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Feature
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26.03.2016

Vintage Synth: Clavia Nord Modular G2

Virtueller, modularer Hardware-Synthesizer

Das rote Wunder aus Schweden

Als Nord, damals noch unter dem Namen Clavia, 2003 mit dem Nord Modular G2 die zweite Generation ihres virtuell-analogen Modularsystems vorstellten, war so etwas wie eine Wundermaschine geboren: ein frei konfigurierbarer modularer Synthesizer, dessen beinahe 160 Module auf eigener, rechenstarker Hardware laufen und der durch seine vier Ein- und Ausgänge als modulares Effektgerät eingesetzt werden kann. Das Ganze natürlich mehrstimmig, multitimbral und speicherbar. Das bis heute entscheidende Merkmal war aber die Verbindung von Hard- und Software, denn die Keyboard-Varianten des G2 verfügen über eine ebenso frei konfigurierbare Oberfläche mit fünf Displays und 240 Controllern mit Endlos-LED-Reglern im Direktzugriff. Dadurch sind sie nicht nur die ultimative Steuereinheit für den Nord G2 selber, sondern auch für alles andere, was man mit MIDI steuern kann.

Der G2 war die ultimative Entwicklungsstufe des ohnehin schon sehr starken Nord Modular der ersten Generation und ist bis heute in einigen Bereichen immer noch unerreicht. Trotz hymnischer Reviews und einer sehr starken Nutzer-Community, die einige der besten Synthesizer-Programmierer zu ihren Mitgliedern zählt, wurde der G2 kein überragender Erfolg und gilt bis heute als eine Art Geheimtipp, dem gelegentlich die eine oder andere Schwäche angedichtet wird. Das neue Interesse an modularen Synthesizern, neue Entdeckungen am Nord G2 selber und auch die kürzliche Renovierung von Native Instruments Reaktor auf Version 6 legen es daher nahe, noch einmal einen gründlichen Blick auf den Nord Modular G2 und seine Stärken und Schwächen zu werfen.

Details

Konzept

Die modularen Synthesizer von Nord gab es in verschiedenen Variationen, aber immer mit dem gleichen Konzept: Mit einem Software Editor kann man sich auf dem Computer aus vielen verschiedenen Modulen einen eigenen Synthesizer, MIDI-Controller oder ein Effektgerät zusammenbauen, das dann per MIDI (Generation 1) oder USB (G2) an die Hardware übertragen wird, die dann unabhängig vom Computer zu Gigs getragen und gespielt werden kann. Man hat also das Beste aus zwei Welten: die komfortable Programmierung am Computer und ein Rechner-unabhängiges und stabiles System mit Controllern, Displays, Audioein- und ausgängen und MIDI-Verbindungen auf der Bühne.

Im Gegensatz zu fast allen Hardware-Synthesizern befindet sich im Nord G2 damit kein vorkonfigurierter Synthesizer mit mehr oder weniger vielfältigen Modulationsmöglichkeiten, sondern eine Maschine, die man sich am Computer selber zusammengestellt hat – oder aber von anderen übernommen hat, denn natürlich gab und gibt es von Nord und der eingeschworenen Nutzer-Community viele Zusammenstellungen von Modulen, die man einfach laden und als Ausgangspunkt für Eigenkreationen verwenden kann. Ganz im Sinne von modularen Synthesizern werden diese Zusammenstellungen „Patch“ genannt, wobei der G2 in seine vier „Slots“ bis zu vier Patches laden kann, die zusammen in einer „Performance“ gespeichert werden können. Die Patches sind dabei gerade einmal ein paar Kilobyte groß, weil ja keine Samples gespeichert werden, sondern nur Informationen über die Konfiguration.

Software Editor und Module

Schauen wir uns erst einmal die verschiedenen Möglichkeiten der Software an. Der Nord Modular G2 bietet ungefähr 160 verschiedene Module, die in 16 Gruppen vorsortiert sind und die man einfach per Maus auf das Patchfenster zieht und dann mit virtuellen Patchkabeln miteinander verbindet. In der nächsten Abbildung sehen wir so eine kleine Zusammenstellung, bei der ein Oszillator in ein Multimodefilter geht, dessen drei Ausgänge in einem Mixer nach gusto gemischt werden und dann den Audioausgang erreichen. Man kann hier schon sehen, dass einige der Module ziemlich umfangreich ausgestattet sind: Der Oszillator hat fünf Schwingungsformen mit zwei exponentiellen (Pitch) und einem linearen (FM) Frequenzmodulationseingang, Pulsbreitenmodulation und Sync, das selbstresonierende Multimodefilter kann zwischen 6 dB/Okt. und 12 dB/Okt. umgeschaltet werden und hat auch zwei FM-Eingänge, alle Modi des Filter lassen sich gleichzeitig benutzen.

