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Test
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09.09.2017

Waldorf nw1 Test

Wavetable-Modul für Eurorack

Klassischer Wavetable-Sound im Eurorack

Mit dem nw1 eröffnete Waldorf seine neue Eurorack-Serie, die inzwischen um die anderen Module dvca1, mod1 und cmp1 sowie das Keyboard kb37 erweitert wurde. Begonnen hat es aber mit dem Wavetable-Oszillator nw1, der auf der Software Nave basiert. Im Test erfahrt ihr, wie das Waldorf nw1 Modul klingt und was es kann.

Tja, sagt man sich da, was es nicht alles gibt. Jetzt gibt's also schon iOS Apps für 22 Euro in Eurorack-Format für das 16-fache des Preises. Zumal es Nave ja auch als VST/AU-Plugin gibt und den Blofeld gibt es schließlich auch noch. Allesamt berechtigte Fragen, weswegen wir bei unserem Test besonders darauf eingehen, wie sich der nw1 in der Eurorack Umgebung verhält.

Details

Erstmal die Basics: Der nw1 ist ein Wavetable-Oszillator, gefüllt mit 80 Wavetables der alten Waldorf Klassiker und 50 Text-to-Speech-Wavetables. Dazu gibt es eine Software, mit welcher der nw1 auch mit eigenen Sounds bespielt werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, Sounds gleich am Gerät selber aufzunehmen und in Wavetables umzuarbeiten, was sich zuerst einmal so anhört, als wäre der nw1 sogar auch noch ein Sampler. Dazu später noch mehr.

Was das Modul selbst angeht: Es ist 500 Gramm schwer und besetzt 32 HP Breite. Damit dürfte es in den meisten Eurorack-Systemen sicher zu den größten Modulen gehören und man muss ordentlich Platz reservieren, um den nw1 unterzubringen. Durch das ungeheuer große Klangspektrum, das die 80 gespeicherten Wavetables abdecken, ist das aber zu rechtfertigen. Die Drehregler sitzen leider nicht so sicher und fest wie beim kb37, was angesichts ihrer Größe nachdenklich stimmt.

Im Gegensatz zu einigen Low-fi-Wavetable-Oszillatoren im Eurorackmarkt kann der nw1 beides, nämlich Luxus und Trash. So können die Wavetables zwischen 8 und 4096 Waves haben, die Samplelänge pro Wave kann 32, 64, 128, 256, 512 oder 1024 Samples betragen und der nw1 löst in 16 bit auf. Auf diese Weise deckt der nw1 viele Klangcharakteristika ab: hochwertige Auflösung wie beim Nave, 80er-Feeling wie beim Microwave und Aliasgeraspel für die Freunde noisiger Tonkunst.

Waldorf macht es dem Benutzer leicht und ergeht sich erst gar nicht großartig in Erklärungen, was ein Wavetable eigentlich ist. Stattdessen wird ein Sound einfach als Sample betrachtet, das sich bei gedrückter Taste immer wiederholt und das man vorwärts und rückwärts abspielen kann. Außerdem kann man bestimmen, an welcher Stelle das Sample anfangen soll, was in Graden ausgedrückt wird: 0° ist der Anfang, 180° die Mitte und 360° das Ende, wonach es dann wieder bei 0° losgeht. Und schließlich kann man auch bestimmen, in welcher Geschwindigkeit das Sample einmal ganz abgespielt werden soll. Hier hat man die Möglichkeit von Stillstand bis 240 RPM, weshalb man sich das Ganze vielleicht auch wie eine Schallplatte mit genau einer Rille vorstellen kann. Die Geschwindigkeit der Umdrehung heißt beim nw1 übrigens "Travel", die Startposition der Nadel "Position". Dabei wird – und das ist der Unterschied zum Sample – die Tonhöhe beim verschieden schnellen Abspielen nicht verändert. Das kann man durch die "Tune" Funktion erreichen, bei der man die Auswahl aus drei verschiedenen Oktaven und einen Finetune-Regler hat.

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