Gitarre Hersteller_Vox
Test
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18.11.2020

Praxis

Für den Praxis-Test sollen sich alle Pedale mit verschiedenen Gitarren in ihren drei Betriebs-Modi beweisen. Als Vorschaltpedal und Preamp gehen alle Kandidaten in den Clean-Kanal eines Budda Superdrive 80 Combo bzw. in dessen FX-Return. Abgenommen wird ein WGS Veteran 30 Speaker mit einem Mix aus Shure SM57 und Audix D2. Für den Cab-Sim-Modus geht es direkt über das Audio-Interface in den Rechner.

Als erstes geht der Silk Drive ins Rennen. Nach einem Durchgang im Bypass hören wir zunächst alle Frequenzbänder in der 12-Uhr-Stellung und dann nacheinander in der Minimal- und Maximalstellung. Am Ende wird der Bright-Switch aktiviert.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
13:00 13:00 12:00 12:00 12:00 off
13:00 13:00 min/max 12:00 12:00 off
13:00 13:00 12:00 min/max 12:00 off
13:00 13:00 12:00 12:00 min/max off
13:00 13:00 12:00 12:00 12:00 on

Der Silk Drive sorgt schon bei neutraler Gain-Stellung für eine leichte Präsenzanhebung und macht den Sound damit klarer und durchsetzungsfähiger. Der Bright-Switch eignet sich besonders für schneidende Cleansounds.

Nun wollen wir sehen, wie es um die Gain-Reserven des Silberlings bestellt ist. Nach einem Durchgang im Bypass hören wir das Gain-Poti in verschiedenen Stellungen und kompensieren den Lautstärkeanstieg mit dem Volume-Poti.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
15:00 10:00 12:00 11:00 13:00 off
11:00 14:00 12:00 11:00 13:00 off
11:00 max 12:00 11:00 13:00 off

Das Silk Drive liefert dicke und cremige Verzerrung mit eher verhaltenen Gain-Reserven. Im letzten Viertel des Drive-Potis gibt es einen enormen Gain-Schub und das Signal wird etwas matschig.

Als nächsten hören wir das Pedal im Preamp-Modus im FX-Return des Amps. Das Silk Drive wirkt hier deutlich höhenreicher als vorher und mitunter etwas spitz, was sich wiederum gut für leichtes Picking eignet.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
12:00 12:00 13:00 11:00 09:00 off

Der Cab-Sim-Modus sorgt für die erste positive Überraschung. Auch wenn der Output in diesem Modus etwas geringer ist, sorgt das Silk Drive hier für lebhafte und authentischen Sounds ohne weitere Nachbearbeitung. Diese analoge Boxensimulation ist absolut praxistauglich.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
max 15:00 11:00 12:00 13:00 off

Als nächstes soll das Mystic Edge beweisen, ob es den AC30-Charme versprühen kann. Zuerst wollen wir auch hier wieder die Wirkungsweise des EQs beleuchten.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
10:00 12:00 12:00 12:00 12:00 off
10:00 12:00 min/max 12:00 12:00 off
10:00 12:00 12:00 min/max 12:00 off
10:00 12:00 12:00 12:00 min/max off
10:00 12:00 12:00 12:00 12:00 on

Das Mystic Edge hat deutlich höhere Output-Reserven als das Silk Drive und liefert einen durchaus authentischen AC30-Ton mit glänzenden Höhen und einer ordentlichen Schippe Mitten. Einen Bright-Switch hätte das Mystic Edge nicht gebraucht denn damit wird es doch etwas zu spitz für die meisten Anwendungen.

Jetzt soll die Funktion des Gain-Potis näher beleuchtet werden.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
12:00 09:00 12:00 13:00 11:00 off
11:00 12:00 12:00 13:00 11:00 off
11:00 14:00 12:00 13:00 11:00 off
11:00 max 12:00 13:00 11:00 off

Das Signal bleibt auch bei hohen Gain-Stellungen immer definiert und verliert nie den Charakter seines britischen Vorbildes. Als nächstes soll sich das Mystic Edge nun im Preamp-Modus beweisen.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
09:00 13:00 12:00 15:00 08:00 off

Wie schon beim Silk Drive ist auch der Preamp-Modus beim Mystic Edge für meinen Geschmack zu höhenreich abgestimmt und lässt sich mit dem EQ kaum noch in den Griff kriegen. Die Grundcharakteristik des Pedals bleibt jedoch erhalten. Mal sehen, ob der Cab-Sim-Modus mehr zu überzeugen weiß.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
09:00 13:00 12:00 13:00 11:00 off

An die Boxensimulation des Silk Drive kommt das Mystic Edge leider nicht heran. Hier wirkt das Signal etwas verhangen und flach. Brauchbar ist es aber allemal.