Ein einfacher subtraktiver Synthesizer kann auf diese Weise schon mit ein paar wenigen Modulen zusammengestellt werden: Im nächsten Bild sehen wir einen Synthesizer mit einer Kombi aus Rechteck- und Sägezahnoszillator mit zusätzlichem Sinus-Suboszillator (rot), der durch ein Tiefpassfilter (gelb) in einen ADSR-Envelope (grün) geht, um dann zu den Ausgängen geführt zu werden. Ein einzelner LFO moduliert die Pulsschwingung, Oszillatorfrequenz und Filterfrequenz.

Wer mehr LFOs möchte: Einfach einbauen! Wer einen zweiten Envelope für das Filter möchte: Einfach einbauen! Wer Effekte möchte: Am besten im FX-Fenster einsetzen, denn alles, was im oberen Bereich ist, gilt für jede Stimme einzeln. Was im FX-Bereich angesiedelt ist, gilt dagegen für alle Stimmen gemeinsam und verbraucht so weniger Rechenleistung.

Im nächsten Bild sehen wir dann schon einen kompletten Synthesizer: der gleiche Aufbau wie oben mit zwei Oszillatoren und Suboszillator, einem Tiefpassfilter und einem ADSR-Envelope, jetzt aber auch noch mit zwei LFOs, einem weiteren AD-Envelope für das Filter und mit Chorus (lila) und Reverb (hellgrün) an Effekten.

Das lässt sich mit einer einfachen Kiste aus den 1970er oder 1980er Jahren durchaus vergleichen, hat aber eine erheblich höhere Polyphonie, in diesem Fall auf einem ausgebauten G2 nämlich 32 Stimmen (die Polyphonie hängt beim Nord Modular von der Komplexität des Patches ab). Wer das mit einem analogen Modularsystem nachbauen will, ist allein für die Module recht viel Geld los, hat dann aber noch kein Chassis und keine Stromversorgung, keine Controller, kein MIDI und auch noch keine vier Audio-Ein- und Ausgänge. Und vor allem: Erstmal ist das Ganze nur monophon und lässt sich nur polyphon erweitern, wenn man ein Vielfaches an Geld in die Hand nimmt. Und im Chassis noch Platz ist. Und das Netzteil noch genügend Leistung bereit stellt. Und speichern lässt sich das auch nicht. Die Idee, einen modularen Synthesizer virtuell umzusetzen, hat also viele Reize.

Was die klangliche Qualität anbelangt, so sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Nord Lead – also jener Synthesizer von Clavia, der den Begriff „virtual analog“ überhaupt erst definiert hat und die technische Basis für den Nord Modular bildete – nicht umsonst Furore gemacht hat. Der Nord G2 ist auf dem technischen Stand des Nord Lead 2X, rechnet intern bei Audiosignalen mit 96 kHz / 24 Bit und besitzt die gleiche Technik und natürlich auch das Filter des Nord Lead. Allerdings gibt es eben eine viel größere Auswahl an Modulen, die Filtersektion bietet zum Beispiel satte zehn verschiedene Filter und drei verschiedene EQs zur Auswahl an. Bei den Oszillatoren stehen 17 verschiedene Module zur Auswahl.

