wobei der linke Eingang mit einer Eingangsimpedanz von 50 kOhm für aktive Bässe ausgelegt ist und der rechte Eingang mit 500 kOhm für passive Bässe. Sehr praktisch ist die Tatsache, dass beide Eingänge gleichzeitig verwendet werden können, was ideal für Unterrichtszwecke und gemeinsames Jammen ist.

Weiterhin gibt es einen Miniklinkeneingang für den Anschluss externer Audioquellen, wie MP3-Player, Drum-Machine und ähnliches. Ein Lautstärkeregler für diesen Aux-Weg existiert nicht. Da die meisten externen Quellen jedoch über eigene Lautstärkekontrollen verfügen, dürfte dies kein Problem darstellen. Ein Miniklinken-Kopfhörerausgang gestattet die Verwendung des BC10 als reinen Kopfhörerverstärker. Wird die Kopfhörerbuchse belegt, dann wird der 8"-Lautsprecher des BC-10 abgeschaltet und das Üben kann ohne Belästigung der Nachbarschaft ausgeführt werden.

Ein Lautstärkeregler und eine Dreiband-Klangregelung bieten eine unkomplizierte Klangsteuerung. Die drei EQ-Bänder sind folgendermaßen ausgerichtet:

Bass: +/-12dB @ 60 Hz (Shelve Filter)

Mid: +/-12dB @ 800 Hz (Peak Filter)

Treble: +/-12dB @ 10 kHz (Shelve Filter)

Die Frequenzabstimmung der drei EQ-Bänder ist bei allen BC-Combos identisch (bei den größeren Modellen kommt allerdings noch eine Hochmittenregelung hinzu). Der Mittenbereich wird über ein Breitbandfilter geregelt, das entsprechend effektiv in den Sound eingreift. Vielleicht hätte es dem BC-10 mit seinem kleinen 8"-Lautsprecher besser gestanden, die Kernfrequenz des Bassregelbereiches etwas höher anzusetzen als bei 60 Hz, aber das klären wir beim Praxistest.

Auf der Rückseite befindet sich die Buchse für den Anschluss des zweiadrigen Netzkabels mit Kleingerätestecker und der Netzschalter.

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