Nun wollen wir uns in die höheren Gain-Gefilde begeben und fühlen dem Copperhead Drive auf den Zahn. Auch hier interessieren uns als erstes der EQ und der Bright-Switch.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
10:00 12:00 12:00 12:00 12:00 off
10:00 12:00 min/max 12:00 12:00 off
10:00 12:00 12:00 min/max 12:00 off
10:00 12:00 12:00 12:00 min/max off
10:00 12:00 12:00 12:00 12:00 on

Der Copperhead Drive spielt eindeutig in der Liga „Hot-Rodded-Plexi“ und meistert diese Disziplin mit Bravour. Mit einem dicken Bassfundament und harmonischer Verzerrung kann hier auch zum ersten Mal der Bright-Switch überzeugen. Nun wollen wir sehen, wie hoch die Gain-Reserven sind.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
12:00 08:00 12:00 12:00 12:00 off
10:00 10:00 min/max 12:00 12:00 off
10:00 14:00 12:00 min/max 12:00 off
10:00 max 12:00 12:00 min/max off

Der positive erste Eindruck wird auch hier bestätigt. Mit einer Gain-Range von Low- bis High-Gain zeigt sich der Copperhead Drive als bisher vielseitigster Kandidat der Valvenergy-Serie und liefert in jedem Bereich mehr als brauchbare Ergebnisse. Wir werden sehen, ob sich der Siegeszug auch im Preamp-Modus fortsetzt.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
11:00 11:00 11:00 13:00 11:00 off

Und tatsächlich ist der Copperhead Drive auch das erste Pedal, das sich im Preamp-Modus nicht durch den zu starken Hochfrequenzbereich aufdrängt. Stattdessen gibt es einen ausgewogenen satten Crunch-Sound. Ob das auch für den Cab-Sim-Modus gilt, zeigt das nächste Soundbeispiel.

Volume Gain Bass Middle Treble Bright-Switch
12:00 11:00 11:00 13:00 11:00 off

Bei identischer EQ-Einstellung liefert das goldene Kistchen auch im Cab-Sim-Modus absolut praxistaugliche Ergebnisse und könnte im Notfall sicherlich als Amp-Ersatz direkt in die PA den Gig retten.

Als letztes soll nun mit dem Cutting Edge der High-Gain-Spezialist ins Rennen gehen. Auch hier checken wir als erstes die Wirkungsweise des 3-Band-EQs.

Volume Tight Gain Bass Middle Treble
13:00 12:00 12:00 12:00 12:00 12:00
13:00 12:00 12:00 min/max 12:00 12:00
13:00 12:00 12:00 12:00 min/max 12:00
13:00 12:00 12:00 12:00 12:00 min/max

Das Cutting Edge liefert moderne High-Gain-Sounds, die sich insbesondere für moderne Spielarten des Hardrock und Metal eignen. Der EQ arbeitet hier besonders effektiv und mit dem Tight-Poti bietet das Pedal anstelle des Bright-Switches ein weiteres Tool zur Soundformung.

Volume Tight Gain Bass Middle Treble
13:00 min 12:00 12:00 11:00 13:00
13:00 12:00 12:00 12:00 11:00 13:00
13:00 max 12:00 12:00 11:00 13:00

Das Tight-Poti arbeitet eher subtil, ist aber in der Lage, dem Bassbereich mehr Definition zu verleihen, indem es die unteren Frequenzen etwas „aufräumt“. Dies kann insbesondere im Bandkontext ein nützliches Feature sein. Im nächsten Soundbeispiel geht es wieder direkt in die Endstufe via FX-Return.

Volume Tight Gain Bass Middle Treble
09:00 13:00 10:00 13:00 09:00 08:00

Beim Cutting-Edge ist der Preamp-Modus abermals sehr höhenreich ausgelegt. Mit etwas weniger Gain und Treble lassen sich trotzdem sehr brauchbare Ergebnisse erzielen. Als letztes soll nun auch der High-Gain-Spezialist direkt vor dem Audio-Interface sein Werk verrichten.

Volume Tight Gain Bass Middle Treble
15:00 12:00 11:00 13:00 11:00 11:00

Auch die letzte Disziplin meistert das Cutting Edge mehr als anständig und macht es zu einer echten Option für das unkomplizierte Homerecording oder für den Gig ohne Amp.

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