Ganz links die „normalen“, rot gefärbten Oszillatoren, die sich in der Ausstattung unterscheiden und so mehr oder weniger Rechenleistung verbrauchen. Ganz klar: Die Grundschwingungsformen und einige Verwandte stehen zur Verfügung, diverse Frequenzmodulationen, Pulsbreitenmodulation, Sync und Crossmodulation sind alle kein Problem. Ein wenig spezieller wird es beim Phasenmodulationsoszillator, also der Syntheseform, die von Yamaha als FM verkauft wurde. Noch komplexer kommen die Shape-Oszillatoren daher, die zwischen verschiedenen Schwingungsformen modulieren können, womit man also schon auf der Oszillatorebene den Klang fast nach Belieben formen kann. Insgesamt stehen acht verschiedene Shape-Oszillatoren zur Verfügung. Ein weiteres Schmankerl ist auch die Möglichkeit der Through-Zero-FM, die in analogen Modularzirkeln gerade sehr in Mode ist. Gelb eingefärbt sind die drei Rauschgeneratoren, die es als gefiltertes Rauschen, metallisches Rauschen und in der einfachen Version mit Übergang vom hellen weißen Rauschen bis zu einer recht dunklen Variante gibt. Grün eingefärbt sieht man zwei Percussion-Oszillatoren, beziehungsweise einen einfachen Percussion-Oszillator und einen eigenständigen Drumsynthesizer mit Presets. Ein besonders schönes Exemplar ist der lilafarbene String-Oszillator, der auf der Karplus-Strong-Synthese basiert. Für weiterführende Aufgaben gibt es den grünlichen Masteroszillator und auf der rechten Seite sehr ihr in blau einen Operator und einen DX-Router. Man ahnt es schon: Hier werden der Yamaha DX7 und andere FM-Synths wieder belebt, wobei man in einer modularen Umgebung die Algorithmen auch mal durch einen Sequencer steuern kann und statt einem LFO wie beim DX7 so viele wie erwünscht zur Verfügung stehen.

Man sieht: Es steht viel zur Auswahl und die klanglichen Möglichkeiten sind entsprechend vielfältig. Theoretisch müsste man sich auch nicht auf die vorgefertigten Module im G2 verlassen und könnte sich zum Beispiel aus den Logikmodulen seine eigenen Oszillatoren bauen, ähnlich der Core-Ebene von NI Reaktor. In der Praxis ist es aber so, dass man dann auch gleich Aliasingfilter und anderes von Hand bauen muss, was dann doch eher an DSP-Programmierung erinnert und nicht mehr an das kreative Patchen an einem modularen Synthesizer. Nichtsdestotrotz bietet der G2 mit seinen Modulen eine riesige Auswahl an klanglichen Möglichkeiten.

Ein üblicher Hardwaresynthesizer besitzt so um die 10 verschiedenen „Module“, die mehr oder weniger flexibel geroutet werden können. Die 160 Module des Nord G2 dagegen sind zu viele, um alle einzeln vorzustellen. Deswegen hier im Schnelldurchlauf die wichtigsten:

 

  • die Oszillatoren
  • mehrere verschiedene LFOs mit bis zu acht modulierbaren Schwingungsformen und einem phasenmodulierbaren Shape-LFO
  • Filter: Zehn verschiedene Filter, unter anderem das berühmte Nord Lead Filter, aber auch Kamm-, Phase-, Multimode-, WahWah- und Vocalfilter, außerdem ein Vocoder und verschiedene Equalizer
  • Envelopes: Neun Varianten, darunter die üblichen AD- bis ADSR-Envelopes. Die Envelopes fangen bei 0,5 Milisekunden an und hören bei maximal 45 Sekunden auf. Allerdings kann man diese Zeiten auch noch modulieren, quasi endlosen Hüllkurven steht nichts im Weg.
  • Effekte: Chorus, Phaser, Flanger, Digitizer, Pitch- und Frequenzshifter, „Scratcher“, Reverb, Compressor und diverse Delays bis zu 2,7 Sekunden. Außerdem Clipper, Overdrive, Saturator, exponentieller und statischer Shaper, Wrapper und Rectifier.
  • Ganz klar natürlich auch Ringmodulator, Envelope Follower, Noise Gate und verschiedene Compare-Module
  • Viele verschiedene Mixer und Switcher, darunter Muxer, Sample & Hold und Track & Hold.
  • Zehn verschiedene Logikmodule, von einfacheren Dingen wie Gate, Flipflop und ClockDivider bis zu Countern und ADC/DAC-Convertern
  • Eine sehr starke Sequencer-Abteilung, die zwar nicht besonders schön zu programmieren ist, aber sehr viele Möglichkeiten bietet. Ein Vorteil eines modularen Systems ist zum Beispiel, dass ein Sequencer ja gar nicht unbedingt von einer Clock oder einem LFO getriggert werden muss, sondern zum Beispiel auch zu einem Audiooszillator synchronisiert werden kann. Auf diese Art kann man einen Sequencer zu einer Art Look-Up-Table machen und sich seine eigenen Wavetables bauen (man kann natürlich auch etwas ganz anderes machen und den Sequencer von einer Hallfahne kontrollieren lassen. Oder die Hallfahne von einem Sequencer. Oder durch den Aftertouch. Nur mal so als Idee ...)
  • eine umfangreiche MIDI-Abteilung, die im Zusammenspiel mit den obengenannten Modulen keine Wünsche offen lässt
  • und schließlich diverse Random-Module, Key- und Pitchquantizer, Pitchtracker, Zero Crossing Counter, Glide und was man sich sonst noch so alles vorstellen kann.

Wer bis hierher alles gelesen hat, wird feststellen: Hier gibt es vieles, wovon man vielleicht noch nie gehört hat. Und ja, der Nord G2 bietet Möglichkeiten, die einen fast schon erschlagen können und eine modulare Schrankwand wie das legendäre Moog-System in Hans Zimmers Studio ist nur wenige Mausklicks entfernt. Wer da feuchte Augen bekommt, dem wird die ganze Modularwelt hier in einer relativ handlichen und fassbaren Form geboten, mit einem schön gestalteten und sehr gut bedienbaren Editor. Der Nord G2 bietet überwältigend viele Möglichkeiten, ohne dass man richtig tief in die Programmierung einsteigen müsste wie etwa bei Max oder gar SuperCollider. Der Synthesizer ist in der Tat eine virtuelle Replika eines analogen modularen Systems und keine digitale Wollmilchsau. Dementsprechend gibt es auch kein Sampling und nur ein paar Module, die mit der digitalen Welt zu tun haben. Und auch wenn Clavia die Ersten waren, die dieses Konzept in der Praxis umgesetzt hatten, so gibt es heute doch einige Mitbewerber, die das ähnlich gut gelöst haben. Die Blocks in der neuen Version von Native Instruments Reaktor sind da nur ein Beispiel von vielen. Aber gegenüber einer reinen Software-Lösung hat der Nord G2 noch einen Trumpf im Ärmel – und das ist die Hardware. Und damit ist nicht nur die Hardware alleine gemeint, sondern das nahtlose Zusammenspiel von Hard- und Software.

Hardware

Die erste Generation des Nord Modular gab es mit Drei-Oktaven-Tastatur und als Rackversion. Dazu kam dann noch eine abgespeckte Variante mit nur vier Reglern als „Micro Modular“. Diese ersten Versionen hatten zwar einen kräftigen, zupackenden Sound, besaßen aber maximal ein Display und die Patches konnten nur über das MIDI-Protokoll übertragen werden. Was welcher Regler dann genau gesteuert hat, musste man sich mangels Klartext-Anzeigen so gut es eben ging merken oder von Hand aufschreiben und auch die MIDI-Signale konnten nicht so ohne weiteres nach außen geführt werden.

Die nächste Generation mit dem Namen G2 gab es wieder als Drei-Oktaven-Keyboard und Rackversion und schließlich als G2X mit Fünf-Oktaven-Tastatur, Schwanenhalsmikrofon und vor allem mit doppelter Rechenleistung. Waren in einem normalen G2 vier Motorola-DSPs für den Sound und ein weiterer Chip für die allgemeine Steuerung zum Beispiel der Displays und der Regler zuständig, so waren es im G2X gleich acht Stück. Aber auch die Besitzer der Grundversion konnten in den Genuss von acht Rechenkernen kommen, sofern sie sich eine kleine Steckplatine in ihr Gerät einbauten. Zu Zeiten, als ein üblicher Computer mit einer einzelnen CPU auskommen musste, die dazu auch noch alle anderen Aufgaben des Rechners übernahm, waren vier auf DSP-Anwendungen spezialisierte Chips ein Ausbund an Rechenleistung. Was sie im übrigen auch heute noch sind, von den erweiterten Versionen ganz zu schweigen: Ein einfacher subtraktiver Patch kommt damit auf bis zu 32 Stimmen, und wenn man die rechenintensivsten Module wie Reverb und Delay nur einmal einsetzt, sollte man immer genügend Stimmen zur Verfügung haben. Im Vergleich zum Computer ist der G2 lüfterlos, bringt die Soundkarte gleich mit und bootet in etwa drei Sekunden. Der Roland V-Synth ist da gerade einmal beim ersten Bildschirm angelangt.

Jeder der vier bzw. acht DSPs ist für einen der „Slots“ zuständig, in den man ein eigenständiges Patch laden kann. Da liegt es natürlich nahe, vier unterschiedliche Sounds in die vier Slots zu laden, was einen multitimbralen Synthesizer mit vier Klängen auf vier Ausgängen ergibt. Eine Besonderheit dabei ist allerdings, dass man die Klänge auch zwischen den vier Slots austauschen kann und so mehr Möglichkeiten hat als zum Beispiel bei einem Yamaha SY99. Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, will etwas heißen!

Neben einem Kopfhörer- und vier separaten Line-Ausgängen bietet der G2 vier Audio-Eingänge, wovon der erste als XLR und Klinke zur Verfügung steht. Der XLR-Eingang hat einen Mikrofonvorverstärker integriert, bietet aber keine Phantomspeisung. Dazu kommen ein MIDI-Trio sowie der USB-Port, der allerdings nur zum Anschluss des G2 an den Editor vorgesehen ist und kein MIDI überträgt. Eine direkte Einbindung des Synthesizers über USB in die DAW, wie sie kurze Zeit später beim Access Virus TI zum ersten Mal eingeführt wurde, ist mit dem G2 nicht zu machen. Auch digitale Ein- und Ausgänge bietet er nicht. Neben dem Ein-/Ausschalter findet man den Stromanschluss, der durch ein zweipoliges „Rasiererkabel“ erfolgt, wie es damals bei Clavia üblich war. Was die Rackversion angeht, war es das dann auch. Es gibt zwar noch drei LED-Lämpchen, die Power, MIDI- und USB-Verbindung signalisieren, aber auf Programmwahltaster und ähnliches muss man hier verzichten.

Ganz im Gegensatz dazu die Keyboard-Versionen des G2, die nicht nur mit zusätzlichen Pedalanschlüssen, sondern vor allem mit fünf Displays, neun Endlosreglern, zwei Potis und 47 Tastern glänzen. Ein Display dient zur Darstellung der Patchnamen, die anderen vier zur Anzeige von bis zu acht Parametern, die durch acht Kombinationen aus Endlosreglern und Tastern gesteuert werden können. Wie, nur acht? Nein, natürlich nicht. Diese acht Parameter sind nämlich in eine Matrix integriert, mit der man auf Knopfdruck zwischen 15 verschiedenen Seiten wechseln kann. Fangen wir mal an zu rechnen: Acht Endlosregler und acht Taster pro Seite sind 16 Parameter. 16 Parameter auf 15 Seiten sind 240 (fast) frei zuweisbare und benennbare Parameter im Direktzugriff. Aber das ist ja noch nicht alles, wir sprechen bislang nämlich nur von einem einzelnen Slot. Davon gibt es ja vier, wir haben also 960 Parameter, die man mit maximal zwei Tastenkombinationen erreichen kann. Und wenn das noch nicht reicht oder man nicht zwischen den einzelnen Slots umschalten möchte: Es gibt noch eine weitere Kombination aus 240 Parametern, mit der man Parameter aus allen Slots gleichzeitig bedienen kann. Das erscheint vielleicht auf den ersten Blick wie Overkill, allerdings kann man den G2 ja auch als Controller benutzen und kann dann mit dieser Oberfläche auch andere Synthesizer steuern. Und weil man mit dem G2 ja alles Mögliche anstellen kann, z.B. eine Reglermatrix erstellen oder einen Oszillator nur aus Logikmodulen bauen, kann man Regler gar nicht genug haben. Im Gegensatz zu den meisten Controllern können dabei durch die Displays alle Regler in ihrer Funktion genau bezeichnet werden.

Weitere Bedienelemente sind die acht Variationstaster, denn zu allem Überfluss kann man zu jedem Patch bis zu acht Variationen erstellen. Variationen sind einfach unterschiedliche Reglereinstellungen eines bestimmten Patches. Weiterhin gibt es dann noch neun weitere Taster und einen Drehregler, mit denen man die Programme auswählt und weitere tiefer gehende Funktionen regelt. Dazu kommen eine gute Synthesizer-Tastatur mit einem wirklich guten Aftertouch und wie bei Nord üblich das berühmte Modulationsrad, das so aussieht und sich so anfühlt als wäre es aus Granit, und der Pitch-Hebel aus Holz.

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