Hersteller_Lake_People
Test
5
21.08.2018

Praxis

Handling

Die Inbetriebnahme von Violectrics PPA V600 gestaltet sich als eher unkompliziert. Nachdem ich alle Cinch-Verbindungen hergestellt habe, fehlt noch das Kaltgerätekabel - ab in die Steckdose damit und fertig. Den auf der Front befindlichen Netzschalter betätigt und ..."knacks". Das Einschaltgeräusch, das der Schalter verursacht, ist ganz schön laut - blöd. Da habe ich weit weniger erwartet, als mir lieb ist. Aber nun denn: Ist notiert und sorgt auch leider für ein wenig Punktabzug. Ein Gerät in der Preisklasse sollte derartige Schaltgeräusche nicht verursachen. Schade.

Soviel kann und will ich an dieser Stelle vorwegnehmen: Das ist der einzige negative Aspekt, den man mit dem PPA V600 einkauft, denn ansonsten liefert der Preamp vom Bodensee eine ziemlich geile Performance ab. Schnell wird mir zudem klar, dass ein ausgiebiger Hörtest bei mir zu Hause nur wenige große Unterschiede zu meinem Referenz-Setup zu Tage fördern wird. Ich muss mich noch nach einer anderen Abhörmöglichkeit umsehen. Doch dazu gleich mehr.

Da ich einen MM-Tonabnehmer verwende, um genauer zu sein, ein Moving-Iron, ein DJ200i von Grado mit elliptischer Abtastnadel, können die Werkseinstellungen für die Eingangsimpedanz (47 kOhm) und die Kapazität (33 pF) so stehen bleiben. Das Gleiche gilt für die RIAA-Entzerrung, da ich ausschließlich Vinyl-Platten besitze, die nach jener Norm hergestellt wurden. Da ich auch kein Brummen vernehme, können auch sämtliche Ground-Lift-Jumper so bleiben wie sie sind.

Sowohl der Drehschalter für die Gain-Stufen als auch der "Balance"-Regler erweisen sich als sehr praxisgerecht und vermitteln beim Schalten und Drehen einen sehr guten Eindruck. Insbesondere der Pegelsteller für L/R-Ungleichgewichte vermittelt ein sehr feines Justage-Potential. Genial.

Sound

Immerhin finde ich so einige Platten, welche die Unterschiede ganz gut dokumentieren können und zeichne diese mit größtmöglicher Auflösung auf. Einmal mit Violectrics PPA V600 und ein weiteres Mal mit meinem Dynavox TPR-2. Was direkt auffällt, ist die Schnelligkeit und Leichtigkeit, mit welcher der PPA V600 zu Werke geht. Während der Röhrenvorverstärker TPR-2 schlichtweg obertonreich und spritzig aufspielt, ist der Preamp vom Bodensee eher zurückhaltend, aber dabei total präzise. Die Hihats sind mal so was von konkret, wie ich es selten gehört habe. Das hat wiederum großen Einfluss auf die wahrgenommenen Notenlängen und auf den Ausklang diverser perkussiver Klänge, die einfach schneller da, aber vor allen Dingen viel schneller wieder ausgeklungen sind. Der Bolide vom Bodensee groovt einfach mehr. Das mag sich komisch anhören für einen unbedarften Zuhörer, aber nicht nur ich bin dieser Meinung, doch dazu gleich mehr.

Es folgen die Audiobeispiele sowie eine Auflistung meines Test- und Recording-Setups.

Test-Setup@Home

Playback & Verstärkung

  • Plattenspieler: Pioneer PLX-1000
  • Tonabnehmer: Grado DJ200i
  • Referenz Preamp: Dynavox TPR-2

Aufzeichnung

  • AD-Wandlung: RME HDSPe AIO
  • Aufzeichnung: SONY SoundForge 11, PCM-Audio, WAV 176,4 kHz und 24 Bit

Abhörkette:

  • Kopfhörerverstärker: SPL Phonitor
  • Kopfhörer: AKG K702

Zum Tee bei Peer

Da ich weder über einen hochpreisigen Tonabnehmer noch über eine Abhörkette mit High-End-Qualitäten verfüge, entschließe ich mich, einen Freund zu fragen, der solche Dinge sein Eigen nennt. Peer hat vor allem einen genügend großen Raum, um auch mal tief in die Tasten greifen zu lassen. Da er sich eh derzeit für Phonovorverstärker interessiert, sagt dieser auch sofort zu, was mich wiederum hoch erfreut, denn Peers Musikanlage finde ich eeecht ziemlich ... geil!

Bei Peer kommt ein Technics 1210er zum Einsatz, den er mit dem größten MM-System von Audio-Technica, einem VMN60SLC bestückt hat. Sowohl die Vorverstärkung als auch die Leistungsverstärkung übernimmt die kanadische Company Bryston. Zu guter Letzt zeigen sich für die Emission des Schalls Dynaudios Confidence 5 verantwortlich. Worte können da nur schwer beschreiben, was Ohren hören können. Diese 40 kg schweren Schallsäulen sind einfach bei dieser "Besaftung" (durch Bryston Endstufen) ohne jeden Zweifel absolut erhaben. Vor allem aber für mich persönlich wichtig in diesem Setup: Beide Enden der Signalkette klingen weitaus besser als meine Komponenten daheim. Ich bin gespannt ...

Das Ende vom Lied ist nun, dass ich bei LAKE PEOPLE nachfragen muss, ob der PPA V600 nicht einfach bei Peer bleiben darf, was ich aber gern für ihn tun werde. Auf dieser Anlage klingt jedwede Platte mit dem PPA V600 einfach besser. Der PPA V600 ist schneller als unsere Referenzen, klingt dabei aber stets unangestrengt und sehr aufgeräumt. Er entwickelt teilweise eine atemberaubende Räumlichkeit aufgrund einer total stimmigen Transienten-Wiedergabe. Zudem ist er einfach sehr musikalisch, so wie ich es noch nicht gehört habe und das über den gesamten Übertragungsbereich. Insbesondere die Bässe sind besonders erwähnenswert, da sie wirklich nie verschwimmen und die Grundtöne allesamt immer sehr gut auszumachen sind. Hätte ich das Geld, würde ICH ihn einfach behalten wollen, doch so ist es nun mal nicht ...

Test-Setup@Peer

  • Plattenspieler: Technics 1210 MKII
  • Tonabnehmer: VMN 60SLC von Audio-Technica
  • Headshell: Yelco
  • Vorverstärker: Bryston 12B
  • Endstufen: Bryston 4B (gebrückt)
  • Lautsprecher: Dynaudio Confidence 5 mit Ocos-Kabeln
2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare